Empfänger
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Stations- Empfänger

AOR AR7030DRM AOR AR7030 Plus AOR AR3030 AOR AR5000 AOR AR8600 MK2 Alinco DX-R8E
Drake R7 Drake R8 Drake R8B JRC NRD-345G JRC NRD-515
JRC NRD-525
JRC NRD-535D  JRC NRD-535DG
JRC NRD-545 DSP
Icom IC-R71E Icom IC-R72 Icom IC-R75
Icom IC-R8500 Icom IC-R8600 Kenwood R-600 Kenwood R-1000 Kenwood R-5000 Kneisner+Doering KWZ30
Lowe HF-150 Lowe HF-225 Lowe HF-225 Europa Lowe HF-250 Lowe HF-350 Palstar R30A 
Ten Tec RX-350 Yaesu FRG-8800 Yaesu FRG-100 Yaesu VR-5000    

 

SDR - Software Defined Radio

AOR AR-DV1 DX

CiaoRadio H101 CommRadio CR-1 ELAD FDM-DUOr ELAD FDM-S1 ELAD FDM-S2
Enablia TitanSDR Expert E. ColibriDDC SDR ColibriNANO Microtelecom FM+ Icom IC-R8600 KiwiSDR
Perseus SDR RadioJet 1102S RF-Space NetSDR+ RF-Space Cloud-IQ RF-Space SDR-IQ Reuter RDR50B
Reuter RDR54 Reuter RDR55D S9-C Rabbit SDR ThumbNet N3 SDR Winradio Excalibur  

 

Profi- Empfänger

AEG E800/2

AEG/Telefunken E1800/3

Enablia TitanSDR Hagenuk RX 1001 M Icom IC-R9500 Lowe HF-235
Racal RA1792 Racal RA3712 Reuter RDR54 Reuter RDR55D RFT EKD 500 SRT CR91
Telefunken E1501 Telefunken E1700 Ten-Tec RX340 Watkins Johnson HF-1000 Cubic CDR-3250  

 

Portable Weltempfänger

Degen DE1105 Degen DE1106 Eton E5 Eton / Lextronix E1 Grundig Yacht Boy 80 Grundig G6 Aviator
Panasonic RF-B65
Redsun RP300
Redsun RP2100 Sangean ATS-909X Sony CRF-1 Sony ICF-SW07
Sony ICF-S W7600GR Sony ICF-SW100S Sony ICF-2001D Sony ICF-SW55 Sony ICF-SW77 Tecsun PL-350
Tecsun PL-600 Tecsun PL-880 Tecsun S-8800e      

 

Empfänger Bausätze

Junior 1 von Stampfl          

 

Portable Weltempfänger

 

Panasonic RF-B65

Der RF-R65 sollte jedem KW-Freak ein Begriff sein. Ist er doch gemäss alter Tests der beste kleinportable Weltempfänger. Ich habe ihn mit den Sony ICF-SW55 vergleichen können. Was er jedenfalls besser kann als der SW55, ist die Verträglichkeit gegenüber starker Signale! Beim SW55 war im Bereich zwischen 5000Khz bis ca. 5500Khz einige Spiegelfrequenzen aus dem 49m Band mit recht starken Signalen hörbar. Der B65 glänzt hier ganz einfach... nicht eine Spiegelfrequenz. Dies natürlich mit der eigenen Teleskopantenne. In der heutigen Zeit und in Ballungsgebieten mit sehr starken Signalen, sollte man einem portablen Empfänger keine Wunder abverlangen. Die meist bei solchen Geräten beiliegende aufgerollte Drahtantenne, sollte man lieber in der Schachtel lassen. Diese führen allermeist zur Übersteuerung des Empfängers. Meine Devise hier: "Weniger ist mehr". Der B65 glänzt nicht mit ein Haufen Speicher oder sonstigem Schnickschnack, er ist einfach sehr gut in dem was man von einem Radio erwartet: nämlich guter Empfang! Die RF-B65 kommen langsam in die Jahre. Vorsicht beim Kauf eines solchen

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Redsun RP300

Der RP300 kam etwa zur gleichen Zeit wie der Redsun RP2100 auf den chinesischen Markt. Was bietet der RP300? Als erstes fallen seine winzigen Abmessungen ins Auge. Mit den Massen BxHxT 120x75x25mm ist er wirklich klein. Die Antenne ist gerade mal 45cm lang! Dennoch bietet er die üblichen Spielereien die ein modernes chinesisches Gerät heute mit sich bringt. DSP hat er nicht! Er bietet 200 Speicher, einen automatischen Suchlauf ohne Stummschaltung des Empfangs(!), praktisch eine Geräuschlose Abstimmung, UKW von 70-108Mhz(in Stereo über Kopfhörer), Mittelwelle von 520-1710Khz, Kurzwelle in zwei Bändern, SW1> 2300-7500Khz, SW2> 9200-22000Khz, usw...
Der Empfang:
Bei einem Kaufpreis von ca. 33USD darf man keine Wunder erwarten von dem Winzling. Bei einigen Stationen im Kurzwellen- und Mittelwellenband macht sich eine nicht allzu gute Abschirmung der Elektronik bemerkbar. Es mischen sich Störgeräusche unter die Sender. Das hört man aber nur gut, wenn man einen Ohrhörer benutzt. Das Grosssignalverhalten ist schlecht, wie erwartet. Versuche, den Empfang durch verlängern der Antenne zu verbessern, schlagen fehl, weil der kleine dann übersteuert. Aber im direkten Vergleich mit dem Grundig G6 Aviator, der von der Grösse her etwa gleich ist, schlägt sich der Redsun RP300 nicht mal schlecht! In der Empfindlichkeit auf der Mittelwelle schlägt er den Grundig ganz klar. Sogar der Tecsun PL-600 der für einen Vergleich kurz herhalten musste, war nicht besser auf Mittelwelle. Der kleine ist also ganz gut in diesem Frequenzbereich. Die Kurzwelle war dann im grossen und ganzen etwa gleich gut wie der Grundig G6 Aviator. Trennschärfe ist auch etwa gleich wie beim G6.
Auf UKW kann der RP300 zufrieden stellen. Empfindlichkeit, Rauschen, Trennschärfe sind nicht schlechter als beim Vergleichsgerät.
Geht man vom Verkaufspreis von 33USD & 10 USD Versand aus, so ist der Redsun RP300 ein durchaus interessantes Gerät! Wer nicht allzu grosse Ansprüche hat, wird mit den RP300 zufrieden sein. Gutes Preis/Leistung Verhältnis.

