Empfänger
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Stations- Empfänger

AOR AR7030DRM AOR AR7030 Plus AOR AR3030 AOR AR5000 AOR AR8600 MK2 Alinco DX-R8E
Drake R7 Drake R8 Drake R8B JRC NRD-345G JRC NRD-515
JRC NRD-525
JRC NRD-535D  JRC NRD-535DG
JRC NRD-545 DSP
Icom IC-R71E Icom IC-R72 Icom IC-R75
Icom IC-R8500 Icom IC-R8600 Kenwood R-600 Kenwood R-1000 Kenwood R-5000 Kneisner+Doering KWZ30
Lowe HF-150 Lowe HF-225 Lowe HF-225 Europa Lowe HF-250 Lowe HF-350 Palstar R30A 
Ten Tec RX-350 Yaesu FRG-8800 Yaesu FRG-100 Yaesu VR-5000    

 

SDR - Software Defined Radio

AOR AR-DV1 DX

CiaoRadio H101 CommRadio CR-1 ELAD FDM-DUOr ELAD FDM-S1 ELAD FDM-S2
Enablia TitanSDR Expert E. ColibriDDC SDR ColibriNANO Microtelecom FM+ Icom IC-R8600 KiwiSDR
Perseus SDR RadioJet 1102S RF-Space NetSDR+ RF-Space Cloud-IQ RF-Space SDR-IQ Reuter RDR50B
Reuter RDR54 Reuter RDR55D S9-C Rabbit SDR Winradio Excalibur    

 

Profi- Empfänger

AEG E800/2

AEG/Telefunken E1800/3

Enablia TitanSDR Hagenuk RX 1001 M Icom IC-R9500 Lowe HF-235
Racal RA1792 Racal RA3712 Reuter RDR54 Reuter RDR55D RFT EKD 500 SRT CR91
Telefunken E1501 Telefunken E1700 Ten-Tec RX340 Watkins Johnson HF-1000 Cubic CDR-3250  

 

Portable Weltempfänger

Degen DE1105 Degen DE1106 Eton E5 Eton / Lextronix E1 Grundig Yacht Boy 80 Grundig G6 Aviator
Panasonic RF-B65
Redsun RP300
Redsun RP2100 Sangean ATS-909X Sony CRF-1 Sony ICF-SW07
Sony ICF-S W7600GR Sony ICF-SW100S Sony ICF-2001D Sony ICF-SW55 Sony ICF-SW77 Tecsun PL-350
Tecsun PL-600 Tecsun PL-880 Tecsun S-8800e      

 

Empfänger Bausätze

Junior 1 von Stampfl          

RadioJet 1102S

Noch vor seinem erscheinen kurz vor Weihnachten 2011, wurde über dem RadioJet 1102S wild spekuliert, debattiert und sogar gestritten. Keiner wusste genau, was da für ein Gerät auf den Markt kommen würde. Die Produktion und die Auslieferung verzögerte sich wegen fehlerhafter Bauteile. Dazu kamen noch Lieferengpässe, die die Spekulationen noch mehr anheizten. Alles in allem ein unglücklicher Verkaufsstart des RadioJet 1102S. Mittlerweile sind Geräte ausgeliefert worden und den Spekulationen kann endlich ein Ende gesetzt werden. Bonito war so freundlich und stellte mir ein RadioJet zur Verfügung, wofür ich mich herzlich bedanke.
Was ist das RadioJet für ein Gerät. Soviel mal; RadioJet ist kein SDR im üblichen Sinne! Er ist ein analoger Empfänger mit nachgeschalteter Soundkarte im selben Gehäuse. Die Signale werden digitalisiert und an den PC weitergeleitet. Dort kann das Signal mit der sehr umfangreichen Software decodiert, analysiert und vor der Lautsprecherausgabe bearbeitet werden. Aufgrund der enormen Möglichkeiten die die Software bietet, ist eine gewisse Eingewöhnungszeit erforderlich. Auch die Bedienungsanleitung wird in dieser Eingewöhnungsphase zum guten Freund werden. Hier wird man mit Funktionen konfrontiert, die man zuvor nicht gekannt hat. Der Empfangsbereich geht von 40khz - 30Mhz in der Betriebsarten AM, SSB, CW, FM, WFM & DRM. Es lassen sich noch externe Frequenzkonverter zu Frequenzerweiterung anschliessen. DRM funktioniert übrigens ohne externe Software!
Die Software beherbergt Funktionen, die Ihresgleichen sucht. Eine Interessante neue Funktionen ist der RX/DX Kanal. Die Funktion ermöglicht die Steigerung der Empfindlichkeit bei gleichzeitiger Senkung des Bandrauschens. Das geht Naturgemäss etwas auf die kosten des Grosssignalverhaltens. Das Ergebnis ist das hörbarmachen extrem schwacher Signale. Allerdings funktioniert das nur, wenn man in einer ruhigen Empfangsgegend wohnt. Eine andere praktische Einrichtung ist; der eingestellte Sender wird namentlich im Spektrum neben dem Signalpeak und auf einer Weltkarte mit der Tag/Nacht Grenze angezeigt. Eine ziemlich einzigartige Funktion ist der "Filtermanipulator". Mit diesem Manipulator lassen sich eigene Bandbreitenfilter kreieren und abspeichern. In dieses Filter lassen sich zudem beliebig viele Notchfilter rein zeichnen. Die Steilflankigkeit der Filter lassen sich auch einstellen. Die Spektrum Anzeige lässt sich in vielen Varianten bis hin zum Wasserfall und 3D Spektrum anzeigen. Auch dort gibt es etliche Möglichkeiten der Einstellung. Nicht zu übersehen ganz unten auf dem Softwarefenster, ist die umfangreiche Frequenzdatenbank, die selbstverständlich auch editiert werden kann. Eine weitere Aufzählung der Funktionen und Möglichkeiten erspare ich mir ab dieser Stelle. Das würde den Rahmen einer Kurzvorstellung bei weitem Sprengen! Für alle Infos im Detail bitte die Bedienungsanleitung auf der Bonito- Webseite konsultieren. Dort ist alles gut umschrieben und wird laufend erweitert. Auch viele Bilder der einzelnen Funktionen sind dort zu finden.
Die wichtigste Frage: Wie ist der Empfang??
Zur Zeit (28.03.2012) vergleiche ich den RadioJet noch mit dem Perseus SDR. Ich habe jetzt ein paar Stunden Erfahrung mit dem RadioJet sammeln können. Diese sind auch notwendig, weil der RadioJet anspruchsvoll ist betreff Einstellung der Software. Ist alles so eingestellt wie es sein soll, sind beide Geräte ziemlich ähnlich in der Wiedergabe der Signale. Grosssignalprobleme konnte ich bis jetzt keine feststellen, auch nicht mit dem DX-Kanal. In der Empfindlichkeit sind sich beide sehr ähnlich. Obwohl entgegen den Technischen Daten, ist der Perseus ein Spur empfindlicher und rauscht auch etwas weniger.
Dies soll nur eine Kurzvorstellung des RadioJet 1102S sein. Auf der Seite "Empfangsbeispiele" sind Audiobeispiele der beiden Geräte zu hören.
Als vorläufiges Fazit bleibt zu sagen: Der RadioJet 1102S ist ein Spitzenempfänger mit einer aussergewöhnlich gut ausgestatteten Software. Bei dem gegenwärtigen Preis von knapp 600€ ist er nicht billig, aber Preiswert!
Hinweis: Wie bei anderen Softwaregesteuerten Geräten ist auch die Software des RadioJet eine recht komplexe Programmierarbeit. Diese enthält naturgemäss noch kleine Bugs, die von Bonito kontinuierlich ausgemerzt werden. Die Software wird also stetig verbessert.

Verfasst am 24.04.2012

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RadioJet in Action (HD Video)

 

RadioJet 1102S >> News

Seit dem ersten Test sind schon etliche Änderungen und Neuerungen an der RadioJet- Software durchgeführt worden. Es ist so viel gemacht worden, so dass ein aufzählen aller Punkte zuviel des guten wäre. Aber ein paar nennenswerte Neuerungen will ich dennoch zeigen. Am RadioJet wurde immer bemängelt, er könne nur 24khz des Frequenzspektrums darstellen. Die Software erlaubt es jetzt, einen weiteren SDR mit grösserem Breitbandspektrum einzubinden. So kann man bequem den RadioJet als "Audioempfänger" nutzen und über das Breitbandspektrum wird das Signal des eingebundenen SDR's wiedergegeben. Auch auf dem Breitbandspektrum kann man "tunen". Wer also schon einen RadioJet besitzt und seinen Horizont erweitern will, der kann sich z.B. den FIFI- SDR zulegen und hat dann so eine günstige Breitbanderweiterung bis 192khz. Es werden aber auch andere SDR's unterstützt. Als Beispiel den Perseus SDR. Mit diesem hat man ein Spektrum bis 1600khz Breite. Für weitere Details verweise ich auf die Bonito Projektseite. Erwähnenswert ist auch der neue Noise Blanker und die neue Betriebsartenanwahl. Die RadioJet Software wurde aber auch Empfangsmässig überarbeitet. Diese kann jetzt problemlos mit dem Perseus mithalten und ist bei schwachen Stationen sogar noch besser.

