Profi-Empfänger
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Fenu's Radiowelt


AEG E800/2

AEG/Telefunken E1800/3

Cubic CDR-3250 Enablia TitanSDR Hagenuk RX 1001 M Icom IC-R9500
Lowe HF-235 Racal RA1792 Racal RA3712 Reuter RDR54 Reuter RDR55D RFT EKD 500
SRT CR91 Telefunken E1501 Telefunken E1700 Ten-Tec RX340 Watkins Johnson HF-1000  

Alle hier aufgeführten Profi- Empfänger wurden an SWL- üblichen Antennen betrieben und getestet. Profi- Antennen standen leider nicht zur Verfügung.

Reuter RDR54

Lange habe ich überlegt, ob ich mir den Reuter RDR54 zulegen sollte. Denn, der RDR54 ist in der SWL- Szene nicht geläufig. Niemand konnte aufschlussreiche Vergleiche mit anderen Empfängern bieten. Im Internet waren auch nur mehrheitlich technische Beschreibungen zu finden statt „Testberichte“. So fällt es einem schwer, ein solch teures Gerät zu erwerben. Aber als mir ein RDR54 angeboten wurde, konnte ich als Radiofreak nicht widerstehen. Nun, jetzt steht er da und ist bereit für ein paar Empfangsvergleiche.
Was ist der RDR54 für ein Gerät??
Der RDR54 ist Europäer! Genau genommen wird er in Deutschland bei Reuter Elektronik hergestellt. Ein Hersteller, der in der Empfängerszene gänzlich unbekannt war. Ursprünglich wurde der RDR54 als Messempfänger konzipiert und war für SWL- Bedürfnisse sehr aufwendig zu bedienen. Burkhard Reuter, der Konstrukteur und Namensgeber des RDR54, schrieb aus diesem Grund eine neue Bediensoftware, die dem SWL ein leichteres Umgehen mit dem Gerät ermöglichte. Der RDR54 ist ein Empfänger neuester Generation. Er ist ein “SDR“, ein Software Defined Radio der ohne PC auskommt. Er ist somit PC unabhängig für den regulären Betrieb. Nur zur Firmwareaktualisierung muss er Verbindung zum PC aufnehmen. Er kann aber nicht ganz mit den herkömmlichen SDR's verglichen werden, weil der RDR54 nach dem neu entwickelten "Frequenzdiskreten Prinzip" arbeitet. Die herkömmlichen SDR's arbeiten nach dem "Zeitdiskreten Prinzip". Dies gemäss Anfrage beim Hersteller.
Das Geräteäussere sieht aus wie ein Messgerät aus der Industrie. Er wirkt Kühl und Elegant zugleich. Die Verarbeitung des Gehäuses ist allererste Sahne! Das Gerät ist komplett aus Aluminium. Das einzige dass billig wirkt, ist der Hauptabstimmknopf. Dieser wird dem RDR54 nicht gerecht… Aber für Abhilfe wurde bereits gesorgt! In Verbindung mit einem magnetisch gerasterten Drehgeber, ist seit kurzem ein VFO- Knopf aus Edelstahl verfügbar. Im Mittelpunkt, ist auch nicht zu übersehen, ist das schöne und grosse Display. Die Auflösung ist sehr gut und gibt Auskunft über die wichtigsten Funktionen. Alles ist gut lesbar, auch die sehr kleinen Schriften. Es kann wahlweise ein Wasserfall, Kurvenspektrum oder Linienspektrum angezeigt werden. Die Sichtbreite beträgt knapp 164khz. Ein reinzoomen ins Spektrum ist auch möglich.
Links neben dem Display ist die Audioabteilung untergebracht. Dort findet man einen etwas wackeligen Lautstärkeknopf mit erweiterter Funktion. In der Normalstellung regelt man die Lautstärke des Lautsprechers. Drückt man den Knopf und hält ihn gedrückt, wird die Kopfhörerlautstärke verstellt. Der eingebaute Lautsprecher ist nicht sehr gross, bietet aber eine ausreichende Klangqualität für Kurzwelle. Allerdings fehlt etwas Bassfülle.
Über den Umfang der Funktionen des RDR54 verweise ich auf die Webseite des Herstellers Reuter Elektronik. Das würde sonst den Rahmen sprengen.
Wie empfängt der RDR54?
Das Gerät arbeitet zu 100% digital. Er bringt eine fast rauschfreie, saubere Wiedergabe. Das Bandrauschen ist angenehm und ermöglicht langen Kopfhörerbetrieb. Dafür hat er ein bisschen „Dosenklang“ bei manchen Signalen. Das ist aber eine grundlegende Eigenschaft des Arbeitsprinzips des RDR54. Dies gemäss Nachfrage bei Herrn Reuter. Nach kurzer Eingewöhnungszeit fällt dies aber nicht mehr auf, denn die Wiedergabe ist sehr präzise.
Es ist also recht angenehm mit dem Kopfhörer auf Wellenjagd zu gehen. Was die Freude etwas trübt, ist zum einen der sehr laut rastende Drehgeber und die Betriebsart „Auto“. Diese Betriebsart ist eine Art AM- Synchron. Wenn man durch die Bänder lautrastend kurbelt, ist die Wiedergabe nicht wie gewohnt wie von einem analogen RX. Diese Auto- Betriebsart versucht bei jedem Signal im Bandbreiten- Durchlass sofort zu synchronisieren, was dann eine sehr ungewohnte Audio ergibt. Aber Herr Reuter hat das sofort auf seine Pendenzenliste gesetzt, und sollte bei der nächsten Softwareversion korrigiert werden. Die Empfindlichkeit liegt etwas über dem des Perseus. Bei ganz schwachen Signalen ist der Perseus aber etwas verständlicher. Das ist aber alles Softwarebedingt. Der RDR54 gibt es seit 2009 und ist Softwareseitig noch nicht ganz ausgereift. Das hatte beim Perseus SDR auch seine Zeit gebraucht.
Das Grosssignalverhalten ist schon fast Hitverdächtig: über 44dBm. Da können schon mal etwas längere Antennen drangehängt werden. Grosssignalstörungen wurden dementsprechend keine festgestellt.
Der RDR54 kann schon jetzt durch sein Konzept (SDR ohne PC) und durch seine sehr guten Empfangseigenschaften überzeugen. Wenn der Hersteller die Software weiter optimiert, wird der RDR54 bald in der High-End Liga mitspielen können.
*** Mittlerweile wurde die Software auf die Version V302 aktualisiert. Die Bedienung wurde vereinfacht, neue Betriebsarten kamen hinzu und die Empfangsleistung wurde ziemlich verbessert. Details sind der neuen Bedienungsanleitung des RDR54 zu entnehmen.
 