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Redsun RP2100

Aus China, habe ich mir diesen Weltempfänger, den „Redsun RP2100“ schicken lassen. Eigentlich für den chinesischen Markt gebaut, wurde nun auch eine Version mit englischer Beschriftung, wenn auch nicht ganz Fehlerfrei für den übrigen Markt hergestellt. Er wird in Europa nun als "Elta 3569" angeboten. Der RP2100 ist ein Weltempfänger, hauptsächlich für den Rundfunkhörer. Er beherrscht UKW von 87 – 108Mhz, die Mittelwelle und die Kurzwelle, aufgeteilt in SW1, SW2 und SW3, von 1’711Khz – 30’000Khz. Für jeden Bandabschnitt stehen 10 Speicherplätze zur Verfügung. Im ganzen also 50 an der Zahl. Um es vorneweg zusagen, so eine eigenartige Speichereinteilung habe ich noch nie gesehen. Aber der RP2100 hat noch eine andere Sache, die für einen portablen, günstigen Weltempfänger zurzeit einzigartig ist. Und zwar hat er einen IF- Ausgang. An diesem IF- Ausgang kann man einen noch nicht lieferbaren DRM, SSB- Decoder anschliessen. Das gab es bis jetzt noch nie bei einen so günstigen Empfänger. Er kostet ganze 100$US mit Versand! Nebenbei erwähnt, hat er noch 2 Weckfunktionen, getrennte Höhen und Bass Einstellung, 2 schaltbare Bandbreiten für MW & KW und ein RF-Gain. Alles weitere sieht man auf dem schönen grossen Display. Er hat auch einen Anschluss für eine externe Antenne, allerdings muss man Fernsehstecker verwenden. Auch einzigartig: Der RP2100 kann wahlweise mit zwei Batterietypen betrieben werden. Per Schalter wählbar. Die Verarbeitung des Gerätes ist weitgehend gut und robust. Die Teleskopantenne ist auch von guter Qualität. So als Vergleich: Die Verarbeitung des RP2100 ist besser als die des Sony ICF-SW77. Bei diesem knarrt das Gehäuse ganz schön. Über die Antenne des SW77 will ich mich hier nicht äussern :-(
Wie ist den nun der Empfang: Gut bis sehr gut. In der Empfindlichkeit kommt er nicht ganz an den SW77 heran. Der RP2100 rauscht auch ein klein wenig mehr. Das Grosssignalverhalten ist auch nicht gerade das gelbe von Ei, also nicht besonders. Der obere Frequenzbereich wird irgendwie als Müllhalde benutzt, so kommt es mir vor. Ab ca.25Mhz sind ein Haufen Spiegelfrequenzen und Signalgemische zu hören, mit der Teleskopantenne natürlich. Interessanterweise ist zwischen dem 41m und dem 49m Band fast keine Effekte hörbar. Man beachte aber, die Grosssignalgeschichte ist sehr abhängig vom jeweiligen Standort. Nun aber zum positiven. Der RP2100 hat ganz einfach ein Superklang. Da klingt der SW77 im direkten Vergleich sehr dumpf. Der Klang erinnert mich an ganz frühe Zeiten, als man noch mit den grossen Röhrenradios die Mittelwelle hörte. So etwa klingt der RP2100.
Richtig satt und schön. Es macht richtig Spass durch die Mittelwelle zu kurbeln, weil auch die Abstimmung fast keine Geräusche erzeugt. Da ist der SW77 eine absolute Nervensäge, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Bandbreitenschaltung ist auch sehr gut gewählt. Wenn man auf die schmälere Bandbreite schaltet, so reduziert sich das Rauschen, aber der Klang wird kaum dumpf.
Auf UKW spielt er auch sehr gut, sogar in Stereo über Kopfhörer oder Line-out. Er ist etwas trennschärfer als der SW77 und klingt besser.
Wer einfach gut und gemütlich Radio hören will ohne dafür tief in die Tasche greifen zu müssen, dann ist der RP2100 eine gute Wahl.

 

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Sangean ATS-909X

Der Sangean ATS-909X ist der direkte Nachfolger des bekannten ATS-909W. Dieser neue ATS-909X wurde in ein paar Punkten geändert im Vergleich zum ATA909W. Insbesondere im UKW Empfang. Dieser wird beim 909X digital realisiert. Das macht sich durch die sehr gute Trennschärfe und dem ausgezeichneten Klang bemerkbar. Das RDS, diese Funktion beherrscht der alte 909W auch, scheint beim 909X etwas schneller zu reagieren und beherbergt alle RDS Funktionen, Ja, sogar die interne Uhr wird mittels RDS synchronisiert.
Auf der Kurzwelle scheint sich nicht viel gegenüber dem alten 909W geändert zu haben. Der Empfang ist recht gut, auch das Grosssignalverhalten an der Teleskopantenne ist ok. Übersteuerungen konnten keine festgestellt werden. Allerdings wird auch beim 909X die etwas schwache Empfindlichkeit bemängelt. Dem kann man abhelfen, wenn man von einem Fachmann wie Henry Mohr, Charly Hardt oder Jürgen Martens einen kleinen Antennenverstärker einbauen lässt. Allerdings geht das ein bisschen auf die kosten des Grosssignalverhaltens! Der Empfang auf Langwelle und Mittelwelle ist zufriedenstellend. Der Sony ICF-7600GR empfängt auf LW & MW deutlich besser. Der SSB Empfang von Amateurfunk usw. klappt recht gut. Die Schrittweite von 40Hz in SSB hat sich gegenüber dem alten auch nicht geändert.
Was sich sonst noch gegenüber dem alten 909W geändert hat; die Abstimmung auf LW, MW & KW hat keine Rauschunterbrüche mehr. Es ist jetzt wesentlich angenehmer, ohne diese Rauschunterbrüche durchs Band kurbeln zu können. Was sofort ins Auge sticht, ist das neue Design des 909X. Dieses finde ich sehr gelungen! Auch das schöne und auf Knopfdruck beleuchtbare Display ist erste Sahne! Der 909X besitzt 406 alphanumerische Speicher, der 909W hatte 306. Die Bandbreitenumschaltung für AM ist nicht besonders wirkungsvoll, wie beim alten 909W auch.
Ein kleines, aber doch wichtiges Detail ist beim 909X nicht gelungen! Sangean hat am Drehknopfencoder gespart!! Dieser ist wie beim alten 909W gerastert. Zum einen fällt auf, das dieses Abstimmrad etwas Spiel hat. Dieses Spiel kommt von der billigen Mechanik des Abstimmencoders. Wegen diesem Spiel, wird in gewissen Rasterpositionen die eingestellte Frequenz nicht sauber gehalten. Bewegt man das Abstimmrad innerhalb eines Rasters, verstellt sich die Frequenz um mehrere Schritte! Das darf nicht sein! Bei meinem Gerät waren drei Rastpositionen davon betroffen.
Wer den Kauf des 909X plant, in der Hoffnung auf besseren Empfang auf LW, MW und KW, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Er ist nicht besser und nicht schlechter als der alte 909W! Ausser im UKW Empfang. Hier kann der 909X trumpfen durch den digitalen Empfänger. Der Klang ist generell besser als beim 909W.
Der 909X ist ein sehr schönes Gerät das Spass macht und den gewohnten Empfang des Vorgängers bietet.

Verfasst am 09.03.2012

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Sony ICF-SW55

Der Sony ICF-SW55 ist ein sehr bekannter, wie auch guter Weltempfänger mit etlichen Sonderfunktionen wie 125 alphanumerische Speicher, Timer, Weltzeituhr, SSB, etc., etc. Der Empfang auf KW ist sehr gut zu gebrauchen. SSB Empfang funktioniert auch sehr gut. Doch all zu oft, leistet sich der SW55 grobe Ausrutscher in Sachen Spiegelfrequenzen. Das scheint irgendwie eine allgemeine Krankheit zumindest bei den kleinen Portables von Sony zu sein. Meist sind Stationen um 910Khz neben der eigentlichen Sendefrequenz zu hören, und das mit ziemlichen Signalstärken. Sieht man von dem ab, ist der SW55 ein Topgerät der viele Funktionen auf kleinstem Raum bietet wie kein anderer.
Kleiner Tipp: In Mitteleuropa wo sehr starke Sender einfallen, den SW55 nur mit der Teleskopantenne betreiben. So hat man einen saubereren Empfang (weniger ist mehr).

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Sony ICF-2001D

Eigentlich ohne in gesucht zu haben, bin ich trotzdem über in gestolpert; den Sony ICF-2001D. Nachdem ich rausgefunden hatte, wer der Verkäufer war, musste ich ihn einfach kaufen. Denn, der Eigentümer war mir bekannt und gilt als sehr pfleglich im Umgang mit seinen Geräten. Über den ICF-2001D muss ich an dieser Stelle nicht viel schreiben, gilt er doch als der beste portable Weltempfänger, der bis jetzt gebaut wurde! Da die ICF-2001D mittlerweile in die Jahre gekommen sind, sie wurden in den achtziger Jahren gebaut, ist beim kauf solcher Geräte unbedingt ein Test vor dem Kauf empfehlenswert. Im Laufe der Jahre verändern sich die elektrischen Werte der Bauteile und dies führt zu schlechten Empfangseigenschaften oder gar zu defekten. Zum Glück aber, ist mein ICF-2001D fit. Er war mal bei Jürgen Martens und wurde durchgecheckt. Im gleichen Zug wurde ihm ein hochwertiges Schmalbandfilter, der Murata CFJ455K5, 2.4Khz installiert.
Der ICF-2001D vermag zu begeistern. Sehr guter Empfang auf allen Bändern und das ohne Grosssignalprobleme. Der Synchrondetektor mit schaltbaren Seitenbändern ist sehr wirkungsvolles Werkzeug gegen schwankende Sender. Auch auf SSB spielt der ICF-2001D wunderbar. Seefunk ohne Flugfunk auf KW ist überhaupt kein Problem. Dann habe ich mal den ICF-2001D an die Wellbrook ALA1530S+ angeschlossen und mit meinen stationären Empfängern verglichen. Was mit den stationären gehört werden konnte, konnte auch der ICF-2001D hörbar machen. Zu meinem erstaunen, produzierte der ICF-2001D sehr wenige Übersteuerungseffekte!! Er kann also durchaus mit Leistungsfähigen Antennen betrieben werden. Allerdings sollte man es nicht übertreiben. Er ist ein portabler Empfänger und ist hauptsächlich auf seine Teleskopantenne und auf eher Leistungsschwache Aussenantennen ausgelegt. Der ICF-2001D ist absolut DX-tauglich, aber das wissen ja schon alle. Versuche mit externen Antennen lohnen sich bei diesem Gerät durchaus.
Unterm Strich lässt sich sagen, das der Sony ICF-2001D ein toller Empfänger ist, immer noch! Der Synchrondetektor geniesst nicht ohne Grund grosse beliebtheit. Der ICF-2001D ist einfach zu bedienen und ist robust gebaut. Wer so ein Gerät findet der noch in schönem, funktionsfähigen Zustand ist, der sollte zugreifen.