 

Unten ein paar HD Videos die den RadioJet in Action zeigen. Am besten in YouTube öffnen für HD.

   

 

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Reuter RDR50B

Es dauerte eine ganze Weile bis der versprochene RDR50B den Weg zu mir fand. Grund dafür waren Lieferengpässe elektronischer Bauteile und die knappe Verfügbarkeit der Testgeräte. Aber Herr Reuter hat sein Versprechen gehalten. Nun steht der RDR50B mit zusätzlichem UKW- Modul seit etwa drei Wochen hier auf dem Tisch. Der RDR50B funktionert weitgehend gleich wie sein grosser Bruder dem RDR54. Der RDR54 ist Modular aufgebaut, der RDR50B hat nur eine grosse Hauptplatine. Auf diese lassen sich das UKW- und Sende- Modul aufstecken. Der wichtigste Unterschied zum RDR54 ist das grosse Touchscreen. Man kann alle Funktionen per Fingertip aufs Display steuern. Fast wie bei einen iPad! Aber zum Glück hat er zur Frequenzabstimmung ein Seidenweich laufender VFO- Knopf aus Edelstahl. Was die Reuter- Geräte ganz speziell auszeichnet, ist die mechanische Verarbeitung. Hier wurde nichts aus Plastik verbaut. Das Gehäuse ist wie beim RDR54 aus gefrästem Aluminium und Schwarzmatt eloxiert. Hier nehmen die Reuter- Geräte eine Sonderstellung ein. Absolute Topqualität!
Für den Kenner der RDR's ist die Bedienung schnell erlernt. Im Gegensatz zum RDR54 kann man jetzt alles schneller und sicherer einstellen dank dem Touchscreen. Teils sind manche Klickflächen etwas zu klein geraten. Man muss schon sehr genau mit dem Finger zielen um manche Funktionen auszuführen. Aber das ist letztendlich Übungssache. Nach ein paar Stunden ging alles recht flott von der Hand.
Der RDR50B bietet die folgenden Betriebsarten und möglichkeiten zur Empfangsverbesserung:
-AM-E*
-SYNC- automatische Detektion des Trägers mit umschalbaren Seitenbändern (wie AM -Synchron)*
-DSB
-LSB
-USB
-EUSB- für Signale ab 0Hz*
-SBCW- automomatische Umschaltung der Seitenbänder bei 10Mhz*
-CW
-FM-N
-FM-W
-IFIQ- Direktausgabe des Empfangssignals auf einer Zwischenfrequenz*
-BAIQ- Direktausgabe des Empfangssignals im Basisband*
-63 Speicherplätze, die alle Betriebsparameter zur Frequenz abspeichern. Leider können die Speicher aus technischen Gründen zur Zeit nicht alphanumerisch beschriftet werden.
-Die Bandbreitenfilter lassen sich in 40Hz- Schritten von 10Hz - 10Khz einstellen. Von 10Khz - 20Khz in 80Hz Schritten.
-Bandpasstuning (IF Shift)
-Manuelles Notchfilter
-Noiseblanker
-DNR (Digital Noise Reduction)
Somit lässt sich der RDR50B auf nahezu jede Empfangssituation einstellen.
Bei den wichtigsten Kriterien; Rauscharmut, Verständlichkeit, Trennschärfe und Grosssignalverhalten ist der RDR50B Spitzenklasse! Im Vergleich mit meinem übrigen Gerätepark, zog der RDR50B praktisch immer gleich. Bei extrem schwachen Sendern spielt er seine Stärke aus. Bei so geringem Rauschen konnte der RDR50B die anderen Geräte allermeistens toppen! Aber wo Sonne ist gibt es auch Schatten! Durch die spezielle Arbeitsweise des RDR50B, ergibt sich etwas Dosenklang in der Modualtion des Senders. Er klingt dann Digital und etwas unnatürlich. Aber das waren auch schon all seine Schwachpunkte.
Wie der RDR54, ist auch der RDR50B ein SDR (Software Defined Radio). Er ist vom PC unabhängig. Ausser wenn man Softwaeupdates einspielen muss.
Das eingaute UKW- Modul ist eine Klasse für sich. Dieser liefert einen Klang und eine Trennschärfe die seinesgleichen sucht. Aber dazu werde ich Audiovergleiche mit dem FM+ veröffentlichen. Diese sind hier zu finden.
Über den Umfang der Funktionen des RDR50B verweise ich auf die Webseite des Herstellers Reuter Elektronik. Das würde sonst den Rahmen sprengen.
Wer höchste Verarbeitungsqualität und Rauscharmen Empfang sucht, dann könnte der RDR50B das richtige Gerät dafür sein.

*Für die speziellen Betriebsarten verweise ich auf die Betriebsanleitung des RDR50B.

Verfasst am 05.08.2012

 

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Der RDR50B in Action (HD Video) Zuerst auf UKW, dann KW.

 

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RFSpace Cloud-IQ

Noch fast heiss, kommt der Cloud-IQ aus der SDR-Schmiede von RFSpace, zu mir auf den Tisch. Nicht direkt, denn der Funkfachhändler WiMo aus Deutschland, stellte mir den Cloud-IQ freundlicherweise für die ersten Tests in Europa zur Verfügung. Nach ein paar Mails mit Ekki (DF4OR), dem zuständigen für den Bereich Empfänger, wurde mir ein paar Tage später der Brandneue Cloud-IQ zugestellt.

Der Cloud-IQ ist wie sein Vorgänger, der SDR-IQ, ein unscheinbares, schwarzes Kästchen mit roter Umrandung. Er wiegt gerade mal 300g, hat die Masse BxTxH 101x122x30mm und ist aus schwarz eloxiertem Aluminium. Im Lieferumfang befindet sich ein 5V-Steckernetzteil mit Europaadapter, ein 2m langes RJ45 Ethernetkabel, ein Stromversorgungskabel mit Hohlstecker auf USB-Stecker, für direkten Anschluss an den PC für die Stromversorgung. Eine CD mit Software wird auch mitgeliefert. RFSpace hat noch nicht verstanden, dass Schaltnetzteile den LMK-Empfang stören können. Leider wird ein Schaltnetzteil mitgeliefert! Es wäre schön gewesen, wenn noch ein Adapter von SMA auf BNC beiliegen würde. Ja, der Cloud-IQ hat SMA-Buchsen. Die SMA-Norm ist nicht sehr geläufig unter Funkamateuren und SWL's. So muss noch ein Adapter vorgängig besorgt werden, will man sofort in die kurzen Wellen eintauchen.

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Blockdiagramm des Cloud-IQ

Die wichtigsten Eckdaten:
-- Abtastrate: 122.88Mhz = 9khz  - 56Mhz (Direktabtastung)
-- 14 bit A/D Wandler
-- Frequenzbereich: 9khz – 56Mhz
-- Betriebsarten: AM, SAM, LSB, USB, WUSB, CW-L, CW-U, NFM, WFM, (Betriebsarten sind Softwareabhängig. Die hier aufgeführten sind von SpectraVue)
-- Schaltbare Dämpfungsglieder 0/-10/-20/-30dB
-- 2MHz Hochpass zuschaltbar
-- 60MHz Tiefpass
-- Breitbandspektrum 56Mhz breit (mit Demodulation bis 10MHz Spektrumbreite)
-- TCXO, Temperaturkompensierter Oszillator
-- 2x SMA-Antennenanschlüsse
-- RJ45 LAN-Buchse zur Verbindung zum PC oder Netzwerk
-- eingebauter Remote Server
-- 5V Betriebsspannung
-- RS232 Anschluss zur Ansteuerung externer Geräte
-- Stabiles, schwarz eloxiertes Aluminiumgehäuse

Der Cloud-IQ trägt diesen Namen nicht ohne Grund. Er kann auf zwei verschiedene Arten betrieben werden. Entweder im "Local"-Mode, oder im "Cloud"-Mode.

"Local-Mode" bedeutet, er wird zuhause ans lokale Netzwerk oder direkt an den PC angeschlossen. Diese Betriebsart bietet den Empfang mit allen Funktionen, voller Bandbreite und volle Auflösung des Spektrums.

Im "Cloud-Mode" kann er abgesetzt, an einem anderen Ort, betrieben werden. Hierzu ist kein PC notwendig. Er muss lediglich an einen Router angeschlossen werden. Um die Datenübertragung stabiler zu machen, wird bei diesem Mode die Datenmenge reduziert. Bandbreite und Auflösung sind also reduziert. Für diese Mode, bietet RFSpace kostenlose Client-Software an. Diese sind für drei Betriebssysteme verfügbar. Windows, OSX und Android. Letztere kann man auf einem Android-Pad oder auf dem Android-Smartphone laufen lassen.

Auf der mitgelieferten CD ist das Programm SpectraVue, das sämtliche Funktionen im Local Mode unterstützt. Die drei Remote-Client Applikationen für Windows, OSX und Android sind ebenfalls auf der CD. Auch das Programm zur Konfiguration des Cloud-IQ für den Remotebetrieb, ist vorhanden. Nicht zuletzt findet man auch Betriebsanleitungen für die Programme.

