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Loopverstärker Bluewave & Red-Fox von Stampfl

 

Mitte 2016 hatte ich wie schon oft, Kontakt mit Heinz Stampfl wegen seiner interessanten Empfängerprojekte die in der Szene mittlerweile bekannt sind. Allen voran der Junior1 Empfängerbausatz. Während unserem Gespräch erzählte mir Heinz, er baue gerade einen Loopverstärker. Das liess mich aufhorchen, weil ich immer auf der Suche nach neuem und Interessantem für den Kurzwellenempfang bin. Ich kündigte sofort mein Interesse an, falls es mal was zu testen geben würde.

Ein paar Wochen später erhielt ich tatsächlich den ersten Verstärkerprototypen. Heinz warnte mich vor, dass der Verstärker keine grossen Loops vertragen würde. Was dann auch so war! In Teilbereichen der Kurzwelle spielte der Prototyp-Verstärker ganz gut an einer Loop mit etwa 2m Umfang. Langwelle und Mittelwelle hingegen, waren am Abend übersäht mit Intermodulationsprodukten. Das war nicht zufriedenstellend! Einerseits wollte Heinz einen einfachen Verstärker der leicht nachzubauen war, andererseits sollte dieser doch mindestens an kleinen Loops gut arbeiten.

Einer der ersten Verstärker-Prototypen

Nach Schaltungs- und Konzeptänderungen des Verstärkers kristallisierte sich heraus, dass einfache Bauweise und gute Performance sich nicht einfach unter einen Hut bringen lassen.

Manchmal braucht es von aussen ein paar Impulse um weiter zu kommen. So wurde Günter Mandel DL4ZAO angefragt. Günter war schon bei der BCL-Loop11 sehr Hilfsbereit und konnte gute Ideen zum Schaltungskonzept beitragen. Das erwies sich auch hier als der richtige Schritt.  Die Zusammenarbeit mit Günter trug wieder Früchte. Nach der dritten Versuchsplatine war der Verstärker soweit.

Nicht zu vergessen bei so einem Verstärkerprojekt ist die Fernspeiseweiche. Sie ist genauso wichtig. Sie versorgt den Verstärker mit der nötigen Betriebsspannung und trennt das HF-Signal (Hochfrequenz) von der Versorgungsspannung, bevor es in den Empfänger geht. Ist diese falsch konzipiert, kann der Verstärker seine Leistung nicht voll ausschöpfen. Erhöhtes Rauschen in bestimmten Frequenzbereichen ist die Folge. Der Fernspeiseweiche wurde deshalb auch besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Es zeigte sich, dass von Hand gewickelte Ringkerne bessere Ergebnisse lieferten als fertig gekaufte. Das reduzierte das Rauschen erheblich.

Der Stampfl Loopverstärker "Red-Fox" war somit geboren und wurde daraufhin mit  der NTi ML200 verglichen. Sozusagen für eine Standortbestimmung. Für mich als Hobbytester immer ein besonderes Vergnügen, als erster etwas testen und beurteilen zu dürfen. Der Red-Fox Verstärker ist für den Frequenzbereich 50KHz - 30MHz konzipiert, empfängt aber auch darunter und darüber, wie Vergleiche gezeigt haben.

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Auf den Bildern oben die Red-Fox in der Auslieferungsbox mit dem mitgelieferten Zubehör.
 
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Der Red-Fox Verstärker in einem Hensel IP55-Gehäuse sowie die Fernspeiseweiche in ein Aluminiumgehäuse eingebaut .

Der Empfangsvergleich Red-Fox vs. NTi ML200

Die Vergleiche wurden an identischen Loops gemacht. Sie haben einen Umfang von 4.3m und standen etwa 2m voneinander weg. Es zeigte sich schnell, das die Red-Fox im Vergleich mit der ML200 weniger Pegel brachte. Im Mittel etwa -15dB weniger. Sie war wohl sehr ruhig im Empfang, lieferte aber zuwenig Pegel für Hardcore-DX. So musste eine grössere Loop her.