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Sony ICF-SW77

Der Sony ICF-SW77 war der letzte grosse Weltempfänger von Sony, was eigentlich schade ist. Als direkter Nachfolger vom Sony ICF-2001D musste sich der SW77 viele Vergleichtests über sich ergehen lassen. Mal war der eine, mal war der andere besser…Der SW77 geht von 150khz bis 30’000khz durchgehend in AM, AM Synchron und SSB. UKW beherrscht er selbstverständlich auch, von 87,5 bis 108Mhz, über Kopfhörer in Stereo. Er bietet in der manuellen Abstimmung auf KW Schrittweiten von 1khz und 50hz. Zudem besitzt er 162 Speicher die sich alphanumerisch bezeichnen lassen. Ein Anschluss für eine externe Antenne und ein Line out sind seitlich angebracht. Selbstverständlich sind Timer, Wecker und sonstige Spielereien mit eingebaut. Die Verarbeitung ist mässig. Da macht sein kleiner Bruder, der SW55 eine bessere Figur. Das Gehäuse ist nicht sonderlich stabil. Wenn man es in die Hand nimmt, knarrt es vernehmlich. Auch die Teleskopantenne ist alles andere als stabil. Beim einziehen muss man sehr behutsam vorgehen, sonst verbiegt man sie. Der SW77 hat so viele Knöpfe und Funktionen, dass eine Bedienung ohne Handbuch fast nicht möglich ist, also recht kompliziert. Wie steht es nun mit dem hauptsächlichen? Mit dem Empfang? Im Grossen und Ganzen sehr gut. Als Vergleichsgerät habe ich den Redsun RP2100, der etwa gleich gross ist, genommen. Preislich sind die beiden sehr weit voneinander entfernt. Der SW77 kostete ca. das 8- fache des RP2100. Der SW77 ist etwas empfindlicher als der RP2100. Er rauscht auch etwas weniger. Was sofort auffällt, ist der dünne Klang den der SW77 im Vergleich mit dem RP2100 bringt. Die Tonregler bringen nicht allzu viel. Da ist der RP2100 um Klassen besser, satter, toller Klang. Der SW77 hat zwei schaltbare Bandbreiten, wie der RP2100 auch. Leider sind die Filter des SW77 meiner Meinung nach nicht ideal ausgelegt. Zwar sind sie Trennscharf, klingen aber dumpf. Das kann der RP2100 wieder besser. Der breite Filter des RP2100 lässt in dicht belegten Bändern Interferenzpfeifen durch, der schmale Filter aber ist wirklich super. Wird dieser geschaltet, verschwinden die Interferenzen, aber das Klangbild ändert sich kaum. Beim SW77 klingt das schmale Filter sehr dumpf und ist für AM- Empfang fast nicht zu gebrauchen. Was beim SW77 hingegen sehr gut ist, ist das Grosssignalverhalten, an der Teleskopantenne, wohlverstanden. Übers ganze Kurzwellenband konnte ich praktisch keine Grosssignaleffekte finden. Beim RP2100 hingegen sind einige Störungen auszumachen, auch tagsüber. Für den manuellen Suchempfang eignet sich der SW77 nur schlecht. Warum?? Das Problem liegt bei dem wirklich nervtötenden Abstimmgeräuschen. Ein Audio/ Videobeispiel ist weiter unten. Der Empfänger ist wohl DX- fähig, doch die Rauschunterbrüche in der Abstimmung machen einen Suchempfang zur reinen Nervenprobe! Ich verstehe nicht, warum Sony diesen sehr störenden Effekt bei einem sonst so guten Empfänger belassen hat. Als der SW77 auf den Markt kam, war eine Abstimmung ohne Nebengeräusche schon realisierbar. Der „Billig- Empfänger“ Redsun RP2100 hat eine wesentlich angenehmere Abstimmung mit fast keinen Abstimmgeräuschen.
Aber unter dem Strich ist der SW77 ein sehr guter World Band Receiver mit sehr vielen Möglichkeiten, nicht zuletzt ist der Synchrondetektor eine Supersache.

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Sony CRF-1

Einer der besten Kurzwellenempfänger die Sony je gebaut hat, der keine grosse Verbreitung fand. Vermutlich auch wegen dem Preis. Er kostete bei seinem erscheinen um die CHF 3000.-. Dieser überaus aufwändig gebaute Empfänger wurde dazumal hauptsächlich in der Schweiz und den Niederlanden verkauft. In Deutschland wurde er aus behördlichen Gründen nicht zugelassen. Das Chassis ist komplett aus Alu- Druckguss hergestellt und garantiert sehr hohe Stabilität und Abschirmung. Lediglich der obere Deckel und die Frontplatte sind aus Plastik. Obwohl der CRF-1 als portabler Empfänger konzipiert wurde, haben ihn wohl die wenigsten Portabel eingesetzt. Er wiegt satte 6.5kg! Er empfängt durchgehend von 10khz - 30Mhz in AM, USB, LSB und CW. Die Bedienung ist leider aufwändig und mühsam. Der gesamte Frequenzbereich ist in 100khz Segmenten aufgeteilt. Hat man beim Feinabstimmen das Segmentende erreicht, muss man wieder zurückkurbeln, den Abstimmknopf herausziehen und den folgenden 100khz- Abschnitt anwählen. Dann kann es weitergehen mit der Feinabstimmung. Verglichen mit den Abstimmmöglichkeiten der heutigen Gerätegeneration ist das eine ermüdende Angelegenheit! Der Drake R7 hat eine ähnliche Abstimmmethode. Dessen nicht genug! Will man den Empfänger korrekt auf die Frequenz abstimmen, muss man noch den Preselektor abstimmen. Zum Glück liess sich dieser aber umgehen.

Ich habe den CRF-1 mehrere Tage mit meinem übrigen Gerätepark verglichen. Das sind natürlich modernere Geräte. Der CRF-1 konnte bei korrekter Abstimmung mit den anderen Geräten fast gleichziehen. Klar, man darf einen solchen Vergleich nicht "Schwarz/Weiss" sehen. Der CRF-1 hat sehr breite AM Filter und lieferte dementsprechend Interferenzpfeifen in dicht belegten Bändern. Auch das schmale 4.5khz AM- Filter konnte nicht immer sauber trennen. In SSB waren die Ergebnisse besser. Da passt die Bandbreite von 2.0khz. Die Empfindlichkeit ist gleich gut wie bei den Vergleichsgeräten. Trotz korrekter Einstellung des Preselektors übersteuerte der CRF-1 an der 35m langen Drahtantenne in den Abendstunden. Solche Ausrutscher in der Empfangsleistung darf man nicht zu eng sehen. Wenn man mit so einem Gerät auf Senderjagd gehen will, sollte man die nötige Zeit, Musse und etwas Nachsicht haben. Sonst wird man keine Freude am CRF-1 haben.