Top- Gerät mit etwas Gewöhnungsbedürftiger Bedienung.

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Der RDR54 in Action (HD Video)

 

Weil der mechanische Drehgeber eine ziemlich laute Angelegenheit war, habe ich in den RDR54 einen magnetisch gerasterten Drehgeber mit dem dazugehörigen Edelstahl-Abstimmknopf einbauen lassen. Jetzt ist das "durch's Band kurbeln" eine angenehme Sache! Kein rattern mehr! Der schwere Edelstahlknopf hat einen schönen, nicht all zu starken Schwungradeffekt. Gleichzeitig wurde auch ein passender Lautstärkeknopf kostenlos montiert. Reuter Elektronik hat das innert Tagesfrist erledigt. Ein wirklich guter Service!
 

UKW Modul

Der RDR54 ist ein Modular aufgebautes Gerät. Somit lassen sich neue Module, wie hier das UKW-Modul, leicht einbauen. Durch die 100%ige Digitalisierung lassen sich per Software neue Funktionen integrieren, die den Funktionsumfang des Gerätes erweitern. Herr Reuter war so freundlich, mir ein UKW- Modul Leihweise für ein paar Wochen für Testzwecke zu überlassen. Dieses UKW- Modul bietet das UKW- Band (87.5 - 108Mhz) wahlweise in Mono oder Stereo. Zusätzlich ist das 2m Amateurfunkband (144 - 148Mhz) empfangbar.
Für UKW sind vier Bandbreitenfilter verfügbar.
50khz S & HQ
80khz S & HQ
120khz S & HQ
240khz S & HQ

S = Steil (Scharf)
HQ = High Quality (HiFi)
Für weiterführende Informationen verweise ich auf die Webseite von Reuter Elektronik.
Wie hört sich dieses UKW- Modul nun an?
Schlichtweg Klasse!
Ich habe den RDR54 an eine UKW Dachantenne und am Kabelanschluss des Hauses probiert, also Radio aus der Dose. Letzteres bringt zum Teil recht starke Signale. Ein übersteuern konnte ich aber nicht feststellen. Auch an der Dachantenne (leider nicht Drehbar), verhielt sich der RDR54 tadellos. Die digitalen Filter sind extrem scharf, und können benachbarte Sender gut trennen. Ist der Sender ungestört, schaltet man um auf 240khz- HQ, und geniesst UKW in fast HiFi Qualität. Was schmerzlich fehlt, ist der heutzutage übliche RDS- Decoder. Gemäss Angabe von Herr Reuter, soll dies in der nächsten Hardwareversion realisiert werden.
Das 2m- Band konnte mangels geeigneter Antenne und sehr wenigen schwachen Signalen nicht aussagekräftig getestet werden.
Fazit:
Im grossen und ganzen ist das UKW- Modul sehr empfehlenswert, was die Empfangsleistung angeht. Der Preis allerdings rüttelt einen wieder wach! Es müssen 350 Euro über den Tisch geschoben werden.
 

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RFT EKD 500

Er ist gross, 25kg schwer und gebaut wie ein Panzer! Der EKD 500. Diese Geräte wurden um 1986 im Funkwerk Köpenick bei Berlin gebaut. Zu der Zeit war das noch die DDR, die deutsche demokratische Republik. Dort vermochte man Empfänger zu bauen, die noch heute in Gebrauch sind und viele Kurzwellenhörer begeistern. Der EKD 500, wie auch sein Vorgänger EKD 300, fanden weite Verbreitung bei den Funkdiensten. Er wurde hauptsächlich beim Militär eingesetzt und spielte im kalten Krieg sicher eine grosse Rolle. Aber auch im Seefunk und anderen zivilen Bereichen kamen die EKD 500 zum Einsatz.

Die wichtigsten Eckdaten:
Frequenzbereich: 14khz - 30Mhz
Abstimmschrittweiten: 10Hz - 9999Khz frei wählbar
Rastender Drehknopf
Betriebsarten: AM, ECSS Synch., USB, LSB, CW, FAX
Bandbreitenfilter: 0.15 - 0.4 - 0.75 -1.75 - 3.1 - 6.0 - 3Khz+(USB) - 3Khz-(LSB)
Empfindlichkeit: 150khz - 30Mhz AM  ≤ 5µV  --  SSB ≤ 1.5µV
AGC: Kurz - Lang und manuelle Regelung für alle Modi
99 Speicherkanäle
Fernsteuerbar
Suchlauffunktionen
Mitlaufende Vorselektion (Preselektor)
Sehr gutes Grosssignalverhalten
Sehr gute Frequenzstabilität
Modulare Bauweise in Kassettenform
Extrem stabil gebaut
Gewicht: 25kg
Tischgerät im eigenem Gehäuse

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern, konnte der EKD 500 über einen Computer ferngesteuert werden. Dafür wurde er auch konzipiert. Das brachte einen Nachteil mit sich. Eine normale Frequenzabstimmung wie beim Vorgänger EKD 300 war nicht möglich. Der EKD 500 hatte nur noch einen unscheinbar kleinen und lautstark rastenden Drehknopf. Zudem gab es Rauscheinbrüche bei der Frequenzabstimmung. Nach zehn Minuten Handabstimmung taten einem die Finger weh. Eine richtige Plackerei! Nur mit zwei einfach auszuführenden Modifikationen konnte Abhilfe geschaffen werden. Die Rastermechanik des Drehknopfes lässt sich Mühelos und ohne Bastelei entfernen. Um den Rauscheinbrüchen während dem Abstimmen Herr zu werden, musste ein Widerstand mit einem anderen Wert auf der Steuereinheit ersetzt werden. Auch recht einfach, wenn man ein wenig Elektronikkenntnisse besitzt. Allerdings sind nur die 10Hz & 100Hz Abstimmschritte von den Rauschunterbrüchen befreit. Schrittweiten über 1Khz haben immer noch Rauscheinbrüche, aber nicht mehr so extrem. Diese Modifikationen habe ich bei diesen Gerät gemacht. Gleichzeitig habe ich einen etwas grösseren Abstimmknopf drangemacht. Jetzt ist der EKD 500 bereit für den Empfang.

Anhand der abgebildeten Anweisung, die auf der Front des Gerätes geklebt ist, musste zuerst der Umgang mit dem EKD 500 erlernt werden. Das wechseln der Betriebsart und der Bandbreiten usw. muss mit einer Art Code eingegeben werden. Will man z.B. auf AM wechseln, muss die Taste "MOD" gefolgt von der Ziffer "2" gedrückt werden. Ändern der Bandbreite auf 3.1khz  wird "B" gefolgt von "5" gedrückt. Für AGC kurz drückt man "GC" gefolgt von "1". Mit "SEL" kann man die Vorselektion ein und aus schalten. Nach kurzer Eingewöhnungszeit ging die Bedienung recht flüssig.