Installation der Programme

Als erstes sollte man die Konfigurationssoftware "Cloud Setup" für den Cloud-IQ installieren. Ich habe das auf Windows 8.1 und Windows 10 ohne Probleme installieren können. Kleiner Tipp: Alle Programme mit "als Administrator ausführen" installieren. So erspart man sich allfällige Probleme mit den Adminrechten. Dann wird der Cloud-IQ an die Stromversorgung, an den PC, oder an den Router angeschlossen. Anschliessend startet man die Konfigurationssoftware und sucht den Cloud-IQ mit "Find SDR's". Dieser wird in der Regel sofort gefunden. Mit einem Doppelklick auf den gefundenen SDR, kommt man auf die Konfigurationsseite für den Cloud-IQ. Auf dieser Seite wählt man den IQ-Mode für den lokalen Betrieb, und schliesst das Fenster mit OK. Möglicherweise muss an der Portweiterleitung des Router's auch noch Einstellungen gemacht werden, um den Port 50000 freizuschalten, sollte man über einen Router gehen. Im Konfigurationsfenster können noch einige andere

Einstellungen gemacht werden. Will man seinen SDR für die Öffentlichkeit zugänglich machen, kann die Zugriffszeit eingegeben werden. Will man den Zugriff auf nur eine bestimmte Gruppe von Personen einschränken, stattet man den Zugriff mit einem Passwort aus. Wichtig sind natürlich die Einstellungen der IP-Adressen. Alle Online verfügbaren SDR's werden auf der Webseite RFSpace SDR's on the Web aufgelistet.

Das Steuerprogramm SpectraVue ist ebenfalls schnell installiert. Weil SpectraVue mit allen RFSpace SDR's kompatibel ist, muss nach Programmstart zuerst der Cloud-IQ in der Geräteliste angewählt werden. Ist das gemacht, muss SpectraVue den Cloud-IQ noch finden. Hierzu klickt man auf den Button "Find" im Network Setup-Bereich. Dann kann es endlich losgehen. Die Installation bis hierher, dauerte etwa 10 Minuten inkl. Konfiguration des Router's und des Cloud-IQ's. Nicht jeder Router muss dafür konfiguriert werden. Bei meinem derzeitigen Router "Netgear WNDR3700" musste die Portweiterleitung konfiguriert werden.

SpectraVue sieht auf den ersten Blick spartanisch aus. Vieles wird in den Menüs eingestellt. Leider sucht man vergeblich nach einer Frequenz-Eingabemaske. Die gibt es nicht bei SpectraVue! Die Frequenz lässt sich nur dann übers Tastenfeld eintippen, wenn der Mauspfeil über die dementsprechende Ziffer in der Frequenzanzeige platziert wird. Eine etwas unkonventionelle Eingabemethode. Die Frequenz lässt sich mit dem Mausrad verstellen, wenn der Mauspfeil auf dem Spektrum platziert ist. Die Abstimmschritte lassen sich im Menü einstellen. Man kann entweder kontinuierlich Abstimmen, oder nur im sichtbaren Spektrum. Letztere wird durch anklicken des Button "Center Frequency-Ins." aktiviert. Die wichtigsten Bedienelemente, nämlich die Betriebsarteneinstellung, Bandbreiteneinstellung usw., sind unten rechts im Programmfenster platziert. Leider sind diese sehr klein ausgefallen. Das Menü zur Einstellung der AGC, Noiseblanker usw., muss durch das anklicken des "Setup" Buttons aufgerufen werden. Die wichtigsten Parameter für das Spektrum lassen sich auf der linken Seite des Programmfensters bedienen. Mit der sinnvollen Funktion "Auto Scale", lässt sich das Sektrum, sowie der Wasserfall an die Pegelverhältnisse automatisch anpassen. Unterhalb der Frequenzanzeige ist die Zoomfunktion "Span" für das Spektrum. Hiermit lässt sich das Spektrum in wählbaren Schritten raus- und reinzoomen. SpectraVue bietet noch 20 Speicherplätze, die mit dem Button "Memory Channels", neben der Span-Anzeige aufgerufen werden können. Diese lassen sich auf vielfältige Weise editieren. Es gibt noch weitere Einstellmöglichkeiten für Panadapterfunktionen, Aufnahmesteuerung und weitere Spektrumseinstellungen. Diese zu besprechen, würde den Rahmen sprengen.

Leider fehlen SpectraVue wichtige Funktionen, die ein modernes SDR Programm neuster Generation haben sollte. SWL's werden die Möglichkeit vermissen, Frequenzlisten wie Eibi, Aoki usw. einbinden zu können. Vermisst werden zudem Notchfilter, Rauschunterdrückung, Passband Tuning und die Betriebsart DRM. Auch die Möglichkeit, Seitenbänder in AM-Synchron separat anwählen zu können.

Ein weiteres Programm das zum Testzeitpunkt Reibungslos mit dem Cloud-IQ funktioniert ist CuteSDR. SDR-Radio und HDSDR werden auch bald kompatibel sein. (Stand September 2015)

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Empfang mit dem Cloud-IQ und SpectraVue

Mit einem Klick auf "Start" oder über die F12 Taste, startet man den Cloud-IQ. Der erste Eindruck ist bekanntlich der wichtigste. Und dieser war gut! Aber beginnen wir von vorne! Als Vergleichgerät stand mir der bewährte Perseus SDR zur Verfügung. Dieser arbeitet auch mit einem 14bit ADC (Analog/Digital Konverter). Beide SDR's wurden mit der mitgelieferten Software betrieben. Als Empfangsantenne nutzte ich vor allem die NTi ML200, die über alles gesehen die stärksten Pegel liefert. Aber auch die NTi MegActiv und die Fenu-CrossLoop/RLA4B kamen zum Einsatz.

Starten wir also bei 23.4KHz, wo der deutsche Marinesender DH038 sendet. Beide Geräte liefern hier praktisch die selbe Signalstärke. Leider ist dieser Frequenzbereich verseucht durch Störungen eines Mähroboters, wie man anhand der Spektren sieht. Antenne: ML200

Auf 147.3KHz wo DWD(Deutscher Wetterdienst) sendet, sind in der Signalstärke praktisch keine Unterschiede zwischen den beiden zu bemerken. Antenne: ML200

Um sich selbst ein Bild der Vergleiche zu machen, habe ich einige Empfangsvergleiche aufgenommen. Zu jedem Vergleich habe ich meine Meinung geschrieben. Weil nicht jedes Gehör gleich ist, könnte meine Meinung abweichend der Euren sein.

Bei den Audioaufnahmen gilt:

Sek. 0 - 10 > Cloud-IQ
Sek. 10 - 20 > Perseus
Wie immer empfehle ich einen Kopfhörer zu benutzen.
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Auf 153KHz ist seit Abschaltung des DLF, der rumänische Sender Antena Satelor gut zu hören. Wie im Audiobeispiel zu hören ist, sind Mähroboterstörungen präsent und beeinträchtigen das Nutzsignal. Hierbei ist zu hören, das der Noiseblanker des Perseus die Störungen besser filtert. Dafür ist das Signal vom Cloud-IQ eine Spur verständlicher. Empfang in AM-Synchron und 9KHz Bandbreite. Antenne: NTi MegActiv

153khz-AMS-Antena-Satelor-CloudIQ-Perseus

Europe 1 auf 183KHz liefert ein Signal mit S9 +30dB auf beiden SDR's. Natürlich sind hier die Unterschiede gering. Der Cloud-IQ liefert ein eher höhenbetontes und weniger verzerrtes Signal als der Perseus. Empfang in AM-Synchron und 9KHz Bandbreite. Antenne: NTi MegActiv

183khz-AMS-Europe1-CloudIQ-Perseus

DLF(Deutschlandfunk) auf 549KHz. Hier dominiert der Cloud-IQ klar mit sauberem Signal. Der Perseus kommt deutlich weniger klar mit der lokalen Störsituation. Bei beiden SDR's war der Noiseblanker eingeschaltet. Der Musiksender im Hintergrund ist UR1 aus der Ukraine. Empfang in AM-Synchron und 9KHz Bandbreite. Antenne: NTi MegActiv

549khz-AMS-DLF-CloudIQ-Perseus

Laser Hot Hits auf 4025KHz. Hier zeigen sich meiner Meinung nach die Schwächen beider Empfänger. Der Noiseblanker des CloudIQ filtert die lokalen Störungen schlecht bis gar nicht raus. Der Perseus hat hingegen ein hohes Hintergrundrauschen. Das Knistern beim Cloud-IQ beeinträchtigt das Nutzsignal mehr. Empfang in AMS und 7KHz Bandbreite. Antenne: ML200

4025khz-AMS-Laser-Hot-Hits-CloudIQ-Perseus

Radio Rebelde aus Kuba auf 5025KHz. Die erste Station die ich früh Morgens vor der Arbeit einstelle. Ein richtiger Aufsteller der Salsa! Heute etwas verzerrt auf beiden Empfängern. Empfang in AMS und 10KHz Bandbreite. Antenne: ML200