Ein wunderbares Stück Radio, kommt aber an die Leistung heutiger Geräte nicht mehr ganz heran. Vor allem beim DX'en sind dicke Abstriche zu machen.

Auch hier muss ich erwähnen; sollte mal jemand ein solches Gerät erwerben, sollte er sich vom Verkäufer die Garantie auf volle Funktionsfähigkeit geben lassen. Nicht selten haben solch alte Geräte defekte Elkos oder benötigen einen Abgleich. Das kann relativ teuer werden.

Besten Dank an Franz für die Ausleihe des CRF-1.

Verfasst am 02.12.2013

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Sony ICF-SW07

Der Sony ICF-SW07, einer kleiner Luxusweltempfänger der es in sich hat! Als Nachfolger des SW100E, hat auch er einen Synchrondetektor eingebaut. So klein und fein das Gerät ist, so gut ist er auch. Der Empfang ist super! Vor allem mit der dazugehörigen Loop- Aktivantenne. Sitzt man in den vier Wänden und der Empfang geht in die Knie, so holt man sich die Loop und höre da, der Empfang ist wieder da!! Der SW07 verfügt über jede Menge alphanumerischer Speicher, so das man übersicht über seine abgespeicherten Sender hat. Im Vergleich mit dem YB80, ist der SW07 mindestens 1 Klasse besser, ausser im Klang. Ach ja, er verfügt natürlich auch über SSB in 100Hz abstimmung.
Ein Portabler Luxus RX der sehr empfehlenswert ist aber auch seinen Preis hat.




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Sony ICF-SW7600GR

Über dieses Radio, das eigentlich jeder Kurzwellenfan kennt, kann man nur schreiben: Sehr guter portabler Empfänger der in etwa dem SW07 in Sachen Empfang gleicht. Die wesentlichen Unterschiede sind: SSB Abstimmung mit BFO (Clarifier) da nur 1khz Schritte verfügbar. Keine alphanumerischen Speicher. Abstimmung etwas träge, und der Klang ist wegen der Grösse besser als beim SW07. Nicht allzu Spiegelfrequenzfest!
Sehr gutes Preis/Leistungs- Verhältnis.

 

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Sony ICF-SW100S

Der Sony ICF-SW100 ist meines Wissens der kleinste Weltempfänger mit wirklich ernst zu nehmenden Empfangseigenschaften. Er überstreicht den Frequenzbereich von 150Khz – 30Mhz durchgehend in den Betriebsarten AM, AMS, USB und LSB. Zudem bietet er UKW Empfang von 76Mhz – 108Mhz. Der ICF-SW100 verfügt über 50 Speicher, die sich alle mit einem 6- stelligen Text beschriften lassen. Auch die üblichen Funktionen wie Wecker, Timer usw. sind eingebaut. Die Bedienung ist recht einfach, so dass man die Bedienungsanleitung nicht immer dabei haben muss. Es ist wirklich erstaunlich, was die Sony- Ingenieure in so ein kleines Gehäuse reingepackt haben! Eine Hand voll Weltempfänger, der sich in Sachen Empfangsleistung vor grösseren Geräten nicht zu verstecken braucht. Die Stärke des SW100 ist der Empfang von Kurzwellensendern, und zwar in der Betriebsart AM Synchron. Diese Funktion funktioniert wirklich super. Wer kennt das nicht: Der eingestellte Sender leidet unter Interferenzpfeifen weil der benachbarte Sender so stark ist, so dass er in die eingestellte Frequenz reindrückt. Man aktiviere den Synchrondetektor, suche sich das weniger gestörte Seitenband, und weg ist das störende Pfeifen. Da der SW100 auch über SBB verfügt, lässt sich auch Amateurfunk und sogar Kurzwellenflugfunk usw. behelfsmässig damit hören. Allerdings ist der SW100 mit der eingebauten Antenne recht taub. Aber das muss nicht unbedingt von Nachteil sein. So übersteuert der SW100 nicht so schnell, wie sonst andere Weltempfänger. Wenn man tiefer in die Kurzen Wellen reinhören möchte, so wird dem Kleinen entweder ein Drahtröllchen (SW100E), oder wie bei meinem, dem SW100S, die selektive Aktivantenne AN-100 angeschlossen. Mit dieser Antenne, die übrigens vom SW100 mit Spannung versorgt wird, bekommt der SW100 grosse Ohren. So lässt sich sogar Fernempfang (DX) betreiben. Durch die Vorwahl von drei Empfangsbereichen, ist eine Vorselektion des Frequenzbereiches gegeben. Das ist gut um Grosssignalstörungen, Spiegelfrequenzen usw. zu unterdrücken.
Im Grossen und Ganzen ein toller Empfänger für die Hosentasche, der Spass macht und verblüfft!

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Tecsun PL-350

Seit Anfang 2005 ist der PL-350 schon erhältlich. Allerdings kam der nicht nach Europa und wurde nur in China angeboten. Natürlich war er mit chinesischer Beschriftung. Doch seit einiger Zeit sind auch PL-350 mit englischer Beschriftung lieferbar. Ich habe den PL-350 aus Hongkong einfliegen lassen. Was ist der Tecsun PL-350 für ein Weltempfänger? Das Ding ist richtig klein: ca. 15x9x3cm (BxHxT). Er besitzt 550 nichtflüchtige Speicher, die in drei Varianten einteilbar sind. Frequenzbereiche: MW: 522 - 1620 oder 520 - 1710 kHz (9kHz oder 10 kHz oder 1kHz Schritte) und 1710Khz – 30Mhz (1khz oder 5khz Schritte), nur in AM. UKW von 76 – 108Mhz, über Ohrhörer in Stereo. Ein dreifach schaltbarer Antennenabschwächer, ein Tonhöhenschalter, Wecker, Timer usw. Ein paar Besonderheiten hat er aber noch: Ein Antennentrimmer ist auch eingebaut. So lässt sich die Antenne immer optimal auf die Frequenz abstimmen. Weil der PL-350 leider nur ein Einfachsuper ist, produziert er Naturgemäss mehr Spiegelfrequenzen als ein Doppelsuper. Doch für dieses Problem hat der PL-350 eine Besonderheit eingebaut: Er besitzt zwei schaltbare Zwischenfrequenzen. Diese sind 455khz und 450khz. Falls auf der Wunschfrequenz Interferenzen auftreten, drückt man einfach den IF- Knopf unten rechts. Und schon schiebt man die Störung um +/-10khz zur Seite und die Frequenz ist frei. Das ist wirklich eine tolle Funktion, die ich noch nie bei einem anderen Weltempfänger gesehen habe. Er hat auch einen so genannten Beleuchtungstimer eingebaut. Zwischen 19 Uhr Abends und 7 Uhr morgens schaltet sich die Beleuchtung bei jeder Tasten oder VFO- Bewegung ein. Natürlich kann man auch in der übrigen Zeit die Beleuchtung per Knopfdruck ein und ausschalten. Als Zugabe hat er noch einen Anschluss für eine externe Antenne und eine Ladeelektronik für NI-MH Akkus. Der Lieferumfang ist komplett: Akkus, Netzteil (Reiseadapter wird benötigt), Drahtantenne, Stereoohrhörer, Schutzbeutel. Die Verarbeitung des PL-350 kann als sehr gut bezeichnet werden. Wie ist der Empfang?? Ich habe ihn mit dem Eton E5 verglichen. Was mit dem E5 zu hören ist, hört man auch mit dem PL-350. Auf Mittelwelle ist der E5 eindeutig überlegen. Er bringt die Sender einfach besser und verständlicher. Auf Kurzwelle sind die Unterschiede nicht gross. Der PL-350 klingt etwas dünner, was natürlich auch mit der Grösse des Gerätes zu tun hat. Er rauscht auch ein bisschen mehr als der E5. Der PL-350 hat aber die IF- Shift Funktion, die der E5 nicht bietet. Und das ist ein Riesenvorteil. Wie wir ja wissen, sind zwischen 6200khz – 6700khz, Spiegelfrequenzen zu hören. Das sogar mit Stationsempfängern. Hört man z.b. Mystery Radio auf 6220khz, so kommt es vor, das vom 41m Band her, Sender zu hören sind auf 6220khz. Mit dem E5 hat man keine Chance diesen Interferenzen zu entgehen. Mit dem PL-350 schon! Man drücke die IF-Shift Taste, und schon schiebt man die Spiegelfrequenz um +/-10khz bei Seite und hat sauberen Empfang. Die Abstimmung des PL-350 ist so wie beim E5; ein quasi analoges Abstimmgefühl. Wer es aber mit Abstimmgeräuschen (kleine Rauschunterbrüche) mag, kann dies umprogrammieren. Da kann man nur sagen: Super!! Die Filterbandbreite ist meiner Meinung nach gut gewählt. Ab und zu treten Interferenzpfeifen auf den dicht belegten Bändern auf. Auf UKW kann der kleine auch überzeugen. Gute Trennschärfe, guter lauter Klang. Kommt aber nicht an den E5 heran. Im Grossen und Ganzen ein richtiger Spassmacher, vor allem bei dem Preis inkl. Versand: ca. 90CHF oder 60Euro.