In den paar Wochen die ich den EKD 500 hatte, habe ich ihn mit allen Geräten verglichen die ich Zurzeit da hatte.

Von der Langwelle bis ins 10m Band lieferte der EKD 500 sehr gute Signalqualität mit gleichbleibender Empfindlichkeit und geringem Rauschen. Hierbei zeigte sich, das die manuelle Verstärkungsregelung (MGC) am besten funktionierte. Die automatische Verstärkungsregelung (AGC) konnte nicht so recht überzeugen. Vor allem die Abfallzeit ist viel zu kurz gewählt. In Sprechpausen rauschte der Empfänger richtig hoch.

Vergleiche mit den üblichen Semiprofessionellen Empfängern wie AOR AR7030, JRC NRD-525 usw. zeigten wie gut die Sprachverständlichkeit des EKD 500 ist. Diesbezüglich war er meistens besser. Die Audiowiedergabe ist nicht gerade Audiophil, recht höhenbetont und hat praktisch kein Bass. Die Verständlichkeit wird zudem durch die exzellenten mechanischen, trennscharfen Bandbreitenfilter erhöht. Eine grosse Unterstützung ist auch der sehr stabile Synchrondetektor, der im ECSS Modus das Signal synchronisiert und das Rauschen und Prasseln weiter optimiert. Bei diesem lassen sich die Seitenbänder sogar auswählen. Bis hierhin eine gute Bewertung! Doch es gibt auch negative Erfahrungen die erwähnt werden sollten.

Der EKD 500 ist ein Profiempfänger der dazu konzipiert wurde, an sehr grossen Antennen betrieben zu werden. Diese Antennen lieferten so viel Pegel, das es nicht gross auf die Empfindlichkeit des Empfängers ankam. Betreiben wir nun einen solchen Empfänger an SWL- üblichen Antennen, wie z.B. einem 20 Draht oder einer ALA1530S+, so verwundert es nicht, das der EKD 500 unterhalb eines bestimmten Pegels zunehmend taub wird. Denn die Hobbyantennen liefern einfach zu wenig Pegel. Hier hat der EKD 500 die "Achillesferse". Da sind die "normalen" Empfänger im Vorteil weil sie empfindlicher sind.

Wie viele andere Profigeräte, bietet auch der EKD 500 keinerlei Hilfsmittel zur Signaloptimierung. Nach einem Noiseblanker, Notchfilter oder Passbandtuning sucht macht vergebens.

Der EKD 500 hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Obwohl diese Geräte extrem robust gebaut sind und den Eindruck erwecken immerwährend zu funktionieren, sollte man sich überlegen, ob so ein Riesenteil, der zudem ein beträchtliches Gewicht auf den Schreibtisch bringt, das richtige ist. Leider geht auch der EKD 500 mal kaputt und könnte hohe Kosten verursachen wenn er repariert werden muss. Nur schon der Versand eines 25kg schweren Gerätes ist nicht gerade billig. Noch sind genügend Ersatzteile für diese Empfänger verfügbar. Einige Elektroniker haben sich auf diese Geräte spezialisiert und können sicher bei Problemen helfen.

Auf den Bildern ist noch das Zusatzgerät EZ 100 zu sehen. Hierbei handelt es sich um einen Preselektor und Funkfernschreibdemodulator. Für SWL- Zwecke nicht von belangen.

Fazit:

Ein riesiger und schwerer Kurzwellenempfänger in echter deutscher Handarbeit! Er liefert sehr gute Empfangsleistungen mit den passenden (grossen) Antennen. In Sachen Sprachverständlichkeit absolute Spitzenklasse. Für SWL- Bedürfnisse sollte der EKD 500 unbedingt am Drehknopf modifiziert werden!

Ein herzliches Dankeschön an Reinhold Schuttkowski für die Ausleihe des EKD 500.

Verfasst am 08.11.2014

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SRT CR91

Der SRT CR91, ausgeschrieben "Standart Radio & Telefon" ist ein professioneller 19" Empfänger aus schwedischer Produktion. Allerdings wurde der CR91 mit Telefunken- Technik gebaut. Gewisse Schaltungen und besonders die Bandbreitenfilter mit 200khz ZF weisen darauf hin. Dieses Modell wurde zwischen 1982 und 1992 gebaut. Sie wurden vornehmlich in Botschaften und Abhörstationen zur Sprechfunküberwachung eingesetzt und kamen hauptsächlich in skandinavischen Ländern zum Einsatz. Dennoch verirrten sich Geräte ins benachbarte Ausland und auch in die Schweiz. SRT hatte mal eine Niederlassung in der Schweiz.

Hier die wichtigsten Eckdaten:
Frequenzbereich: 10khz - 30Mhz
Abstimmschrittweiten: 1Hz - 10Hz - 100Hz
Abstimmgeschwindigkeiten:
Slow: 2.5khz pro Umdrehung
MED: 25khz pro Umdrehung
FAST: 250khz pro Umdrehung
Drehknopf mit Schwungradeffekt
Betriebsarten: AM, USB, LSB, CW, FSK & ISB (Option)
Bandbreitenfilter: 0.3 - 0.6 - 1.5- 6.8 3(USB) - -3Khz(LSB)
AGC: Short - Med - Long - und manuelle Regelung für alle Modi
100 Speicherkanäle
Fernsteuerbar
Sehr gutes Grosssignalverhalten
Sehr gute Frequenzstabilität
Gewicht 12kg
19" Einschubgerät

Leider, wie so oft bei solchen Geräten, musste der CR91 vor dem Test repariert werden. Der Kollege der ihn mir Auslieh, vergass den CR91 vor Abgabe zu testen. So kam es wie es kommen musste. Der CR91 liess sich nicht einschalten. So mussten ich meine Verbindungen zu Spezialisten spielen lassen um jemand zu finden, der den CR91 wieder zum leben erweckte. Zum Glück erwies sich der erste Kontakt als Erfolgreich. Nach nur zwei Wochen konnte ich den CR91 endlich einschalten.

Nach etwas Einarbeitungszeit liess sich der CR91 einfach und schnell bedienen. Allerdings musste die Anleitung konsultiert werden, weil gewisse Funktionen nicht sofort ersichtlich waren.