5025khz-AMS-Radio-Rebelde-CloudIQ-Perseus

RAF Volmet, die englische Royal Air Force mit den Wettermeldungen auf 5450KHz. Beide SDR's liefern fast identische Signale. Empfang in USB und 2.8KHz Bandbreite. Antenne: ML200

5450khz-USB-RAF-Volmet-CloudIQ-Perseus

Kurz bei der DARC Sendung auf 6070KHz reingehört. Das Signal kommt relativ stark, aber etwas verzerrt auf beiden SDR's.Beide klingen ziemlich ähnlich. Bei beiden ist die Kurzwellenseuche "PLC"(Powerline Connection) im Hintergrund zu hören. Empfang in AM-Synchron und 12KHz Bandbreite. Antenne: ML200

6070khz-AMS-DARC-CloudIQ-Perseus

Im 40m-Amateurfunkfand: Hier klingt das Signal des Cloud-IQ angenehmer. Es hat weniger Hintergrundrauschen als das Signal, das der Perseus liefert. Empfang in LSB und 3KHz Bandbreite. Antenne: ML200

7145khz-LSB-Amaterufunk-CloudIQ-Perseus

Ein kurzer Besuch bei den Fischern die oft auf 8250KHz plaudern. Der Cloud-IQ hat wohl einen rauscharmen Hintergrund, dieser ist aber von einer Art Knistern beeinträchtigt. Der Perseus hat dies nicht, dafür rauscht es vernehmlich. Empfang in USB und 3KHz Bandbreite. Antenne: ML200

8250khz-USB-Fischereifunk-CloudIQ-Perseus

Radio Revival auf 9405KHz in USB. Ein Piratensender aus Schweden. Beide SDR's klingen sehr ähnlich, wobei beim Cloud-IQ der Hintergrund knistert. Beim Perseus rauscht der Hintergrund ein Spur mehr. Empfang in USB und 3.3KHz Bandbreite. Antenne: ML200

9405khz-USB-Radio-Revival-CloudIQ-Perseus

Mal was ganz schmales! Auf 10355KHz ist ein Kanalmarker der israelischen Marine. Beide SDR's bringen das Signal gleich gut. Empfang in CW und 100Hz Bandbreite. Antenne: ML200

10355khz-CW-Channel-Marker-CloudIQ-Perseus

Auf 11580KHZ sendet Brother Stair aus Florida/USA. Zurzeit ein sehr schwaches Signal und eine Herausforderung für beide Empfänger! Der Cloud-IQ bringt das Signal eine Spur besser weil das Hintergrundrauschen weniger ist. Empfang in AMS und 6.7KHz Bandbreite. Antenne: Fenu-CrossLoop/RLA4B

11580khz-AMS-Brother-Stair-CloudIQ-Perseus

Manila/Philippinen auf 12120KHz. Identische Wiedergabe des Signals. Empfang in AMS und 7.2KHz Bandbreite. Antenne: Fenu-CrossLoop/RLA4B

12120khz-AMS-FEBC-Manila-CloudIQ-Perseus

Hier wieder etwas aus der Fischerei! Auf 13343KHz ist ein portugiesischer Fischer zu hören, der sich über den Fang mit einem anderen Fischerboot unterhält. Generell scheint der Perseus auf SSB mehr Hintergrundrauschen zu haben. Empfang in USB und 2.8KHz Bandbreite. Antenne: ML200

13343khz-USB-Fischereifunk-CloudIQ-Perseus

Auf 13955khz sendete ein Pirat mit undefinierbarer Betriebsart. Am besten kam er in LSB. Kein Unterschied in der Wiedergabe. Empfang in LSB und 2.8KHz Bandbreite. Antenne: NTi MegActiv

13955khz-LSB-Piratensender-CloudIQ-Perseus

Amateurfunk im 20m Band, auf 14275KHz. Deutlicher Vorteil für den Cloud-IQ. Empfang in USB und 2.8KHz Bandbreite. Antenne: NTi MegActiv

14275khz-USB-Amateurfunk-CloudIQ-Perseus

Das Zeitzeichen aus Kanada auf 14670KHz. Das Signal war sehr schwach und musste mit dem Aufnahmeprogramm in der Lautstärke etwas angehoben werden, um überhaupt etwas zu hören. Hier scheint der Cloud-IQ empfindlicher zu sein. Empfang in USB und 2.8KHz Bandbreite. Antenne: NTi MegActiv

14670khz-USB-CHU-Ottawa-CloudIQ-Perseus

Sound of Hope aus Taiwan auf 15800KHz. Mit dem Cloud-IQ etwas verrauschter. Empfang in AMS und 7.2KHz Bandbreite. Antenne: ML200

15800khz-AMS-Sound-of-Hope-CloudIQ-Perseus

Radio France International auf 17615khz mit schwachem Signal. Empfang auf beiden SDR's identsich. Empfang in AMS und 7.2KHz Bandbreite. Antenne: Fenu-CrossLoop/RLA4B

17615khz-AMS-RFI-CloudIQ-Perseus

16m-Band, Amateurfunk. Verständlichkeit beider SIgnale identisch. Perseus hat mehr Hintergrundrauschen. Empfang in USB und 2.8KHz Bandbreite. Antenne: ML200

18126khz-USB-Amateurfunk-CloudIQ-Perseus

World Harvest Radio auf 21600KHz. Praktisch identische Audiowiedergabe. Empfang in AMS und 7.2KHz Bandbreite. Antenne: ML200

21600khz-AMS-World-Harvest-Radio-CloudIQ-Perseus

 

Empfang im 6m-Band bei relativ schlechten Bedingungen. Die CW-Bake HB9SIX auf dem Säntis(CH). Das Signal ist gut zu hören, wenn auch schwach. Empfang in CW und 300Hz Bandbreite. Antenne: ML200

 

Remotebetrieb mit dem Windows Remote-Client

Eine tolle und obendrauf kostenlose Funktion, bietet RFSpace mit seinen Remote-Client's für Windows, OSX und Android. Ein Remote-Client ist eine Software, mit der man ein SDR aus der Ferne über's Internet, oder über das lokale Netzwerk ansteuern und bedienen kann. Um Kurzwelle zu hören, ist es nicht mehr notwendig vor dem PC zu sitzen. Man kann das jetzt ganz gemütlich vom Sofa aus im Wohnzimmer machen.

Ich habe mir in diesem Kurztest die Windows- und Android Client's angehört. OSX stand leider nicht zur Verfügung. Der Windows RemoteSDRClient in der Version 1.17 lässt sich genauso so problemlos installieren wie SpectraVue. Mit Doppelklick auf das entsprechende Icon, startet man den Client. Dieser wird versuchen auf's Internet zuzugreifen, wo bei sich die Windows Firewall meldet, und den Zugriff vorerst blockiert. Den Zugriffswunsch des Programms muss man natürlich erlauben, sonst funktioniert das ganze nicht. Der nächste Schritt ist der Klick oben links auf "Find SDR's". Hierbei öffnet sich ein Fenster, in dem ersichtlich wird, welche RFSpace- SDR's weltweit zur Verfügung stehen. Ein Doppelklick auf einen Eintrag wählt den SDR aus. Dann drückt man auf "Start" und dann sollte etwas zu hören sein.

Um Empfangsunterbrüche zu minimieren, wurde die Datenmenge möglichst gering gehalten, deshalb die Spektrumsfunktionalität und Auflösung reduziert, was Sinn macht. Datenübertragung über's Internet oder über WLan, können schon mal ins stocken geraten, egal wie technologisch hochstehend das ganze mittlerweile ist.

Alle wichtigen Betriebsarten sind vorhanden, sowie verstellbare Bandbreiten bis 7.8KHz, je nach Betriebsart. Mit dem Windows-Client hat man interessante Möglichkeiten, die SpectraVue nicht bietet. So ist z.B. ein PSK-Decoder eingebaut, der die Zeichen sofort in Klarschrift anzeigt. Aufgerufen wird der Decoder, wenn man die Betriebsart "DIG" anwählt. Das Spektrum lässt sich zwischen 1KHz bis 10MHz einstellen bei bleibender Demodulierung des Signals.

Um anständige Audio zu erhalten, sollte man die "AGC Threshold" auf etwa -80dB zurückregeln. Es rauscht wesentlich weniger und ist angenehmer. Es empfiehlt sich, den "RF-Gain" auf -10dB zu reduzieren. So gibt es merklich weniger "ADC Clipping". Natürlich ist das abhängig von der angeschlossenen Antenne.

Und weil es kostenlos ist, hier der Link zum runterladen: www.rfspace.com/RFSPACE/CloudIQ.html

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Remotebetrieb mit dem Android Remote-Client

Der Remote-Client für Android ist eine tolle Sache! Bequem vom Sofa aus Kurzwelle hören. Und das in recht guter Qualität! Die Funktionalität ist dem Windows-Client sehr ähnlich, wobei man hier auf den PSK-Decoder verzichtet hat. Die Frequenzabstimmung erfolgt hier durch streichen mit dem Finger über's Display. Streicht man im Wasserfall, verändert sich die Frequenz schnell in 500Hz-Schritten bei AM. Streicht man mit dem Finger im Spektrum, verändert sich die Frequenz langsam, ebenfalls in 500Hz Schritten. Gut zur Feinabstimmung. In SSB, sind die Schritte 100Hz. Oben rechts hat es noch zwei Pfeile, auch zur Frequenzabstimmung. Will man z.B. in MHz-Schritten abstimmen, tippt man auf die MHz-Ziffer in der Frequenzanzeige. Diese wird dann rot. Dann tippt man einfach auf eines der Pfeil-Buttons für die Abstimmung in MHz-Schritten. Mit dem "Auto"-Button lässt sich das Spektrum Pegelmässig anpassen. Im Menü lassen sich noch die Bandbreite, Betriebsart und noch weitere Dinge einstellen.