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Tecsun PL-600

Der PL-600 ist im europäischen Ausland nur über wenige Funkfachhändler erhältlich, auch unter einer anderen Marke. Sonst ist er über Ebay bei chinesischen Händlern zu beziehen, wo ich ihn auch her habe. Für ca. 70 US Dollar inkl. Versand, bekommt man ein Gerät, das fast alle Wünsche eines Radiohörers erfüllt. Was ihm lediglich fehlt, ist der Synchrondetektor für den AM- Empfang. Alles andere kann sich sehen lassen.
Wichtigste Eigenschaften:
Frequenzbereich: 100Khz – 30Mhz , 76 – 108Mhz (Stereo über Kopfhörer)
Betriebsarten: AM, SSB über einen Clarifier (BFO) abstimmbar, WFM bei UKW
Doppelsuper
1Khz & 5Khz Abstimmschritte auf KW, 1Khz, 9 Khz & 10Khz auf MW
Dreistufiger Abschwächer
2 Schaltbare Bandbreiten: 6Khz & 3Khz
Anschluss für Aussenantenne
600 nichtflüchtige Speicher
Geräuschlose Abstimmung
Guter Klang
Robust gebaut
Kommt komplett mit Schutztasche, Akku’s, Ladegerät, Ohrhörer, Wurfantenne

Wie ist der Empfang mit dem Tecsun PL-600?
Wie praktisch alle portablen Radiogeräte leidet der PL-600 auch unter dem „Virus“ Grosssignalstörungen! Ober- und unterhalb vom 49m und dem 41m Band sind praktisch zu jeder Tageszeit diese lästigen Störungen zu hören. In Mitteleuropa ist der Betrieb mit einer externen Antenne also mit Vorsicht zu geniessen. Nicht jedes empfangene Signal ist ein „echtes“ Signal…
Aber der PL-600 hat zum Glück mehr positives als negatives an sich!
Ich habe ihn mit dem neueren Degen DE1106 verglichen. Beide Radios sind über weite Strecken gleich Empfindlich und in etwa gleich Trennscharf. Am frühen Morgen im 60m Band, war Radio Rebelde, der auf 5025Khz sendet, mit gleicher Signalstärke zu empfangen. Der Degen DE1106 war aber in der Signalbeeinflussung flexibler, und konnte mit seinem Synchrondetektor einen RTTY- Sender im unteren Seitenband sehr gut ausblenden. Auch die sehr helle Wiedergabe des Degen konnte das Signal verständlicher bringen. Mit dem PL-600 konnte der Sendeinhalt zwar verstanden werden, aber das RTTY Signal war auch gut zu hören und störte. Ein umschalten auf SSB um den Sender in „ECSS“ zu empfangen, brachte nichts, weil der PL-600 für diesen Empfangstrick nicht geeignet ist. Die Audio klingt nicht sauber. Was sehr gut gefällt ist die geräuschlose Abstimmung mit dem VFO- Knopf. Zudem läuft er seidenweich. DX- Empfang ist mit dem PL-600 ein Stück weit möglich, wenn in der Nachbarschaft des Signals keine Störer vorhanden sind. Gegen vier Uhr früh, war sogar Radio Clube do Para aus Brasilien zu empfangen. Und das mit der Teleskopantenne! Aber da stiess der PL-600 an seine Grenzen, weil er AM- Signale in SSB mehr schlecht als recht wiedergeben kann. Das funktioniert beim DE1106 sehr gut!
Im UKW- Band spielt er sehr gut. Trennscharf und sehr guter Klang, über Lautsprecher und erst recht über Kopfhörer. Für den Preis bekommt man wirklich einen sehr guten Weltempfänger der auch in Sachen Verarbeitungsqualität überzeugt.

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Tecsun PL-880

Der Tecsun PL-880 schlug hohe Wellen bei seinem erscheinen! Ein Taschenempfänger mit mehreren schaltbaren DSP- Bandbreiten, DSP- Demodulation, Synchrondetektor, und einige andere interessante, versteckte Funktionen. Das gab unheimlich viel Gesprächsstoff und Debatten in den Internetforen. Hauptsächlich wurde wegen der versteckten und nicht dokumentierten Funktionen gerätselt. Weil ich nicht jedes Gerät kaufen kann, war ich auf einen Spender angewiesen, der mir einen PL-880 zu Verfügung stellte. Nach einiger Zeit fand sich jemand! Harald Denzel stellte mir sein PL-880 zur Verfügung, wofür ich ihm herzlich Danke.

Der PL-880 hatte Vorgänger, die früher schon für Aufsehen sorgten. Das wäre der PL-600, PL-660 und jetzt aktuell der PL-880. Die Vorgänger waren allesamt Analog und eine echte Bereicherung im Taschenempfänger- Markt. Beim PL-880 kommt die digitale Signalverarbeitung (DSP) zum Einsatz. Mit der DSP wird die Demodulation und die Filterbandbreiten realisiert. Alles andere im Empfangsteil ist Analog.

Die wichtigsten Eckdaten:

-- Frequenzbereich: 100Khz - 30Mhz & 64Mhz - 108Mhz, konfigurierbar
-- Betriebsarten: AM, AM Synchron, LSB, USB & WFM für UKW
-- Bandbreiten für AM: 2.3Khz, 3.5Khz, 5.0Khz, 9.0Khz
-- Bandbreiten für SSB: 0.5Khz, 1.2Khz, 2.3Khz, 3.0Khz, 4.0Khz
-- Bandbreite für UKW: ca. 200Khz
-- Abstimmschritte LMK: 10Hz, 50Hz, 1Khz, 5Khz, 9Khz, 10Khz (Betriebsartenabhängig)
-- Abstimmschritte UKW: 10Khz, 100Khz
-- Synchrondetektor mit wählbaren Seitenbändern, aber kein DSB.
-- 3- facher Abschwächer (Local - Normal - DX)
-- Speicher: 3050 in 25 Speicherbänke aufgeteilt
-- 3.7V Li-ion Akku
-- USB Ladeanschluss
 
Lieferumfang
-- PL-880
-- Schutztasche aus braunem Kunstleder
-- 3.7V Li-ion Akku
-- USB Ladekabel

Beim PL-880 ist Tecsun einen unkonventionellen Weg bei der Stromversorgung gegangen. Das Gerät besitzt nur ein Mini- USB Anschluss für die Stromversorgung. Über diesen Anschluss wird auch der 3.7V Li-ion Akku geladen, der leider eine nicht gängige Grösse hat. Daher lassen sich keine normalen Batterien verwenden. Ein grosser Nachteil, wenn der Akku kein Saft mehr haben sollte und man ohne Lademöglichkeit unterwegs ist . Wenn man das Gerät mit externer Stromquelle betreiben möchte, steht man vor einem allenfalls ernsten Problem! Man kann das Gerät nur an einem PC oder an einen 5V- Schaltnetzteil anschliessen. Und was das bedeutet, können wir uns denken. LMK- Empfang verträgt sich nicht mit Schaltnetzteilen und Computern, weil beides den Empfang empfindlich stören können. Der PL-880 kann also nur im Akku- Betrieb für den ernsthaften LMK- Empfang eingesetzt werden.