Der Empfang ist ausgesprochen gut an den normalen SWL- Antennen. Der CR91 ist sowohl in SSB und AM gut zu gebrauchen Dank den exzellenten 200khz ZF-Filter von Telefunken, die eine hervorragende Trennschärfe bieten. DSP- Geräte im Vergleich, waren nicht wesentlich Trennschärfer. Der CR91 konnte gut mit den modernen SDR's mithalten, bis zu einem gewissen Punkt. Musste mal ein Nebenträger ausgeblendet werden, war man schon mit den Möglichkeiten am Anschlag. Auch sind Noiseblanker und sonstige Hilfsmittel nicht eingebaut. Die Flexibilität die man heutzutage erwartet, kann der CR91 nicht bieten. Was mir negativ auffiel, war der extrem schnell einsetzende und zu schnelle Schwungradeffekt. Man konnte praktisch nur mit 1Hz- Abstimmschritten arbeiten. Leider ist es mir nicht gelungen rauszufinden, ob dieser Effekt abschaltbar war. Der Kopfhöreranschluss ist auch nicht gerade "typisch". Es ist ein DIN 5Pol-Anschluss mit 240°. Zum Glück fand ich an der Hamradio 2014 solche Stecker um einen Adapter herstellen zu können.

Im grossen und ganzen ein guter Empfänger in sozusagen "Telefunken- Qualität".

Ein Gerät für Spezialisten. Nicht gut geeignet für SWL's.

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Telefunken E1501

Der 19" Profi- Empfänger von Telefunken, der E1501, ist die erweiterte Version des E1500. Letzterer ist die abgespeckte Version ohne ISB, Antennendiversity und der Abstimmhilfe/ Sichtanzeige für RTTY. Der E1501 kann mit diversen Modulen erweitert werden. Die wichtigste Erweiterung für mich ist das Preselektormodul. Dieser ist bei meinem Gerät eingebaut.

Hier die wichtigsten Eckdaten:
Frequenzbereich: 10khz - 30Mhz
Abstimmschrittweiten:
mit Hebelschalter ↑ 300Khz/s
mit Hebelschalter ↑↑ 3Mhz/s
Drehknopf mit Schwungradeffekt
Betriebsarten: AM, USB, LSB, CW, RTTY & ISB (Option)
Bandbreitenfilter: 0.1 - 0.3 - 0.6 - 7.0 - 14 - +3(USB) - -3Khz(LSB)
AGC: Für AM> Schnell, SSB> Langsam & Schnell und manuelle Regelung für alle Modi
Sehr gutes Grosssignalverhalten

Der E1501 wurde in Küstenfunkstellen, in der Funküberwachung, Fernmeldeaufklärung und beim Militär eingesetzt. Durch seine modulare Bauweise konnte er den jeweiligen Bedürfnissen angepasst werden. Er fand wegen seiner ausgezeichneten Eigenschaften sehr weite Verbreitung. Auch in der Schweiz wurde der E1501 bei den Behörden und vom Militär eingesetzt. Ab und zu werden solche Geräte auf Ebay und auch aus privater Hand verkauft. An der Stelle möchte ich darauf hinweisen, das beim Kauf solcher Geräte ein Test vor dem Kauf unbedingt gemacht werden sollte. Nicht selten haben die Empfänger Mängel!

Die ausgezeichneten Eigenschaften des E1501 fangen bei der Mechanik des Gerätes an und setzen sich fort in der Elektronik und letztendlich in den Empfangseigenschaften. Bei diesen Geräten wurde an nichts gespart. Sie wurden so gebaut, um Jahrzehnte lang ohne Ausfälle zu funktionieren. Mein Gerät stammt aus fachkundiger Hand, wurde fachmännisch gewartet und ist demnach in sehr gutem Zustand, Mechanisch wie Elektronisch. Nur die Drehknöpfe habe ich ersetzt, weil diese vergilbt waren.

Der E1501 ist ein Gerät für den Kenner. Er fühlt sich wohl in einer ungestörten Empfangsumgebung, denn er besitzt keine Entstörhilfen wie Notch, PBT usw. Lediglich einen Störbegrenzer hat er eingebaut. Dieser schneidet die Hochfrequenten Audiospitzen etwas ab und macht den Empfang ruhiger. Das war es auch schon. Was man auch als Entstörhilfe ansehen könnte, sind die mechanischen Bandbreitenfilter. Diese haben eine sagenhafte Trennschärfe und Klangqualität. Will man nicht auf Notch & Co. verzichten, kann man ein externes Audiofilter verwenden. Ich habe hier den alten Dierking GD82NF im Einsatz. Dieser kann den Empfang ab und zu etwas entstören.

Wie ist der Empfang dieses 17kg schweren Empfängers? Verglichen habe ich ihn mit diversen Amateur & Profi- Empfängern. Wenn sich die HF- Störungen in Grenzen halten, spielt der E1501 an der Spitze mit. Er ist ein richtiger Hardcore DX- Empfänger. Auch wenn die Filterauswahl für Sprache spärlich ist. Die Amateurgeräte schlägt er nahezu bei 80% der Empfangsfälle. Die fast unglaubliche Trennschärfe, die (sehr) helle Wiedergabe und das gute Grosssignalverhalten verhelfen dem E1501 zu Spitzenleistungen. Richtig in Fahrt kommt der E1501 wenn man die Verstärkungsregelung von Hand vornimmt. Dann kommt er sehr nahe an den letzthin getesteten Ten-Tec RX340. In dieser Klasse ist es schwer einen Lieblingsempfänger zu haben. Denn die Empfangsunterschiede sind sehr gering. Zudem haben solche Geräte eine magische Anziehung.

Ein Gerät ohne Schnickschnack aber mit hervorragendem Empfang!

Verfasst am 13.11.2012

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Telefunken E1700

Der Telefunken E1700 ist der direkte Nachfolger der E1500 Serie. Die technischen Daten sind der des E1501 sehr ähnlich. Ausser das Grosssignalverhalten wurde weiter verbessert. Was eine echte Neuerung beim E1700 ist, sind die 30 Speicher, in der sich die Frequenz, Betriebsart und die Bandbreite abspeichern lassen. Diese "Speicherfunktion" ist oben Links auf der Front des E1700 untergebracht. Es sind die schwarzen Knebelschalter. Die Bedienung dieser ist recht einfach. Mit den Hebeln den Speicherplatz anwählen, den kleinen Hebelschalter darunter mit dem Hebel rechts vom VFO gleichzeitig nach oben drücken und schon ist der Speicher programmiert. Zum aufrufen des Speichers wird der Hebel unterhalb der Speichereinheit nach unten gedrückt.

Empfangsseitig ist der E1700 vom E1501 praktisch nicht zu unterscheiden. Ich habe Nächtelang nach Situationen gesucht um Unterschiede rauszuhören. Das ist mir nicht gelungen. Der einzige Unterschied ist, der E1700 ist anfälliger auf elektische Störungen. Weidezäune und Knackstörungen sind mit ihm besser wahrzunehmen. Aus diesem Grund wird es keine Audiovergleiche mit dem E1501 geben. Die Unterschiede sind wie schon erwähnt > gleich Null.