Ich könnte noch viel Schreiben. Das beste ist aber, man versucht es selbst. Es ist ja kostenlos.

Hier kann der Remote-Client für Android runtergeladen werden. SDRAnywhere

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Fazit:

Der RFSpace Cloud-IQ hat mich überrascht. Und das im positiven Sinne! Nach intensiver Tests und Vergleiche, konnte ich in Verbindung mit SpectraVue, keine Übersteuerungseffekte feststellen, obwohl er keine Vorselektion besitzt. Die Clipping-Anzeige leuchtete oft auf, aber es gab nie ein Übersteuerungseffekt zu hören. Das aufleuchten der Clipping-Anzeige war mehrheitlich mit den hiesigen Weidezäunen in Verbindung zu bringen. Die sind keine 20m von den Antennen entfernt. Die Stromimpulse sind dementsprechend heftig. In den Abendstunden, wenn die Signalpegel ansteigen, leuchtete die Clipping-Anzeige zeitweise auf, hauptsächlich auf den unteren Frequenzen. Das war nur dann der Fall, wenn die Antenne NTi ML200 angeschlossen war. Diese bringt wegen ihrer Grösse, enorme Pegel und überfordert zeitweise den ADC den Cloud-IQ. Auch dann waren keine Übersteuerungseffekte zu hören. Obwohl der Cloud-IQ nur einen Hoch- und einen Tiefpass hat, verträgt er doch einiges an Signal. Was das Empfangsverhalten betrifft, gibt es für mich ein Unentschieden in diesem Vergleich mit dem Perseus.

Das Programm SpectraVue bedarf Eingewöhnung. Vielleicht etwas mehr als bei anderen Programmen. Wenn man aber alle Funktionen erkundet und verstanden hat, entpuppt sich SpectraVue als gutes Steuerprogramm für die RFSpace SDR's. Wenn mal alles richtig konfiguriert ist, bringt SpectraVue einen guten und verständlichen Klang und ist für DX sehr gut geeignet. Allerdings fehlen ein paar wichtige Funktionen, die ein modernes SDR Programm haben sollte. Der Noiseblanker könnte weiter optimiert werden, weil die hiesigen Weidezaunimpulse nur schwach gefiltert wurden.

Die Remote-Clients funktionierten gut. Vorallem der Android-Client ist eine tolle Sache und hat mir sehr gut gefallen. Allerdings sind bei diesen Abstriche in der Funktionalität zu machen, was nicht weiter ins Gewicht fällt. Muss man einfach probieren!

Der RFSpace Cloud-IQ ist eine Bereicherung für den SDR Markt. In der Preisklasse des Perseus SDR, liefert er absolut gleichwertige SIgnale und bietet mit seinen Remote-Client's, kostenlosen Zugriff auf RFSpace-SDR's weltweit.

Herzlichen Dank an die Firma WiMo für die Ausleihe des Cloud-IQ.

Cloud-IQ Produkteseite: https://www.wimo.com/cloud-iq-sdr-rfspace_d.html

WiMo Startseite: https://www.wimo.com/main_d.html

gepostet 4.09.2015

 

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RFSpace SDR-IQ

In den letzten paar Jahren ist der Trend zu den Software definierten Radios (SDR) stets zunehmend. Warum ist das so? Nun, in unserem computerisierten Zeitalter werden immer mehr Arbeiten mit dem PC verrichtet. So ist es naheliegend, dass man versucht, auch Hobbybezogene Applikationen in den PC zu verlagern. Im Falle des Radiohörens hat das ganz bestimmte Vorteile, die heute nicht mehr weg zu denken sind. Praktisch alle Funktionen, die früher mit der Hardware realisiert wurden, wird jetzt in der neuen Radiogeneration mit Computersoftware gemacht. Hardwaregeräte sind für exzellenten Kurzwellenempfang nicht mehr nötig. Allerdings haben diese ihre Daseinsberechtigung, weil nicht jeder Kurzwellenhörer ständig vor dem Computer sitzen mag und doch lieber ein paar Knöpfe braucht um daran drehen zu können.
So liess ich mir den SDR-IQ von RF Space aus den USA schicken. Ein kleines schickes Kästchen, sehr stabil gebaut, steht nun auf dem Tisch. Viel gibt es nicht anzuschliessen. Ein USB- Kabel, die Antenne und das war's auch schon. Die Betriebsspannung wird dem kleinen über die USB Schnittstelle zugeführt. Die Installation geht auch ohne Probleme. Dem SDR-IQ liegt noch eine CD bei mit dem Programm "SpectraVue". Ein leicht zu bedienendes Programm, dass fast alle Wünsche des Radiohörers erfüllt. Wenn man mehr Funktionen und Einstellmöglichkeiten will, dann kann man zum kostenlosen, famosen Programm "SDR-Radio" greifen. Dort hat man Funktionen und Einstellmöglichkeiten bis zum abwinken. Für den versierten Radiohörer mit guten PC Kenntnissen, ist dieses Programm die reinste Freude! Wenn das doch zu viel ist, der hat auch die Möglichkeit das exzellente "HDSDR" zu versuchen. Dieses läuft auch mit dem SDR-IQ. Soviel zur Software.

Wie empfängt den nun der kleine SDR-IQ?
Ich habe ihn mit dem Perseus SDR und den anderen Hardwaregeräten verglichen. Da der Empfang sehr von der Software abhängig ist, ist der Klang natürlich bei den verwendeten Programmen unterschiedlich. Am besten hat mir der Klang von "SDR Radio" gefallen. Dort hat man die Möglichkeit mittels Equalizer den Klang anzupassen. Allerdings ist diese Software nicht perfekt. Beim abstimmen stottert das Spektrum hinterher. Das macht HDSDR wesentlich besser; schönes flüssiges abstimmen. SpectraVue hat mir nicht so gut gefallen. Bei dieser Software funktioniert das abstimmen der Frequenz auch nicht ohne Ruckler. Aber alle drei Programme sind recht Rauscharm und ermöglichen sehr verständlichen Empfang. Das Grosssignalverhalten des SDR-IQ ist recht gut mit IP3 +15dBm. An meinen Antennen, 35m Langdraht & Fenu-Loop/HDLA3 kam es nur selten zu Übersteuerungen. Da ist der Perseus SDR schon eine Klasse besser. Die Empfindlichkeit kommt nicht ganz an die der anderen Geräte heran, ist aber ausreichend für Fernempfang (DX).
Im grossen und ganzen ein toller Empfänger mit der Möglichkeit andere Steuerprogramme zu nutzen.
Für den SDR Einsteiger das richtige Gerät. Nicht zu teuer und gute Leistung.
Steuerprogrammanbieter:
SpectraVue
SDR Radio
HDSDR
 

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S9-C Rabbit SDR

Bisher waren Italien, die USA, Russland und Deutschland als Entwickler und Hersteller für SDR’s bekannt. Jetzt gesellt sich ein fernöstliches Land dazu. China!

Aus dem Reich der Mitte kommt ein SDR Namens „S9-C Rabbit SDR“. Rabbit heisst auf Deutsch „Hase“. Dale Yu BA4TB, Funkamateur und Entwickler des S9-C, vertreibt ihn über seine kleine Firma Venus Information Technology Co. Der S9-C ist hierzulande absolut unbekannt, obwohl dieser schon seit Mitte 2015 erhältlich ist. Im Internet sind nur spärliche Informationen zum S9-C zu finden, weshalb der Bekanntheitsgrad sehr tief ist. Aus Neugier und mit wenig Hoffnung, fragte ich Dale Yu an, ob er mir ein Demogerät zur Verfügung stellen würde. Nach ein paar Tagen kam dann die positive Antwort. Dale Yu schickte mir daraufhin ein Demogerät. Das freute mich natürlich sehr, war ich doch wahrscheinlich der erste in Europa, der den S9-C Rabbit SDR testen durfte. So traf dann nach einer Woche der S9-C hier ein.

Das Gerät kommt schön verpackt in einem Buch-ähnlichen Karton. Als Zubehör ist ein USB-Kabel, je ein Pigtail von SMA auf die Norm PL und N, sowie ein Schaltnetzteil mit Länderspezifischen Adaptern beigelegt. Der S9-C ist ein hochwertig gebauter SDR. Das Gehäuse ist komplett aus gefrästem Aluminium und wird aktiv gekühlt. Das bedeutet, unter den Kühlrippen auf der Geräteoberseite, werkelt ein kleiner Lüfter der zum Glück nicht sehr laut ist.