Eine Signalstärkeanzeige in dBμ & dB ist sehr ungewöhnlich in dieser Geräteklasse! Eine für normale Radiohörer nichtssagende Anzeige. Erst mit Tabellen und etwas Fachkenntnis lassen sich diese ominösen Werte in die herkömmlichen S-Werte umrechnen. Solche Anzeigen kommen vornehmlich in der Profiwelt vor.

Hier eine kleine Hilfstabelle für die Umrechung von dBµ* auf S-Werte. (dBµ ist richtigerweise dBµV = Spannung)*

dBμ              >>

-14 -8 -2 4 10 16 22 28 34 44 54 64 74 84 94

S-Wert        >>

1 2 3 4 5 6 7 8 9 9+10dB 9+20dB 9+30dB 9+40dB 9+50dB 9+60dB

Der dB- Wert steht für das S/N. Entspricht dem SNR = Signal/Rauschabstand. Je grösser dieser Wert, umso besser die Verständlichkeit. Theoretisch jedenfalls.

Die Verarbeitung des PL-880 ist hochwertig. Die Bedienelemente sind gut platziert und gestatten somit eine leichte Bedienung des Gerätes. Eine Neuheit bei einem Taschenempfänger sind die zwei Abstimmdrehknöpfe. Eines ist für die grobe Abstimmung, das andere kleinere, für die Feinabstimmung bis min. 10Hz. Damit kann man leicht und ohne Umschalten der Abstimmschritte die Sender anfahren und fein abstimmen. Gute Lösung! Die Abstimmung auf LMK erfolgt ohne Rauscheinbrüche, also ein absolut analoges Abstimmgefühl. Der PL-880 besitzt einen externen Antennenanschluss für die Kurzwelle. Leider nicht für LW & MW. Einen Line-out und einen Stereo- Kopfhöreranschluss sind ebenfalls vorhanden. Als voll ausgestatteter Weltempfänger ist natürlich auch UKW empfangbar. In Stereo über den Kopfhöreranschluss. Die Abstimmung im UKW Band hat Rauscheinbrüche, die sich aber in Grenzen halten. Zudem sind all die üblichen Funktionen wie Wecker, automatische Speicherfunktionen usw. vorhanden. Darauf will ich aber nicht eingehen.

Wie hör sich der Tecsun PL-880 an?

Ich habe den PL-880 mehrere Wochen betrieben und habe ihm auf den Zahn gefühlt. Als Vergleichsgerät habe ich ein Sony ICF-SW7600GR hinzugezogen. Der PL-880 empfängt sehr Rauscharm und hat einen sehr guten, schon fast basslastigen Klang. Prasselstörungen und Rauschen waren weniger wahrnehmbar mit dem PL-880 als mit dem ICF-SW7600GR. Wo mich der PL-880 überraschte war auf LW & MW. Die meisten bisherigen Chinaradios waren in diesen Bereichen recht taub, was man vom PL-880 nicht behaupten konnte. In diesen Bereichen schlug der Tecsun den Sony ohne Probleme. Empfindlichkeit, Rauschverhalten und nicht zuletzt die gute DSP- Trennschärfe verhalfen dem PL-880 zu sehr gutem Empfang. Ein Wermutstropfen gibt es aber dennoch. Der Sagenumwobene Synchrondetektor des PL-880 konnte nicht überzeugen. Weder bei schwachen noch bei stark einfallenden Sendern vermochte der Synchchrondetektor den Empfang zu verbessern! Dieser "blubberte" oft vor sich hin und verlor sehr schnell die Synchronisation. Dieser war schlicht nicht brauchbar. Vielleicht wird dieses Manko bei späteren Modellen mittels Firmwarekorrektur ausgebügelt. Jedenfalls war der Synchrondetektor des Sony ungleich besser.

Die guten Empfangleistungen wurden auf Kurzwelle fortgesetzt. Der Rauscharme und angenehme Empfang konnte auch hier überzeugen. Der Empfang mit der eingebauten Teleskopantenne gab nie Anlass zur Kritik. Übersteuerungen habe ich keine feststellen können. Der Sony hingegen leistete sind Abends ein paar Ausrutscher. Gelegentlich waren Geisterstationen zu hören unterhalb stark belegter Rundfunkbänder.

Zum Testzeitpunkt hatte ich die Innenraumantennen Reuter RLA3A und die Grahn GS5-SE/ML3 im Vergleich und nutzte die Gelegenheit, den Tecsun mit diesen beiden Antennen zu versuchen. Mit der Grahn- Antenne kam der PL-880 sehr gut klar! Der Empfang wurde wesentlich verbessert. Übersteuerungen konnte ich keine feststellen. Mit der Reuter- Antenne klappte es nicht so gut. Der Empfangspegel wurde wohl erhöht, allerdings auf kosten des Signal/Rauschabstandes. Übersteuerungen machten sich zeitweise auch bemerkbar.

Der SSB Empfang funktionierte gut, wobei hier der Sony eindeutig besser klang. Die Audio des PL-880 hatte einen kratzigen Klang was auf eine nicht optimale Verstärkungsregelung (AGC) zurückzuführen ist. Zudem war die Audio recht dumpf. Dafür war die Abstimmung mit den zwei Drehknöpfen allererste Sahne. Bei langsamen drehen des kleinen Abstimmkopfes erfolgt die Abstimmung in 10Hz- Schritten. Dreht man schneller, aktiviert sich ein Schwungradeffekt und die Schritte werden auf 50Hz erhöht.

Auf UKW gab es nichts auszusetzen; schöner Klang, exzellente Trennschärfe und gutes Grosssignalverhalten überzeugten auf Anhieb. Schade hat man hier nur eine Bandbreite realisiert. Bei so einem technisch hochstehendem Gerät hätte ich mir noch RDS gewünscht. Der Sony ging in der Disziplin "UKW" abgeschlagen durchs Ziel. Bei diesem waren einige Übersteuerungseffekte festzustellen und er kam nicht an das Klangniveau des Tecsun heran.

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Versteckte Funktionen

Leider konnte ich nicht herausfinden, wieso Tecsun die folgenden Funktionen versteckt hat, oder nicht deaktiviert hat. Ein paar Funktionen davon sind sicher brauchbar, andere hingegen scheinen nicht ausgereift zu sein. Diese Funktionen lassen sich durch einen langen Druck auf diverse Tasten aufrufen. Diese Funktionen sind mir zur Zeit bekannt:

Bei eingeschaltetem Gerät
 
Die hier aufgeführten Vorgehensweisen wurden im Internet recherchiert.
Achtung! Anwenden der untenstehenden Anleitung erfolgt auf eigene Gefahr! Schäden am Gerät können nicht ausgeschlossen werden.
 
Synchrondetektor
Taste USB oder LSB 3 Sekunden drücken.
 
Rauschunterdrückung beim Abstimmen
Taste "9" 3 Sekunden drücken und mit Drehknopf den Wert einstellen. Noch mal die Taste 9 drücken um den Wert zu speichern.
 
Rauschunterdrückung beim Empfang
Taste "6" 3 Sekunden drücken zum ein/ausschalten.
 
De-Emphasis für UKW umschalten
Taste "5" 3 Sekunden drücken dann kann man zwischen 50 oder 75 auswählen. 50μS ist für Europa, 75μS ist für die USA. Funktioniert nur im UKW Betrieb.
 
Frequenzkalibration für LW & MW
Auf Mittelwelle einen starken Sender einstellen und auf USB oder LSB schalten. Sender mit dem kleinen Abstimmknopf fein einstellen bis Zero Beat erreicht ist. Snooze oben auf dem Gerät 3 Sekunden drücken und warten bis die Korrektur im Display angezeigt wird. Snooze noch mal drücken zum speichern.
 
Bei ausgeschaltetem Gerät
 
Displaykontrolle, Firmware Nummer und Herstellungsdatum
Taste AM BW gedrückt halten für Displaykontrolle. Loslassen und nochmals drücken für Firmware Nummer. Noch mal drücken für das Herstellungsdatum.
 
Line-out Level
Taste "7" 3 Sekunden drücken und dann mit dem Drehknopf Wert einstellen. Noch mal Taste "7" drücken zum speichern.
 
Sekundenanzeige aktivieren
Taste "8" 3 Sekunden drücken bis die Sekundenanzeige aufleuchtet.
 