Was macht den E1700 so reizvoll? Die Hobbywelt ist ganz verrückt nach diesem Empfänger. Reizvoll ist die extreme Seltenheit dieses Gerätes. Der E1700 ist praktisch nicht zu bekommen. Diese gehen meistens unter der Hand weg... wenn es denn welche gibt.

Der E1700 ist ein exzellenter Empfänger. Wie der E1501, hört er das Gras wachsen. Vorausgesetzt man bietet dem E1700 die richtige Antenne und vor allem den Störungsfreien Empfangsort.

Verfasst am 24.12.2012

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AEG Telefunken E1800/3

Der E1800/3 ist einer der begehrtesten Profiempfänger überhaupt. Gemäss Tests aus den neunziger Jahren wurde der 1800/3 als weltbester Kurzwellenempfänger gehandelt. Kein Wunder, das diese Empfänger zu enormen Preisen verkauft wurden. Nicht selten wurden über 10'000Euro für ein ausgemustertes Gerät im Gebrauchtmarkt bezahlt. Der Neupreis des hier gezeigten E1800/3 lag damals bei 52835 DM.

Hier die detaillierte Aufstellung gemäss der vorliegenden Originalpreisliste:

Bezeichnung
EP
Anzahl
Preis in DM
E1800/3
40200
1
40200
TD1710/2
4560
1
4560
AD1710
2680
1
2680
BT1800
1450
1
1450
SER1810
2245
1
2245
Filter
850
2
1700
 
 
 
 
 
 
Gerätepreis:
52835

Der E1800/3 ist nach dem E1800, der Nachfolger der bewährten Telefunken Empfänger E1501 & E1700. Einige Komponenten die im E1501 & E1700 in Verwendung waren, wurden im E1800/3 weiter verbaut. Allerdings wurden die Komponenten immer wieder optimiert.

Wie seine Vorgänger, wurde der E1800/3 vornehmlich in Abhörstationen, von Militärs und teils bei Seefunkstellen eingesetzt. Viele solcher Geräte waren auch in automatisierten Abhörstationen im Einsatz, wo ein Computergesteuertes System die Überwachung der Frequenzen übernahm. Diese Geräte wurden teils ausgemustert und durch modernere Software Defined Radios (SDR) ersetzt. Darum sind einige dieser Geräte in fast neuwertigem Zustand im Gebrauchtmarkt erhältlich, weil sie nie von Menschenhand bedient wurden.

Hier die wichtigsten Eckdaten:
Frequenzbereich: 10khz - 30Mhz
Abstimmschrittweiten:
Abstimmgeschwindigkeit ist abhängig von der eingestellten Bandbreite
Stellung langsam: 1/2 Umdrehung ergibt eine Frequenzänderung  etwa gleich der eingestellten ZF-Bandbreite
Stellung schnell: 1/2 Umdrehung ergibt eine Frequenzänderung  etwa 10x der eingestellten ZF-Bandbreite
Kleinster Abstimmschritt: 10Hz
Betriebsarten: AM, USB, LSB, CW, RTTY & Fax
Bandbreitenfilter: 0.1 - 0.3 - 0.6 - 1.5 - 3.0 -10 - +3khz(USB) - -3Khz(LSB) >> 10khz ist der Roofingfilter
AGC: Für alle Modes, Schnell, Langsam & Abschaltbar für manuelle Regelung
100 Speicherplätze mit Scanfunktion und zuschaltbarem Sprachsquelch
Frequenzscan mit zuschaltbarem Sprachsquelch
BITE Test (Selbsttestfunktion)
Sehr gutes Grosssignalverhalten

Je nach Einsatzgebiet kann die Empfängerausrüstung anders ausfallen. Der hier getestete Empfänger wurde hauptsächlich für CW, RTTY und SSB Sprechfunk eingesetzt.

Ich habe den E1800/3 etwa zwei Wochen lang betrieben und habe mir über den damals "weltbesten Empfänger" meine Meinung gebildet. Um einen fairen Vergleich zu machen, habe ich mir von einem Kollegen den Racal RA3712 ausgeliehen. Dieser RA3712 ist etwas moderner und flexibler als der E1800/3. Dennoch sind die Empfangsleistungen praktisch auf dem selben Niveau. Auch habe ich meinen übrigen Gerätepark in diesen Vergleichstest miteinbezogen.

Der E1800/3 ist in der Tat ein Spitzenempfänger! Aber er war nicht besser oder schlechter als der RA3712! Beide Geräte lieferten nahezu die selbe Signalqualität. Hier muss ich betonen, das dies nur möglich war bei manueller Verstärkungsregelung des E1800/3. Denn die AGC- Automatik ist nicht optimiert für Sprechfunk oder Rundfunk. Die AGC- Regelung setzt viel zu schnell ein. Das bedeutet, die ersten Silben am Anfang des Satzes werden durch die zu schnell einsetzende AGC- Regelung weggeknallt. Ein ganz grosses Manko für ein solches Gerät! Das bestätigt die Aussagen anderer 1800/3 Besitzer. Wie viele andere Profi- Geräte, ist auch der E1800/3 flexibel wie ein Stein. Er hat keine Hilfsmittel zur Empfangsverbesserung wie Noiseblanker, Bandpass Tuning usw. Wenn ein SWL mit so einem Gerät ernsthaft arbeiten will, müssen Zusatzgeräte wie Audiofilter usw. bemüht werden. Sollte der Empfänger nicht die passenden ZF- Filter verbaut haben, kann dies zu einer teuren Angelegenheit und aufwändigen Suche ausarten. Solche ZF- Filter sind heutzutage praktisch nicht mehr zu finden. Vor allem die 5 & 6khz AM Filter sind unauffindbar!

Der E1800/3 ist ein Spitzenempfänger mit verbesserter und vereinfachter Bedienung gegenüber seinen Vorgängern. Doch leider ist auch der E1800/3 kein praktischer Kurzwellenempfänger für SWL- Bedürfnisse. Trotz hervorragender Empfangsqualität bei manueller Verstärkungsregelung, ist der E1800/3 nur bedingt brauchbar, weil er zu unflexibel ist. Vergleicht man ihn mit einem modernen Empfänger wie z.B. dem Reuter RDR50C2 oder dem Perseus SDR, wird einem schnell klar was einem solchen Profi fehlt. Die Flexibilität!

Lohnt sich die Anschaffung eines solchen Gerätes? Von der praktischen Seite her gesehen ganz klar Nein! Sieht man das ganze Sentimental und hat dazu noch das nötige Kleingeld, ganz klar Ja! Es ist ein wunderbares Gerät das einen in seinen Bann zieht und Spass macht.