Auf dem Mast, der keine 3m nebenan steht, habe ich meine grosse Loop mit knapp 8m Umfang montiert, an der normalerweise die ML200 ihren Dienst tut. An der schloss ich dann die Red-Fox an. Jetzt waren die Signale wesentlich stärker! Im VLF-Bereich war auf 19.6KHz sogar der französische Marinesender HWU mit starkem Pegel und gutem SNR zu empfangen. Fast gleich gut wie mit der ML200 an der 4.3m Loop. LW und MW war kein Thema an der grossen Loop. Nicht so starke Pegel wie mit der ML200, aber durchaus brauchbar. Auf der Kurzwelle vermochte die Red-Fox an der 8m Loop dann zu überzeugen. Angenehm ruhige Signale mit gutem SNR. Auch hier machte sich der geringe Verstärkungsgrad bemerkbar. Die ML200 brachte auch hier etwas mehr Pegel, war aber dadurch nicht so angenehm im Rauschverhalten. Im laufe des Tests und Vergleiche stellte ich fest, dass die Red-Fox noch grössere Loops verträgt. Provisorisch an einer grossen Schlaufe mit etwa 20m  angehängt, brachte die Red-Fox saubere Signale ohne Intermodulationen. Dafür war sie wie geschaffen!

Im November 2016 nahm ich am DX-Camp im Holzerbachtal bei Solingen teil. Das ist immer eine gute Gelegenheit um Antennen zu testen und zu vergleichen. So nahm ich die Red-Fox mit aufs DX-Camp. Dort habe ich sie zusammen mit einem Kollegen an einer Horizontalen Loop mit 50m Umfang angeschlossen. Nach ein paar Aufbauschwierigkeiten wegen dem unebenem Gelände, fanden wird dann die passende Loop-Grösse und Form. Es zeichnete sich schon am Nachmittag ab, dass die Red-Fox an dieser sehr grossen Delta-Loop gut funktionierte. Intermodulationen waren keine festzustellen. In den Abendstunden konnte die Horizontale Delta-Loop mit der Red-Fox Signale liefern, die keine andere Antenne so brachte. Ausser meine Kreuzloop mit dem Reuter-Verstärker, konnte die Signale fast so gut bringen.

Oben: Die Red-Fox an der horizontal Delta-Loop mit 50m Umfang am DX-Camp.

Fazit:

Der Red-Fox Loopverstärker kommt nicht an die NTi ML200 heran. Dafür hat sie zu wenig Verstärkung. Sie ist aber dafür geeignet, um an sehr grossen Loops betrieben zu werden. Umfänge von 10m bis 50m (liegende Loop) sollte die Red-Fox vertragen, abhängig von der HF-Umgebung. Durch die einfache und übersichtliche Bauweise mit hochwertigen Bauteilen die am Markt problemlos erhältlich sind, kann sie leicht repariert oder modifiziert werden. Die Red-Fox eignet sich sehr gut zum experimentieren und für SWL's, die kein Hardcore-DX betreiben. Geliefert wird der Verstärker mit der Fernspeiseweiche und dem Schaltplan sowie ein DC-Stecker mit Kabel.

Top Preis/Leistung!

Bezugsquelle: Heinz Stampfl (HB9KOC)

 