Abschaltschwelle bei schwacher Batterie
Taste "4" 3 Sekunden drücken, Wert mit Drehrad einstellen. Empfehle 3.5V
 
Betriebszeit seit letzter Akku- Aufladung
Taste "VF/VM" 3 Sekunden drücken.
 
Speicher sortieren
Taste "M" 3 Sekunden drücken.
 
 

Fazit:

Der Tecsun PL-880 ist für den günstigen Preis ein hervorragender Taschenweltempfänger mit DSP- Technik. Er stellt sein Konkurrent in fast allen Belangen in den Schatten. Enttäuscht hat der SSB Empfang und der Synchrondetektor. Der Synch. vermochte den Empfang in keiner Situation zu verbessern. Der Empfang wurde durch diesen sogar verschlechtert. In AM klingt der PL-880 hervorragend und macht den Synch. überflüssig. Auf UKW macht der PL-880 einen ausgereiften Eindruck.

Der PL-880 hat noch ein paar Kinderkrankheiten, die vielleicht mit Firmwareupdates geheilt werden können. Ob sich Firmwareupdates über die USB- Buchse einspielen lassen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Einen zwiespältigen Eindruck hinterliessen die versteckten Funktionen. Entweder man macht das vorhandene ohne grosse Sucherei verwendbar oder deaktiviert diese Funktionen....

Empfehlenswertes Gerät!

Verfasst am 18.10.2014

 

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Erfahrungsbericht Tecsun S-8800e

von Georg Morawski aus Hiddenhausen-Eilshausen, Deutschland

Vor ein paar Wochen wurde ich vom Hobbykollegen (Fernando „Fenu“ und Henry Mohr) angesprochen, ob ich den Tecsun S8800e ausführlich testen und mit vorhandenen tragbaren Radios vergleichen könnte. Diese Aufgabe habe ich sehr gerne übernommen und hier mein Erfahrungsbericht.

Das DSP-Radio habe ich in meinem Shack verglichen mit meinen analogen  tragbaren Radios: Tecsun PL-660 Siebel-Version und S-2000 (von Henry Mohr modifiziert: AM und FM-Filter sowie bessere Anpassung der Teleskopantenne), Grundig Satellit 700 (110 kHz FM-Filter von Jürgen Martens eingebaut) und Sangean ATX-909X (von Henry Mohr modifiziert: UKW-Bereich erweitert und eingebauter Teleskopantennenverstärker). Alle Radios wurden mit neuen Batterien und eingebauter Antennen betrieben.

Das Radio hat in etwa die Größe des Grundig Satellit 700. Zum Lieferumfang gehören eine deutschsprachige BDA, Fernbedienung (inkl. Batterien) und ein USB-Verbindungskabel. Das Gerät steht solide auf dem Tisch. Das Gewicht erlaubt es, dass man  das Radio problemlos in der Hand halten und bedienen kann.

Als das Radio ankam, habe ich es gleich ausgepackt und eingeschaltet. Die Bedienung erklärt sich von selbst (sehr gut!), so dass ich den Empfang  kurz testen konnte. Vom Empfang wurde ich sehr positiv überrascht. Allerdings gab es auch eine kleine Ernüchterung. Die Bediendrehregler und die Abstimmräder haben ein sehr großes Spiel und „eiern“ teilweise. Das ist sehr schade. Beim Tecsun S-2000 sitzen die Bediendrehregler und Abstimmrad fest, sind massiver und arbeiten sehr präzise.

Nach dem ersten „Aha“ habe ich die Fernbedienung ausgepackt. Diese ist sehr gut verarbeitet, übersichtlich, hat große und sehr gut markierte Tasten.

Die Funktionen sind selbsterklärend und man kann das Radio problemlos auch aus größerer Entfernung bedienen.

Der Filterwechsel erfolgt durch einen Drehregler (auch Abstimmräder) und man muss paar Sekunden warten bis das gewünschte Filter eingestellt ist. Die DSP-Filter sind sehr gut gewählt und erlauben die optimale Zuordnung der Empfangssituation. Der Klang ist sehr beeindruckend, egal ob Lautsprecher oder Kopfhörer. Man kann stundenlang stressfrei zuhören! Auch bei diesem Tecsun ist der Frequenzwechsel nur innerhalb der eingestellten Empfangsbereiche möglich (LW, MW, KW UKW), ein Wechsel wie beim Satellit oder Sangean funktioniert nicht. Das ist kein Manko, denn jeder Hersteller verfolgt seine eigene Philosophie.

Nun zum Empfangstest:

Ich habe das Radio an einigen Wochen zu unterschiedlichen Tageszeiten, an Werktagen und Wochenenden getestet. Der Empfangsbereich beginnt bei 20 kHz, aber erst ab 60 kHz hört man die erste Station Zeitzeichen aus England (leise aber eindeutig), gefolgt lautstark vom Zeitzeichen DCF77 auf 77,5 kHz. Beide Stationen mit eingebauter Ferritantenne! Auf LW war der Empfang mit allen Radios in etwa gleich, Rundfunk wie auch NDB. Auf MW änderte sich das Ganze. Der S8800e war eindeutig der Sieger! Er empfängt selbst am Tag mehr Sender klarer als die anderen Radios. Ab der frühsten Dämmerung gibt er dann richtig Gas. Durch drehen des Radios kann man die Sender sehr gut trennen. Ich konnte eindeutig mehr  Sender empfangen als mit den anderen Radios! Der Satellit 700 folgte auf Platz 2.  Der Empfang auf KW sowohl in AM wie auch SSB entschied der S8800e für sich. Beim SSB springt das Radio nicht zurück wie beim Satellit in AM. Man kann die Frequenz auf 10 Hz einstellen. Die eingebaute Teleskopantenne ist stabil und sehr gut angepasst. Amateurfunk aber auch UTILITY sind kein Problem. Auch das 48m Band brachte sehr viele Piraten sauber und klar rein. Ich konnte keine Spiegelfrequenzen feststellen. Sehr beeindruckend für ein tragbares Radio!

 

Das Radio bietet von LW bis KW einen guten bis sehr guten Empfang. Leider wird dieses positive Bild von extrem vielen Eigenstörungen getrübt. Dieses Thema hat der Hersteller inzwischen aufgenommen und überarbeitet es. Die besten Ergebnisse habe ich mit den eingebauten Antennen erzielt. Mein Testgerät vertrug keine externen Antennen und brachte keine Empfangsverbesserung. Noch ein Blick auf UKW. Hier ist auf allen Testgeräten der kleinste Abstimmschritt 10 kHz (außer Satellit 25 kHz). Der S8800e bringt hier eher durchschnittlichen Empfang. Der modifizierte S-2000 geht als Sieger hervor, gefolgt sehr dicht von S-700 und ATS909X. Den letzten Platz teilen sich der PL-660 und S8800e.

Noch ein Wort zum S-Meter des Radios:

Es gleicht dem S-Meter des PL-660 und S-700 und arbeitet ähnlich. Das S-Meter des S-2000 ist übersichtlicher (größer, mit Zeiger und S-Meter-Skalierung).

Der Akku:

Das Radio habe ich mit voll geladenen Akkus erhalten und musste diese während des gesamten Testes nicht aufladen! Des weiteren kann man das Radio über den USB-Anschluss mit einem PC verbinden. Dies habe ich nicht getestet, da ich keine passende Software habe.

Fazit:

Ein tragbares Radio mit guter bis sehr guter Empfangsleistung von LW bis KW in AM und SSB. Die Verarbeitung des Drehregler/Schalter sowie Abstimmräder sollte verbessert werden.