Unter diesem Link sind technische Daten und weitere Informationen zum E1800/3 zu finden. >E1800/3< Danke Reinhart.

 
Pro:
-Eine richtige Legende.
-Wunderbares Gerät. Man kommt richtig ins schwärmen.
-Top verarbeitet. Höchste Qualität.
 
Contra:
-Noch sehr teuer, teils überteuert.
-Unflexibel
-Zusatzfilter kaum erhältlich und teuer.
-Reparaturen sind schwer auszuführen und können extrem teuer werden.

Verfasst am 21.04.2014

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Der E1800/3 in Betrieb (HD Video)

 

 

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AEG E800/2

Einem befreundeten Funkamateur ist es zu verdanken, dass über den AEG E800/2 erstmals im Internet berichtet wird. Er überliess mir den E800/2 für 2 Wochen. An dieser Stelle herzlichen Dank an Paul, HB9MFD.

Über diesen Profi- Empfänger ist praktisch nichts bekannt. Er wurde meines Wissens einmal bei Ebay angeboten. Und das war es schon!

Basierend auf die E1800- Empfängerreihe, die sehr bekannt und begehrt ist, entstand der E800/2. Warum ein E800/2? Für manch einfache Überwachungsaktivität, wie z.B. das Abhören des Sprechfunks, war der E1800 schlicht zu teuer. Nicht jede Behörde war dazumal bereit knapp 50'000DM für ein solches Gerät auszugeben. Bedenkt man, dass eine Abhörstation mehrere, vielleicht dutzende solcher Geräte im Einsatz hat, kann man sich ausmalen, was für immense Kosten diese speziellen Empfänger verursacht haben. So wurde der E800/2 entwickelt. Ein sozusagen abgespeckter E1800. Der E800/2 kostete um die 32'000DM. Er ist nicht Modular in Kassettenbauweise konstruiert. So wiegt er nur noch rund die Hälfte des E1800/3. Er besitzt lediglich zwei grosse Hauptplatinen, einen Trafonetzteil und die Steuereinheit die mit der Frontplatte verschraubt ist. Das entspricht der herkömmlichen Bauweise eines Amateurfunkempfängers. Zudem wurden ein paar elektronische Downgrades vorgenommen, die für den Einsatz nicht wichtig waren. So z.B. einen langsameren Synthesizer, weil der E800/2 nicht für Peilungen eingesetzt wurde. Auch an den Bedienelementen wurde gespart. Das RF-Gain und der BFO-Regler wurden weggelassen. Die Regelung dieser Funktionen übernimmt der magnetisch rastende VFO- Abstimmknopf.
Diese Einsparungen lassen vielleicht auf eine verminderte Empfangsleistung schliessen. Dem ist aber nicht so! Die Empfangsleistungen entsprechen weitgehend denen des E1800/3! Das Grosssignalverhalten musste trotzdem sehr gut sein, weil der E800/2 auch in grossen Sende/Empfangsanlagen zum Einsatz kam.

Hier die wichtigsten Eckdaten:
Frequenzbereich: 10khz - 30Mhz
Abstimmschrittweiten:
Abstimmgeschwindigkeit ist abhängig von der eingestellten Bandbreite
Stellung langsam: 1/2 Umdrehung ergibt eine Frequenzänderung  etwa gleich der eingestellten ZF-Bandbreite
Stellung schnell: 1/2 Umdrehung ergibt eine Frequenzänderung  etwa 10x der eingestellten ZF-Bandbreite
Kleinster Abstimmschritt: 10Hz
Betriebsarten: AM, USB, LSB, CW, RTTY & Fax
Bandbreitenfilter: 0.3 - 0.6 - 1.0 - 3.0 - 6.0 - 10 , +3khz(USB) - -3Khz(LSB) >> 10khz ist der Roofingfilter
AGC: Für alle Modes, Schnell, Langsam & Abschaltbar für manuelle Regelung
100 Speicherplätze mit Scanfunktion
Frequenzscan
BITE Test (Selbsttestfunktion)
Sehr gutes Grosssignalverhalten
Magnetisch rastender VFO- Abstimmknopf

Der E800/2 ist sehr einfach zu bedienen. Eigentlich fast gleich wie der E1800/3. Wie sein grosser Bruder, hat der E800/2 keinerlei Hilfsmittel an Bord, um eventuelle Störungen zu dämpfen.
Der Empfang ist weitgehend gleich wie beim E1800/3. An den SWL- üblichen Antennen funktioniert der E800/2 selbstverständlich ohne Probleme. Auch hier ist ein arbeiten mit der manuellen Verstärkungsregelung von Vorteil. Das vermindert das Grundrauschen und macht das Hören angenehmer. So hat der E800/2 eine tolle Audio! Ein Punkt aber soll hier erwähnt sein. Die AGC des E800/2 ist besser geeignet für Hörempfang als beim E1800/3! Diese regelt nicht so schnell wie beim E1800/3.
Unter dem Strich ein tolles Gerät! Der E800/2 ist geeigneter für den SWL als der E1800/3. Aber nur in einem einzigen Punkt! Die Reparierbarkeit! Er ist gebaut wie ein Amateurfunkempfänger und lässt sich ungleich leichter reparieren. Leider ist auch hier das Problem der Teilebeschaffung. Sollte die Kiste mal kaputt gehen, wird man ähnliche Probleme haben wie beim E1800/3.

Mein Tipp: Profi- Empfänger sind was für Profis. :-).


Verfasst am 18.05.2014

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Ten-Tec RX340

Der RX340 ist ein professioneller 19" DSP Empfänger der heute noch produziert wird. Seit seinem erscheinen im Jahr 2000 wurden Modifikationen an der Software wie an der Hardware gemacht. Mein Gerät ist Baujahr 2005.

Hier die wichtigsten Eckdaten:
Frequenzbereich: 50khz - 30Mhz
Schrittweiten: 1Hz, 10Hz, 100Hz, 1Khz, 5Khz, 9Khz, 10Khz, 100Khz, 1Mhz (Wie man sieht, wurden auch SWL- spezifische Schrittweiten berücksichtigt.)
Betriebsarten: AM, SAM, USB, LSB, ISB, CW, CW1, FM.
DSP- Bandbreitenfilter: 57
AGC: Fast, Medium, Slow & Programmierbar
Speicher: 200
Sehr gutes Grosssignalverhalten

Der RX340 ist, wie auch die meisten Profi- Geräte, eher selten anzutreffen. Er ist aber einer der wenigen Profigeräte, der die Bedürfnisse der Kurzwellenhörer deckt. So ist dank "DSP" ein Notchfilter, das Bandpasstuning sowie ein Noiseblanker verfügbar. Die mechanische Stabilität ist gut, wobei die Frontplatte mit einer Selbstklebefolie überzogen ist, auf der die Beschriftung aufgedruckt ist. Vergleicht man dies mit der Front eines Telefunken oder Racal- Gerätes, so ist das eine sehr billige und empfindliche Oberfläche. Aber das war schon der gröbste Ausrutscher des RX340. Die Empfangsqualität hat es dafür in sich! Der RX340 kann wirklich überzeugen. Der Empfänger ist Grossignalfest und so Rauscharm, so das man ins Schwärmen gerät. Allerdings, um das Potential voll ausnutzen zu können, muss der RX340 mit manueller Empfangsverstärkung gefahren werden. Nur so erhält man Empfangsergebnisse die einen ins Staunen versetzen.