Der S9-C wartet mit guten technischen Daten auf.

Die wichtigsten Eckdaten:
 
-- Architektur: DDC/DUC >Digital Down Converter / Digital Up Converter<
-- Frequenzbereich: 0.02-54MHz / 54-860MHz
-- 54MHz - 860MHz MAX2543 Tuner
-- Sampling Rate: 120Mhz
-- Sampling Auflösung: 16bit
-- AD-Chip: ADC LTC2208-16
-- Frequenzauflösung: 1Hz
-- Betriebsarten:  AM/FM/SSB/DSB/ISB/CW (Softwareabhängig)
-- +IP3 28dBm; +19dBm(Pre-Amp ein)
-- Pre-Amp 0-10dB
-- ATT -20dB
-- Eingebauter Preselektor
-- Antenneneingang mit Gas befülltem Überspannungsschutz
-- Betriebsspannung: 6V
-- Masse: 148.5 x 88.5 x 34.5mm (TxBxH)
--Antenneneingänge 2x SMA
--PC Anbindung: USB 2.0

 

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Die Rückseite des S9-C bietet zwei SMA-Antenneneingänge. Eines für Lang, Mittel und Kurzwelle (HF), sowie ein Antenneneingang für VHF/UHF (U/V). Rechts davon befindet sich der USB2 und der DC-Anschluss für die 6V-Spannungsversorgung. Gut gelöst ist der kombinierbare Antenneneingang "HF+U/V". Mit der Steuersoftware(#SDR) kann man wählen, ob man nur eine Antenne für den ganzen Frequenzbereich nutzen will, oder ob man mit zwei Antennen arbeiten möchte. Dann verwendet man für VHF/UHF den Eingang "U/V". Bei 54MHz schalten die Antennen automatisch um, verwendet man zwei Antennen.

Öffnet man den S9-C, erkennt das kundige Auge sofort, dass an der Qualität nicht gespart wurde. Alle wichtigen Baugruppen sind zusätzlich geschirmt. Die Verarbeitung und das verwendete Material lässt kein Wunsch offen.

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Steuersoftware für den S9-C

Bei einem SDR dieser Preisklasse, hatte ich eine eigenständige Steuersoftware erwartet. Dem war leider nicht so! Stattdessen setzt der Hersteller auf die bewährte Freeware "HDSDR" und "SDR#". Die nötigen ExtIO.dll's und USB-Treiber, muss man sich von der Webseite des Herstellers runterladen. Es stehen zwei Bandbreiten zur Verfügung: 1,2MHz und 3MHz. Die können beim Programmstart gewählt werden. CW-Skimmer und RTTY-Skimmer werden auch unterstützt. Diese habe ich aber nicht getestet.

Eine freudige Überraschung war, das  die ExtIO.dll für HDSDR, auch mit Studio1 funktionierte. Leider aber nicht vollständig. Die Regelung für den Vorverstärker fehlt.

Die Installation der Programme ging schnell von statten. Auch der USB-Treiber liess sich ohne Probleme installieren. Man musste nur noch die entsprechenden ExtIO.dll's in die richtigen Programmordner kopieren. Dann konnte es auch schon losgehen.

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Der Empfang mit dem S9-C

Auf ein neues und unbekanntes Gerät ist man besonders gespannt. Ich begann also mit HDSDR. Nach ein paar grundlegenden Einstellungen und Anpassungen am Programm, konnte es endlich losgehen. Als Vergleichsempfänger nahm ich den bewährten Perseus SDR sowie den NetSDR+. Beide sind Topempfänger.

Auf der Webseite des S9-C steht, dass der Frequenzbereich ab 250Khz startet. Für europäische Verhältnisse nicht ideal. Das bedeutet, das die bei uns noch aktive Langwelle gar nicht enthalten wäre. Bevor mir Dale das Gerät schickte, habe ich das thematisiert und es fand sich eine Lösung. Dale optimierte daraufhin die Schaltung, damit das Testgerät die Langwelle und sogar darunter, empfängt.

So starten wir also bei der tiefsten Frequenz, die der S9-C empfangen kann. Der S9-C bringt den französischen Marinesender HWU auf 18.3KHz mit S4. Der Perseus bringt den gleichen Sender an der gleichen Antenne mit S9 +10dB. Allerdings bringt der Perseus mehr Störungen. Somit ist der Sender mit dem S9-C besser lesbar und auch besser sichtbar auf dem Spektrum. Am besten kommt HWU mit dem NetSDR+. S9+17dB mit bestem SNR. Das Zeitzeichen auf 60KHz brachte der S9-C mit S8. Der Perseus brachte es mit S9+10dB, der NetSDR+ mit S9+20dB. Das SNR war bei allen drei etwa gleich. BBC auf 198KHz, empfing  der S9-C mit S9+10dB. Die anderen beiden SDR's brachten etwa 10dB mehr Signal bei ähnlichem SNR.

Französischer Marinesender auf 18.3KHz

Zeitzeichen auf 60KHz

BBC auf 198KHz

Oberhalb der Langwelle waren die Unterschiede kaum noch zu hören. Die Unterschiede waren so gering, dass es sich nicht lohnte, von jedem Band ein Video zu machen.

Vergleich zwischen S9-C Rabbit SDR mit HDSDR und dem NetSDR+ mit SDR-Console V3 auf Mittelwelle.

 

 

Vergleich zwischen S9-C Rabbit SDR mit HDSDR und dem Perseus SDR. Empfang von Laser Hot Hits auf 4029KHz.

 

 

Vergleich zwischen S9-C Rabbit SDR mit HDSDR und dem Perseus SDR. Empfang auf 6585KHz in LSB.

 

 

Vergleich zwischen S9-C Rabbit SDR mit HDSDR und dem NetSDR+ mit SDR-Console V3. Empfang auf 11700KHz.

 

 

Vergleich zwischen S9-C Rabbit SDR mit HDSDR und dem Perseus SDR. Empfang auf 15580KHz.

 

 

Vergleich zwischen S9-C Rabbit SDR mit HDSDR und dem Perseus SDR. Empfang auf 17530KHz.

 

 

Der S9-C ist auch kompatibel mit der Studio1 Steuersoftware. Das einzige was nicht funktioniert, ist das aktivieren des Vorverstärkers beim S9-C. Hier zu sehen, das der S9-C auch ein guter UKW Empfänger ist. Der Frequenzbereich geht bis 860MHz.

 

 

Fazit:

Der S9-C Rabbit SDR ist ein Top- SDR der Mühelos mit den besten seiner Preisklasse mithalten kann. Die Verarbeitung der Hardware erfüllt hohe Qualitätsansprüche. Einschränkungen gab es lediglich beim Empfang auf den tiefsten Frequenzen unterhalb der Langwelle. Seine Kontrahenten, der Perseus und der NetSDR+ waren dort etwas besser bei schwachen Signalen. Der Empfang auf Mittelwelle und Kurzwelle waren praktisch identisch mit der Konkurrenz. Der S9-C empfängt bis 860Mhz. Hier lässt er den Perseus klar hinter sich.

Was leider nicht so gut war, waren die ExtIO.dll. Sozusagen die Verbindungssoftware zwischen dem S9-C und dem eigentlichen Steuerprogramm, war zum Testzeitpunkt nicht optimal programmiert. Die ExtIO.dll für HDSDR beherrschte nur 5KHz als kleinstes Abstimmschritt in der LO-Frequenz. Auch das Center-Tuning funktionierte nicht korrekt. Arbeitet man aber mit der "Tune" Frequenzabstimmung, funktionieren alle Abstimmschritte.

Für #SDR gibt es auch eine ExtIO.dll mit mehr Funktionen. Leider waren auch dort Fehler in der Programmierung vorhanden, die ein Betrieb mit #SDR zu sehr erschwerte. Deshalb habe ich #SDR nicht verwendet.

Eine Überraschung gab es dann mit Studio1. Diese tolle Software funktioniert mit der ExtIO.dll für HDSDR mit dem S9-C. Nur die den Vorverstärker des S9-C konnte nicht eingestellt werden, was kein Beinbruch war.