Bluewave Loopverstärker von Stampfl

Das gesetzte Ziel, einen Leistungsfähigen und einfach gebauten Loop-Verstärker zu entwerfen, entpuppte sich schwieriger als gedacht und war an dieser Stelle nicht erreicht. So wurde dieses Ziel weiter verfolgt. Nach kurzer Verschnaufpause, griff Heinz die Red-Fox noch mal auf und modifizierte sie wieder mehrere Male. Wie vorangehend, wurde das Konzept des einfach aufgebauten Verstärkers, beibehalten. Mittlerweile waren die drei beteiligten Personen gut eingespielt, das wir eine WhatsApp Gruppe bildeten, um die Kommunikation zu vereinfachen und zu beschleunigen. Das Prinzip war einfach; Heinz(HB9KOC) entwarf die Schaltung, Günter(DL4ZAO) gab seine wertvollen Tipps dazu, und ich testete das ganze. Um den Bluewave Verstärker etwas Flexibilität zu verleihen, wurde ihm ein Jumper eingebaut der es ermöglicht, der Empfangspegel um ca. -5dB zu reduzieren. Vor allem bei grossen Loops über 5m Umfang kann eine Pegelanpassung von Vorteil sein. Der Frequenzbereich geht von 50KHz - 30MHz, empfängt aber auch bis in den UKW-Bereich. Für oberhalb 30MHz ist der Verstärker nicht ausgelegt.

Für den Ausseneinsatz baute ich den Bluewave-Verstärker in ein Wasserdichtes Hensel Gehäuse ein. Auch die Fernspeiseweiche bekam eine schöne Hammond Behausung aus Aluminium. Für Fernspeiseweichen verwende ich nur noch Aluminiumgehäuse, weil diese gegen Störeinstrahlung abschirmen. Heutzutage hat man mehr als genug Störer in der Nähe, die den Empfang beinträchtigen können.

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Nach einigen Prototypen, war dann Anfangs Januar 2017 die endgültige Version des Bluewave-Verstärkers für den Test und Vergleich bereit. Wieder nahm ich den bewährten Topverstärker NTi ML200 als Referenz an einer gleich grossen Loop. So konnte der Vergleich beginnen.

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Der Empfang

Wir starten wie immer auf der tiefsten Frequenz wo noch was zu empfangen ist. Der Empfang des Marinesenders HWU aus Frankreich. Die Bluewave kommt auf den untersten Frequenzen nicht an die ML200 heran, den der Frequenzbereich der Bluewave beginnt bei 50KHz! Bei 60KHz sieht es schon besser aus. Die Bluewave bringt hier einen etwas höheren Pegel als die ML200. Das wichtige SNR ist bei beiden Antennen gleich.

Auf der Lang und Mittelwelle konnte ich die beiden Antennen kaum auseinanderhalten. Absolut identisches Empfangsverhalten. Intermodulationen war auf den unteren Frequenzen keine festzustellen.

Auf der unteren Kurzwelle ging es ähnlich zu und her. Ab etwa 3MHz waren dann doch Unterschiede zugunsten der ML200 zu hören. Sehr schwache Sender, die nur mit Mühe zu verstehen waren, kamen mit der ML200 eine Spur besser. Die Bluewave brachte die sehr schwachen Sender wohl auch, aber das SNR (Signal/Rauschabstand) war nicht ganz so gut wie bei der ML200. Anzumerken seih hier, das wir uns an der Hörgrenze bewegen, der sogenannten "Grasnarbe". Auf der restlichen Kurzwelle bis etwa 20MHz waren die Unterschiede zwischen den beiden Verstärkern sehr klein. Mal brachte die eine das Signal etwas besser, mal die andere. Aber über alles gesehen, unterliegt die Bluewave etwas. Oberhalb 20MHz war die Bluewave dann etwas besser als die ML200. Der 10m Bakensender auf 28257KHz war mit der Bluewave mit deutlich besserem SNR und höherem Pegel zu empfangen.

Fazit:

Ziel erreicht! Die Stampfl Bluewave bringt das, was man angestrebt hatte. Sehr guten Empfang! Sie ist dem Top-Verstärker ML200 fast gleichauf. Die Empfangsleistungen sind respektabel. Trotz des einfachen Aufbaus ähnlich der Red-Fox, kann sie weitgehend mit den Top-Verstärkern mithalten. Ein echter Geheimtipp!

Top Preis/Leistung!

Bezugsquelle: Heinz Stampfl (HB9KOC)

gepostet: 16.01.2017

 

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