Verglichen habe ich ihn mit dem Reuter RDR50B, dem Telefunken E1501 & E1700. In der Empfindlichkeit ist der RX340 gehörmässig auf der Höhe der Telefunken- Geräte. Bei den schwächsten Signalen an der Grasnarbe, haben die Telefunken- Geräte die Nase ein klein wenig vorne wegen ihrer sehr hellen Wiedergabe. Dafür Rauschen sie deutlich stärker! Der RDR50B fällt in dieser Disziplin etwas ab. Signale an der Grasnarbe sind nicht seine Stärke. Für den Kurzwellenhörer ist der Synchrondetektor(SAM) eine wichtige Funktion. Dieser ermöglicht weitgehend einen Fadingfreien Hörgenuss. Leider leistet sich der RX340 hier einen kleinen Patzer! Der Synchrondetektor verliert zu schnell die Synchronisation, sobald das Signal etwas schwächer wird. Ist das Signal über einen bestimmten Wert, ist die Wirkung des Synchrondetektors Spitze. Absolut sauberer Empfang. Aufgefallen ist auch, dass der Noiseblanker in SAM nicht funktioniert. Ich vermute, das ist nicht sauber programmiert worden. Auch unverständlich, das Notchfilter ist in AM nicht verfügbar. In SSB sind aber alle Funktionen verfügbar. Was auch zu einem Spitzenempfang beiträgt ist die frei programmierbare AGC. Diese kann in der Anstiegszeit, Haltezeit und in der Abfallzeit frei eingestellt werden. Sowas ist selten anzutreffen. Die Speicherverwaltung ist einfach und effektiv. Die Anleitung musste nicht zur Hand genommen werden.

Unter dem Strich kann gesagt werden, dass der RX340 mit jedem anderen Gerät mithalten kann! Die Empfangsqualität ist weitgehend unübertroffen. Nur die SDR- Geräte neuster Generation könnten vielleicht noch einen Hauch besser und flexibler sein. Aber, diese sind keine Standalone- Geräte.

Ein Traumempfänger dieser RX340!

Die RX340 Story. Unterhalb der Bilder.

Verfasst am 10.11.2012

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Einige, die sich für professionelle Kurzwellenempfänger interessieren ist die grosse Ähnlichkeit zwischen dem Ten-Tec RX340 und dem Watkins Johnson HF1000 bestimmt aufgefallen. Diese Ähnlichkeit ist kein Zufall, denn Ursprünglich hatten beide Geräte den selben Urvater. Dieser Urvater war ein Gemeinschaftsprojekt von Ten-Tec & Watkins Johnson. Wie kam das zustande? Seinerzeit, so um 1991, vergab die NSA (National Security Agency) ein Projekt mit dem Ziel, eine neue Generation von Überwachungsempfängern unter der Preismarke von 10'000USD  bauen zu lassen. Dazumal wurde der Markt vornehmlich von Watkins Johnson, Racal und Cubic dominiert. Ten-Tec wollte auch dieser Gruppe beitreten. So begann die Zusammenarbeit von Ten-Tec und Watkins Johnson. Ein Jahr lang arbeiteten die Ingenieure beider Unternehmen zusammen um die NSA Spezifikationen unter die 10kUSD- Grenze zu bekommen. Schliesslich war der Zeitpunkt gekommen, der NSA die neue Gerätegeneration zu presentieren. Doch "WJ" ging überraschend ihren eigenen Weg und stellte eine neue Spezifikation vor. Die neue Spezifikation besagte, dass die Geräte 20'000 Stunden ununterbrochenen Störungsfreien Betrieb aushalten müssten. Diese Spezifikation wird bei der Raumfahrttechnik angewandt. Das konnte Ten-Tec zu diesem Zeitpunkt nicht garantieren und wurde so aus diesem Geschäft gedrängt. Für "WJ" war diese Spezifikation kein Problem, weil sie schon Jahrelang Geräte baute die die Militär Spec's einhielt. Doch "TT" wehrte sich und baute den RX330 und ging damit ihren eigenen Weg. Ein HF Empfänger der nur über PC steuerbar war. Damit hatten sie sehr guten Erfolg und die RX330 fanden grossen Absatz bei den Militärs. Aus dem RX330 wurde später dann der RX340. Ein DSP- Empfänger mit Frontplattenbedienung. Der RX340 wird heute noch gebaut und wird auch Kommerziell eingesetzt.

 

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Watkins Johnson HF-1000

Watkins Johnson war ein amerikanischer Hersteller professioneller Kommunikationstechnik. Sie produzierten Geräte für das Militär und sonstigen Behörden mit speziellen Aufgaben. Zu den Kunden zählten auch die NASA und die NSA (National Security Agency). Durch eine Projektvergabe der NSA, entstand um 1991 der WJ-8711, der Vorgänger des HF-1000. Weil auch die zivile Welt Interesse an diesem Empfänger hatte, wurde um 1994 der HF-1000 am Markt eingeführt.

Der Watkins Johnson HF-1000 ist ein DSP- Kurzwellenempfänger, ganz ähnlich aufgebaut wie der Ten-Tec RX340. Beide Geräte haben weitgehend die selbe Entwicklung hinter sich. Der HF-1000 ist wie viele andere Profigeräte eher selten anzutreffen. Ab und zu tauchen solche Geräte im Ebay auf und wechseln zu stolzen Preisen den Besitzer.