Bleibt zu hoffen, das der Hersteller die ExtIO.dll bald korrigiert.

gepostet, 17.10.2016

 

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Ten-Tec RX-350

Der RX-350 ist in Europa selten anzutreffen. Er kommt aus den USA und wird seit etwa 2004 nicht mehr hergestellt. Dieser grosse schwarze Kasten ist ein sogenannter DSP- Empfänger. Das bedeutet, dass einige Funktion Softwarebasiert sind, wie z.B. die Bandbreitenfilter. Öffnet man das Gerät, fragt man sich wie sowas funktionieren kann! Da ist nur eine Platine mit ein paar Bauteilen drin. Nun gut, Kiste wieder zugeschraubt und schauen was der RX-350 so auf dem "Kasten" hat. Er empfängt von 100khz - 30Mhz in den Betriebsarten AM, AMS, LSB, USB, CW, RTTY und FM. Er hat 34 DSP- Bandbreitenfilter, 1024 alphanumerische Speicherplätze, eine Spektrumsanzeige bis 2.4Mhz (nicht in Echtzeit), einen Auto- Notch, BPT (Bandpass Tuning) usw... also ziemlich komplett ausgerüstet. Er hat sogar einen 12khz IF- Ausgang. Über diesen kann man mittels PC DRM decodieren. Was der RX-350 nicht hat, ist eine Tastatur zur Eingabe der Frequenzen. Dafür gibt es eine Tastatur/VFO Einheit als Zubehör die man hinten am Gerät anschliessen kann.
Angesichts der mageren Innereien war ich auf die Empfangsversuche gespannt. Verglichen habe ich ihn mit dem Drake R8B und dem Reuter RDR50B. Dieser kommt dem RX-350 am nächsten, weil er komplett digital arbeitet. Als Antenne hat der altgediente 35m Langdraht dem RX-350 eingeheizt. Der RX-350 ist zu meinem erstaunen sehr Rauscharm auf AM und hat eine angenehme Audio. Wenn ich da an den JRC NRD545DSP denke, dann ist der RX-350 ein richtiger Ohrenschmeichler. Aber es kommt noch besser! In SSB ist er praktisch Rauschfrei! Ein so sauberes SSB habe ich selten bei einem KW- Empfänger gehört. Die Empfindlichkeit auf Kurzwelle ist sehr gut bis Bandende. Leider muss der RX-350 auf Langwelle & Mittelwelle gewaltige Abstriche machen. Hier ist er ziemlich unempfindlich. Auch das AM Synchron ist nicht sehr Standfest! Dieser verliert relativ schnell die Synchronisation. Das Grosssignalverhalten war weitestgehend gut, bis auf ein paar Übersteuerungserscheinungen oberhalb 10Mhz.
Eine etwas eigenartige Sache ist die Anzeige der Bandbreitenfilter. Stellt man in AM 6kHz ein, sind in Wirklichkeit ca. 12khz eingestellt. Um also 6khz breit zu hören müssen 3khz eingestellt werden. Sowas ist einzigartig! Es scheint so, als ob die Bandbreite eines Seitenbandes angezeigt wird. Diese komische Philosophie wurde über mehrere Firmwareupdates beibehalten. In SSB ist die Anzeige der Bandbreiten normal.
Die Verarbeitung des Gehäuses ist halt typisch Amerikanisch- günstig! Wenn man aufs Gehäuse klopft, scheppert es ganz schön und es klingt hohl.
Davon abgesehen ist der Ten-Tec RX-350 ein guter KW- RX mit beeindruckender SSB- Wiedergabe.
Besten Dank an den "anonymen Hobbykollegen" für die Ausleihe des RX-350.

Verfasst am 03.09.2012

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Winradio G31DDC Excalibur

Was bedeutet "Excalibur"? Es geht um das Schwert, das der Zauberer Merlin in einen Stein getrieben hatte. Wer das Schwert aus den Stein ziehen könne, der hatte anrecht auf den Königsthron. Laut der Sage war es Artus, der das Schwert aus dem Stein zog und wurde somit König.
Aber hier geht es selbstverständlich um ganz was anderes. Es handelt sich hier um einen exzellenten Software Defined Radio, kurz "SDR". Der Excalibur ist nur über einen PC oder einem leistungsfähigen Notebook zu betreiben. Er ist eine sogenannte Blackbox, so wie der Perseus SDR und den SDR IQ. Der Frequenzbereich geht von 0 - 50Mhz. Das ganze Frequenzspektrum lässt sich in dem unteren Teil Software darstellen. Wahlweise lassen sich auch 30Mhz einstellen. Die obere linke Anzeige stellt einen wählbaren Frequenzbereich dar, genannt "DDC Bandwidth" der zwischen 50Khz - 2000Khz breit sein kann. Rechts davon ist das Demodulatorfenster. Dieses verändert die Breite, je nach eingestellter DDC Bandwidth. Im Demodulatorfenster lässt sich das Signal bearbeiten / beeinflussen. Diese Fenster lassen sich als Spektrum oder als Wasserfalldarstellung schalten. Ausgenommen davon ist das Demodulatorfenster. Der Excalibur bietet alle Betriebsarten: AM, AMS mit wählbaren Seitenbändern, LSB, USB, CW, FM, DRM, FSK, UDM (User Definable Mode). Eingebunden sind auch die Eibi, HFCC Frequenzlisten und Benutzerprogrammierbare Speicher. Ein variabler Notchfilter, sowie ein Audio- Hoch/Tiefpassfilter sind ebenfalls dabei. Der Excalibur hat übrigens 3 unabhängige Empfänger (Softwaremässig). Diese lassen sich frei programmieren. Kurz, am Excalibur lässt sich so ziemlich alles einstellen. Auf die eine Seite sehr gut, auf die andere Seite hat man mehr zu tun, was einem nichtversierten SWL nicht unbedingt entgegenkommt. Da ist der Perseus SDR " Benutzerfreundlicher", es lässt sich nicht soviel einstellen. Wer aber Geduld hat und sich die Zeit nimmt mit dem Excalibur vertraut zu machen, wird garantiert nicht enttäuscht sein!
So, nun aber zum Empfang...wie hört es sich an, das Schwert des Artus?
Vorneweg Spitzenklasse!!!
Im Vergleich mit dem Perseus SDR zeigte sich, das der Excalibur generell empfindlicher ist. Besonders auf den oberen Frequenzen z.b. Radio Ex. de Espania auf 21610Khz, ist der Excalibur dem Perseus klar überlegen. Auch der Klang ist Spitze. Dank dem Audio- Hoch/Tiefpassfilter und anderen Einstellmöglichkeiten, lässt sich die bestmögliche Audio einstellen. Allerdings hat der Excalibur auch seine Schwächen: Die Grosssignalfestigkeit ist nicht so gut wie beim Perseus. Unterhalb der Langwelle sind starke Übersteuerungen aus der Kurzwelle zu hören. Auch der Noise Blanker ist stark verbesserungswürdig. Da ich auf dem Land wohne, also in ziemlicher Nähe von Weidezäunen, wäre der "NB" sehr wichtig. Leider kann der NB des Excalibur die Weidezaunimpulse nicht rausfiltern. Der NB des Perseus hingegen kann vollends überzeugen. Die Impulse werden sauber eliminiert.
Unter dem Strich lässt sich sagen, der Excalibur hat grosses Potenzial! Wenn die Software weiter verbessert wird, dann wird er garantiert ein Spitzenplatz einnehmen! Analoge Empfängerkonzepte können mit dieser Flexibilität fast nicht mehr mithalten.

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Yaesu FRG-8800

Der FRG-8800 war in den neunziger Jahren der Liebling vieler Kurzwellenhörer und war weit verbreitet. Ein Kurzwellenempfänger der nicht allzu viel kostete und sehr guten Empfang bot. Wie bei vielen Empfängern der Hobbyklasse verträgt auch der FRG-8800 keine grossen Antennen. Mehr als 10m Draht sollte man ihm nicht zumuten. Aktivantennen sind auch mit Bedacht zu verwenden. Ausser die Aktivantenne FRA-7700 konnte man ohne Probleme mit dem FRG-8800 nutzen, weil diese eine Vorselektion hat. Der Klang sowie die Tonblende sind ganz gut. Es liess sich noch einen VHF- Konverter einbauen, der den Frequenzbereich 118 - 174Mhz ermöglichte. Er liess sich auch portabel einsetzen, dank dem Batteriefach. Der FRG8800 wird sicher noch in manchem Shack stehen und noch seinen Dienst tun.
Dazumal ein Bestseller.
 

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Yaesu FRG-100

Der FRG-100 ist ein sehr guter Kurzwellenempfänger, der mittlerweile nicht mehr gebaut wird. Schade eigentlich, überzeugt er doch mit sehr gutem Grosssignalverhalten. Er ist wirklich einer der wenigen Hobbyempfänger, der anständige Langdrähte verkraftet oder gleich zu übersteuern. Er ist mit 50 Speichern ausgestattet, die die Betriebsart und die Filterbreite abspeichert. FM ist leider nur als Option erhältlich, was eigentlich nicht so schlimm ist. Was am FRG-100 richtig fehlt ist eine Eingabetastatur. Für Frequenzwechsel ist es mühsam mit den Up/Down Tasten. Aber man gewöhnt sich daran.

Wie ist der Empfang?
Im Grossen und Ganzen sehr gut! Grosse Antennen verträgt er sehr gut. Am 20m Langdraht und an der vertikalen, modifizierten 5,5m langen CB-Antenne, zeigte er keine Übersteuerungserscheinungen. Respekt!!! Doch der FRG-100 ist nicht perfekt, wie alle anderen auch nicht. Die AGC- Zeiten sind viel zu lange ausgelegt. Wenn z.b. ein Gewitter naht, schlägt das S- Meter kurz aus wegen den elektrischen Impulsen. In dieser Zeit, bis das S-Meter wieder zurück auf die eigentliche Feldstärke zurückgeht, ist der Empfang Stumm geschaltet. Auch wenn man etwas schneller übers Band dreht, gibt es denselben Effekt. Dafür gibt es eine kleine und einfach auszuführende Modifikation an der Elektronik, um die AGC schneller zu machen. Auch vermag der Klang nicht richtig zu überzeugen. Er klingt ein wenig dumpf. Er erinnert an die NRD525/535. Die klingen ähnlich. Auch hierfür gibt eine kleine Modifikation. Sind diese gemacht, vermag der FRG-100 zu überzeugen.