Persönlicher Wunsch:

Das Empfangskonzept würde im anderen Gehäuse z.B., des Tecsun S-2000 ein qualitativ besseres Bild abgeben. Eine DSP-Filterauswahl sowie RDS für UKW, Synch. für AM und getrennte Antenneneingänge für UKW sowie Bereich (20 kHz bis 30 MHz). Aber auch der Empfang vom Flugfunk (mit dem S-2000 klappt es sehr gut) und DAB+...

gepostet: 09.04.2017

 

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Empfänger Bausätze

Junior 1 von Stampfl

Heinz Stampfl (HB9KOC), bekannt durch seine Handgefertigten Präzisions- Morsetasten, hat auch ein Herz für Empfänger. Seit geraumer Zeit werkelt Heinz an diversen Empfängerkonzepten die er auch auf seiner Webseite unter Projekte vorstellt. Ziel ist es, diese Projekte einmal als Bausätze anbieten zu können. Leider erweist sich das konkrete Umsetzen als keine einfache Angelegenheit. Zum einen müssen genügend Bausätze produziert werden, damit es sich lohnt so ein Projekt auf die Beine zu stellen. Zum anderen muss man genügend Abnehmer finden. In der heutigen Zeit, wo alles fixfertig gekauft kann, ist ein solches Unterfangen mit grossem finanziellen Risiko verbunden.

Trotz dieser Risiken möchte Heinz Stampfl nun, einen kleinen Bausatz anbieten. Den Junior 1.

Beschreibung des Bausatzes Junior 1 (Zitat aus der Beschreibung von Heinz Stampfl)

Junior 1 ist ein schnell und einfach aufzubauender Kurzwellen-Empfänger in Doppelsuper-Technik. Es sind weder Abgleicharbeiten notwendig noch sind spezielle Messmittel oder Kenntnisse der Hochfrequenz erforderlich. Junior 1 ist gedacht als ein kleines Projekt für Jugendliche und Junggebliebene die sich für Radiotechnik interessieren.
Als Herz dient ein AM/FM-IC aus der ehemaligen DDR (A4100D) das speziell für batteriebetriebene Geräte entwickelt wurde. Laut Datenblatt zeichnet sich der A4100D durch ein besonders günstiges Signal/Rauschverhältnis des AM- und FM- Teils aus und benötigt nur eine geringe Aussenbeschaltung.
Als Frontendmischer und Oszillator kommt der bewährte NE612 zum Einsatz. Es besteht die Möglichkeit, z.B. einen Dipol niederohmig über eine Koppelwindung einzuspeisen. Tests bei Dämmerung an einer G5RV zeigten zur Überraschung kaum Übersteuerung. Soll der Junior 1 portabel genutzt werden, so genügt ca.1,5m Litze am hochohmigen Antenneneingang.
Das 1. ZF-Filter (10,7 MHz) wurde aus Kostengründen mittels Keramikresonator realisiert. Da dieser wegen der hohen Bandbreite nichts zur Nahselektion beiträgt, wurde in der 2. ZF nicht gespart. Der Umsetzoszillator (10,245 MHz) ist als monolithischer und abgleichfreier Baustein ausgeführt.
Wer experimentierfreudig ist, kann seinen bevorzugten Empfangsbereich durch Ändern des Eingangs- und des Oszillatorkreises selbst realisieren. Als Feldstärke-Indikator ist eine LED vorgesehen. Über einen entsprechenden Vorwiderstand lässt sich auch ein µA-Meter anschließen.
Eingangs- und Oszillatorkreis sind im Originalzustand mit Schwerpunkt auf das 49m/41m Rundfunkband dimensioniert. Für das 40m-Amateurfunkband erlaubt ein Überlagerungsoszillator (BFO) den SSB-Empfang. Ich weise aber ausdrücklich darauf hin, dass bedingt durch die hohe 1. ZF und die Kapazitätsdioden-Abstimmung des LO der SSB-Empfang etwas abenteuerlich ist, sicher nichts für routinierte DX’er. Aber spannend für den, der noch nie Amateurfunk mitlauschen durfte.
Der Stromverbrauch liegt im Versorgungsspannungsbereich von 7.5 bis 16 Volt bei ca. 70 mA. Ein LM380 in Verbindung eines 4 Ohm Lautsprechers, sorgt für kräftigen Empfang.
Zusammenfassend ist der Junior 1 für das sehr einfach gehaltene Konzept ein leistungsfähiger Empfänger, der sich durch gute Audioqualität, hohe Selektivität, hohe Empfindlichkeit und gleichzeitig gute Signalverträglichkeit auszeichnet.
Die Gehäuseschale ist aus Blau- eloxiertes Aluminium. Die Beschriftungen sind mit Laser graviert.
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Heinz Stampfl war so freundlich und stellte mir den Junior 1 für Versuche zur Verfügung. Allerdings wollte ich ein Fertiggerät, weil mir einfach die Zeit fehlte, um es selbst zusammenzubauen.

Wie auf dem Bild unten ersichtlich, trägt das Gerät die Seriennummer 001. Es ist das erste Gerät das den Weg in die Öffentlichkeit findet.

Den Junior 1 hatte ich über einen Monat lang auf dem Tisch und hörte bei jeder Gelegenheit in den Äther mit ihm. Betrieben habe ich den Junior 1 hauptsächlich über meine Aussenantennen. Um dies zu ermöglichen, habe ich dem Bausatz eine BNC- Buchse hinzugefügt. Der Grund dafür war, den Störungen im Haus zu entgehen und um das effektive Potenzial des Bausatzes zu testen. An der Front des Bausatzes kann man ein Stück Draht mittels Bananenstecker als Antenne anschliessen. Auch ein Erdungsanschluss ist vorhanden. Um allfälligen Übersteuerungen entgegenzuwirken, habe ich einen schaltbaren Abschwächer benutzt. Weil der Junior 1 nicht für Hochleistungsantennen gebaut ist, habe ich etwa mit 10-20dB Signaldämpfung gearbeitet. Interessanterweise übersteuerte er nicht sonderlich. Geisterstationen waren kaum zu hören. Wenn, dann nur  sehr schwach in den Abendstunden. Da es sich um ein einfaches Selbstbauprojekt handelt, braucht der Junior 1 nach dem Einschalten etwas "Anwärmzeit", weil der Oszillator in der Zeit etwas driftet. Er lässt sich entweder mit einer 9V Batterie oder mit einem externen Netzgerät mit 7.5V bis 16V betreiben.

Wegen fehlender Frequenzanzeige, war die Frequenzabstimmung etwas Abenteuerlich. Ausgehend vom Linksanschlag des Drehreglers muss dieser 5x gedreht werden um ans 40m Amateurfunkband zu gelangen. Ist dieser erreicht schaltet man auf SSB und dreht mit dem grossen Abstimmknopf behutsam durchs Band bis eine Station zu hören ist. Anschliessend wird die Feinabstimmung mit dem linken Knopf -0+ vorgenommen, bis die Station klar zu hören ist. Mit etwas Übung und Geduld, klappt es letztendlich recht gut. Erstaunlich ist das geringe Rauschen und die helle, verständliche Audio. Die Trennschärfe reicht aus, um SSB Signale im 40m Band gut empfangen zu können. Dreht man den grossen Knopf weiter, erreicht man das 41m Rundfunkband. Dann schaltet man zurück auf AM und kann dem Rundfunk lauschen. Vergleiche mit den vorhandenen Geräten zeigten eine recht hohe Empfindlichkeit. Sehr schwache Stationen auf freier Frequenz kamen erstaunlich gut und verständlich. Klar, der Junior 1 ist keine DX Maschine, aber für das bisschen Radio empfängt er recht ordentlich.

Fazit:

Heinz Stampfl hat den Schritt gewagt, ein interessantes Selbstbauprojekt auf die Beine zu stellen. Für Jugendliche Neueinsteiger mit Interesse am Selbstbau eines Radios, ist der Junior 1 der ideale Bausatz. Aber auch für die alten Füchse, die seit Jahren Radio hören, wäre so ein Bausatz sicher etwas Interessantes. Voraussetzung für den Zusammenbau ist vor allem Interesse und etwas Löt- Erfahrung. Bleibt zu hoffen das der Junior 1 Erfolg hat. So wird vielleicht mal ein Bausatz erscheinen, den Heinz auf seiner Webseite eindrucksvoll präsentiert...

Der Bausatz Junior 1 ist ab sofort bei Stampfl Morsetasten für den Preis von CHF 72.- erhältlich.

Im Shop der Zeitschrift Funkamateur wird der Junior 1 Anfangs 2015  für 62€ erhältlich sein.

Hier kann die Bauanleitung runtergeladen werden.

Verfasst am 22.11.2014

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