Die wichtigsten Eckdaten:
Frequenzbereich: 5khz - 30Mhz
Abstimmschrittweiten: Frei wählbar
Betriebsarten: AM, SAM, USB, LSB, CW, ISB, FM
Bandbreitenfilter: 58 digitale Filter (DSP) von 56Hz - 8Khz
AGC: Fast, Medium, Slow, Manuell (Abfallzeiten einstellbar)
100 Speicherplätze mit Scanfunktionen
BITE Test (Selbsttestfunktion)
Gutes Grosssignalverhalten
Grosser Abstimmknopf
19" Bauweise
Gewicht: 6kg

Als der Kollege mir den HF-1000 brachte war ich schon etwas aufgeregt! In alten Tests hiess es, der HF-1000 mache süchtig. Nun, dann wollen wir uns mal an die Droge heranwagen. Gegen Abend nahm ich den HF-1000 in Betrieb. Klar, erst muss man sich mit dem Gerät vertraut machen und mal etwas an den Knöpfen drehen. In der ersten halben Stunde fiel mir auf, das der Lüfter des Gerätes ziemlich laut vor sich hin surrte. Ich legte meine Hand auf den Empfänger um die Temperatur zu checken. Komisch, der HF-1000 war nicht mal Handwarm. Ich beugte mich mal übers Gerät und suchte den Lüfter, fand aber keinen! So musste ich verdutzt feststellen, das dieses laute surren aus dem Lautsprecher des Gerätes kam. Ich dachte, das Lautsprecherkabel ist womöglich nicht richtig eingesteckt und öffnete mal das Gerät. Fehlanzeige! Alles war richtig eingesteckt. Durch das ungünstige Platinenlayout gibt es digitale Einstreuungen in die Audioleitungen. Auch der Kopfhörerausgang ist davon betroffen. Dort rauscht es vernehmlich, auch ohne das die Lautstärke aufgedreht ist. Ich habe mich bei einem Spezialisten in den USA erkundigt und er bestätige die Audioprobleme der ersten HF-1000. Angeblich haben die nachfolgenden HF-1000A dieses Problem nicht mehr.

Mit einem Equalizer konnte ich die störenden Artefakte weitgehend unterdrücken. Bei ganzen schwachen Stationen und wenn man den RF-Gain etwas zurückregelte, waren die Artefakte trotzdem noch im Hintergrund zu hören.

Das war der erste Dämpfer, der nächste liess nicht lange auf sich warten.

Jetzt, wo die digitalen Artefakte fast nicht mehr zu hören sind, macht sich was anderes bemerkbar. Die miserable AGC! Bei jeder Einstellung kratzte die Wiedergabe das Signals ganz fürchterlich. Nur mit manueller Verstärkungsregelung liess sich dieses schwere Manko umgehen. Ich dachte mir, das kann doch nicht wahr sein. Das soll der sagenumwobene HF-1000 sein? So machte ich mich noch mal auf die Suche nach Antworten. Diese war dann recht schnell gefunden. Dieser HF-1000 hatte noch eine uralte Firmware installiert. Bei einem Spezialisten in den USA bekam ich die letzte Firmware die mit diesem HF-1000 funktionierte. Diese Firmware liess ich dann auf die zwei Eprom's brennen. Das kostete zum Glück nur etwas Recherche und 48USD mit Versand.

So, nach zwei Wochen konnte ich endlich mit den Empfangsversuchen beginnen. Die neue Firmware bot eine wesentlich verbesserte AGC und 4Khz Bandbreite für SSB. Ich verglich den HF-1000 hauptsächlich mit dem Reuter RDR50C2 und dem JRC NRD525, der die Kiwa- Modifikation hat.

Der HF-1000 hat eine wunderbar breitbandige Audiowiedergabe. Er hat einen schönen Bassbereich und klingt sehr hell. Die Verständlichkeit ist enorm. Er klingt sehr ähnlich wie der RDR50C2, nur das die Verständlichkeit des HF-1000 an der Grasnarbe eine Spur besser ist. Der NRD525 klingt trotz Kiwa Mod. schon fast wieder Dumpf. In Sachen Empfindlichkeit ist der HF-1000 etwa gleich wie die anderen zwei Empfänger. Ausser in den oberen Frequenzen (11m - 10m Band) fällt die Empfindlichkeit geringfügig ab. Da sind die anderen zwei leicht im Vorteil. Der schaltbare Vorverstärker des HF-1000 bringt keinen wirklichen Vorteil, nur mehr Rauschen. Was wiederum ein bisschen enttäuschte war das fehlen des Passband Tunings (PBT) in der Betriebsart SSB. Dieser war nur in CW aktiv. Der Noiseblanker funktionierte sehr gut und konnte die hiesigen Weidezaunimpulse sehr gut rausfiltern. Exzellent ist auch das Notchfilter. Dieser blendet Störer praktisch restlos aus. Eines der besten Notchfilter die ich bis jetzt an einem Tischgerät fand. Der Empfang von Rundfunkstationen in AM Synchron (SAM) war ein Genuss erster Güte. Der Synchrondetektor verlor sehr selten die Synchronisation und brachte auch schwach einfallende Stationen in sehr guter Qualität. Leider liessen sich die Seitenbänder nicht wechseln um Seitenbandstörungen zu umgehen.

Die Bedienung des HF-1000 ist recht einfach. Die Anleitung musste nur für die selten benötigten Funktionen zur Hand genommen werden. Eines bereitete mir Kopfschmerzen! Die mechanische Qualität des HF-1000. Die ist einfach schlecht. Ich habe selten eine so billig zusammengebaute Blechkiste gesehen. Auch die Front wird einem Profigerät nicht gerecht. Die ist wie beim RX340 aus einer bedruckten Selbstklebefolie. Bei ungünstigen Umgebungsbedingungen löst sich diese schnell ab. Kurz gesagt, an der Mechanik wurde gewaltig gespart!

Fazit:

Es ist nicht einfach dieses Gerät der ersten Stunde einzuschätzen, weil nachfolgende Versionen doch erheblich verbessert wurden. In dieser Version bietet das Gerät nicht den vollen Funktionsumfang. Ein paar wichtige Funktionen wie das Passband Tuning in SSB und die schaltbaren Seitenbänder im SAM- Modus gibt es hier nicht. Lässt man das bei Seite und sieht man auch von den digitalen Einstreuungen in die Audiokanäle ab, liefert der DSP- Empfänger einen wunderbaren Empfang mit exzellenter Trennschärfe und Verständlichkeit. Er ist sehr einfach zu bedienen und man kommt auf Anhieb klar mit ihm. Nicht gut ist die mechanische Verarbeitungsqualität. Die ist billig.

Trotz einiger Ausrutscher muss man den HF-1000 als Spitzenempfänger bezeichnen. Selten habe ich eine so klare und verständliche Widergabe des Signals gehört.

Tipp: Beim Kauf eines HF-1000 sollte unbedingt darauf geachtet werden das
-- der Preselektor eingebaut ist
-- die angezeigte Firmware mindestens 04.01.03 ist
-- der BITE Test ohne Fehler durchläuft
-- die Audio frei ist von digitalen Artefakten

Verfasst am 30.11.2014

 
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HD Video des HF-1000
 

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