 

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Yaesu VR-5000

Der Yaesu VR-5000 ist, vorneweg gesagt, ein kompliziert zu bedienender Empfänger. Der Frequenzbereich geht von 100khz - 2600Mhz, also kein reiner Kurzwellenempfänger. Er ist solide gebaut, sieht schön aus und klingt recht gut.Er hat so viele Funktionen, ich weiss gar nicht wieviele..! Er hat eine Unmenge von Speichern (2000). Ehrlich, wer braucht so viele Speicher?!? Ich hatte dieses Gerät nicht lange. Zu schreiben bleibt, dass der VR-5000 für einen Scanner recht gut auf KW funktioniert, wenn man einen Preselektor vorschaltet, oder eine nicht allzu lange Antenne verwendet. Sonst übersteuert er sofort.
 

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Portable Weltempfänger

Degen DE1105

Direkt aus China habe ich diesen Degen DE1105 importiert. Dieses Gerät ist hier in Europa nicht erhältlich. Was man für läppische 60 $US oder 75 CHF inkl. Versand, Zoll usw. erhält, ist fast nicht zu glauben! Dieser Zwerg hat die Masse: 118x73x23 (HxBxT) und bietet 1000 Speicher( nicht flüchtig) aufgeteilt in 10 Seiten. Betriebsarten sind FM (UKW) von 70-108Mhz, Kurzwelle von 5800Khz-26100Khz und Mittelwelle von 522Khz-1620Khz. Es ist sogar möglich über Ohrhörer in Stereo, wahlweise mit Bassanhebung zu hören. Es ist ein Timer und drei voll programmierbare Wecker eingebaut. Es lassen sich Zeit, beliebige Frequenz und sogar die Wecklautstärke speichern. Der Empfang mit der 50cm langen Teleskopantenne ist überraschend gut! Die Kurzwelle spielt sehr gut, nicht zuletzt wegen der recht guten Trennschärfe. Auch auf UKW lässt es sich hervorragend Musik hören, besonders über einen guten Stereoohrhörer, der übrigens gleich mitgeliefert wird. Was auch sofort auffällt, die Abstimmung der Frequenz über das seitliche Rändelradchen oder über die +/- Tasten enthalten keine Abstimmgeräusche, einfach genial !! Ausserdem hat der DE1105 ein integrierte Ladefunktion, eine vollwertige Eingabetastatur, ein Thermometer in °C, etc, etc... Die Verarbeitung ist sehr gut. Die Front des DE1105 ist aus gebürstetem titanfarbenen Aluminium.
Lieferumfang: DE1105, Schutztasche aus Flanell, 2 NîMh- Akkus, Lade/Netzgerät, Stereoohrhörer
Kleiner feiner absolut vollwertiger Weltempfänger der in dieser Preisklasse keine Konkurrenz hat.

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Degen DE1106

Der Degen DE1106! Sehr lange wurde über sein erscheinen spekuliert. Nun ist er da. Die Gehäuseabmessungen sind genau gleich wie beim Eton E5. Die Elektronik ist auch weitgehend die selbe, ausser das man dem DE1106 ein paar Neuigkeiten eingebaut hat. Das wichtigste Novum für den Kurzwellenhörer ist ohne Zweifel der Synchrondetektor. Da er auch UKW empfängt, verpasste man ihm auch die "RDS" Funktion. Desweiteren wurde dem DE1106 das Flugfunkband auch noch mitgepackt. Er hat jetzt auch einen "Line in" Anschluss, um beispielsweise einen iPod anschliessen zu können. So kann man den DE1106 als Verstärker benutzen. Alle anderen Funktionen entsprechen dem Eton E5. Das Erscheinungsbild wirkt edel, gut verarbeitet. Allerdings hat er keine gummierte Oberfläche wie der E5. Die interessanten Funktionen am DE1106 ist der Synchrondetektor und das "RDS" (Radio Data System) das auf UKW seinen Dienst tut. Wenn der Synch.-Detektor eingeschaltet ist, lassen sich die Seitenbänder frei wählen. So lassen sich Störungen vom Nachbarkanal auf Abstand halten. Das funktioniert beim DE1106 sehr gut. Auch bei schwachen Sendern rastet der Synch.- Detektor ein und bleibt auch meistens eingerastet. Die "RDS" Funktion bietet folgende Übertragungsfunktionen: Stationsanzeige, Titel/Artist, Zeit/Datum Anzeige, Scrolltext- Anzeige. Selbstverständlich nur dann, wenn der Sender dieses anbietet.
Empfangsbereiche von 150Khz - 30Mhz, 76 - 108Mhz, 118 - 137Mhz.
Betriebsarten: AM, Synchron AM mit wählbaren Seitenbändern, USB, LSB, WFM (UKW).
Zwei Schaltbare Bandbreiten
700 Alphanumerische nicht flüchtige Speicher usw..
Wie ist der Empfang??
Als erstes fällt einem das fast nicht hörbare Rauschen auf freien Frequenzen auf. Man denkt, das Gerät seih defekt oder unempfindlich. Aber zum Glück ist es nicht so! Ich habe noch nie ein Portables Gerät gesehen/gehört, das so wenig Eigenrauschen hat. Diesbezüglich habe ich beim Händler erkundigungen eingeholt und mir die Unversehrheit des Gerätes bestätigen lassen. Als ich diesen Bericht geschrieben habe, habe ich den DE1106 mit dem Sangean ATS-909 kurz verglichen. Klar, der ATS-909 spielt in einer höheren Preisklasse! Das sollte bei diesem Vergleich nicht vergessen werden. Da die Degen- Geräte mittlerweile einen guten Ruf geniessen, drängt sich ein Empfängervergleich richtig auf.
Also, auf zum Empfang!!
Grundsätzlich empfängt der DE1106 fast gleich gut wie der ATS-909. Unterschiede ergeben sich im oberen Frequenzbereich. Ab ca. 17Mhz ist der ATS-909 empfindlicher. Unterhalb 17Mhz sind beide etwa gleich in der Empfindlichkeit. Die Langwelle ist beim DE1106 ziemlich unterbelichtet. Dort ist der DE1106 fast taub! Auch die Mittelwelle ist nicht speziell gut. Dafür hat die eingebaute Ferritantenne eine ausgesprochen gute Richtwirkung.
Die Bandbreitenfilter des DE1106 zeigen mehr Wirkung als die des ATS-909. Bei der schmalen Bandbreite klingt er immer noch ansprechend, also nicht Dumpf.
Was beim DE1106 wirklich sehr gut ist, ist der Synchrondetektor! Dieser rastet auch bei relativ schwachen Sendern gut ein und bleibt auch eingerastet. Das ist sehr gut gelungen! SSB Betrieb funktioniert etwa gleich gut wie beim ATS-909. Die einstellbarkeit und Verständlichkeit sind sehr gut. Wie bei solchen Geräten üblich, ist das Grosssignalverhalten nicht speziell gut! 900Khz oberhalb und unterhalb der eigentlichen Frequenz sind Spiegelfrequenzen hörbar. Allerdings muss der Sender recht stark sein um diesen Effekt auszulösen. Aussenantennen sind nur mit Vorselektion vernünftig zu betreiben. Der ATS-909 hat das bessere Grosssignalverhalten.
Auf UKW spielt er recht gut. Die RDS- Empfindlichkeit ist etwa gleich wie beim ATS-909. Flungfunk geht einigermassen in der nähe eines Flughafens. Allerdings funktioniert der automatische Suchlauf nicht im Flugfunkband..!?!
Im grossen und ganzen ein schönes, interessantes Gerät das mit dem Synchrondetektor die kleinen Schwächen mehr als wett macht.
Der DE1106 ist baugleich mit dem Eton / Grundig G3.
Demnächst werde ich einen Vergleichtest mit mehreren portablen Empfängern machen.
Dieser Vergleich ist hier zu finden.

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Eton / Lextronix E1

Eigentlich stelle ich nur Geräte vor, die mein Eigentum sind. Da ich aber nicht immer zu jedem Gerät komme, habe ich mich dazu entschlossen, auch Leihgeräte vorzustellen. Hier wieder ein "Dankeschön" an den anonymen Hobbykollegen.
Obwohl der Eton E1 nicht mehr hergestellt wird, ist die Nachfrage nach wie vor gross. Ist er doch der beste portable Empfänger, der seit dem Sony ICF-SW77 hergestellt wurde. Wenn man sich das Gerät so ansieht und in den Händen hält, könnte der kundige SWL fast denken, dass der E1 bei Degen (China) hergestellt wurde. Weit gefehlt! Der E1 wurde in Indien gefertigt. Die amerikanische Firma R.L. Drake war an der Entwicklung des E1 beteiligt. Er hat wie einige Geräte von Degen eine gummierte Oberfläche. Technisch kann er sich sehen lassen. Zum ersten mal, wurde bei einem portablen RX ein Pass Band Tuning ( PBT) realisiert. Auch der sehr gut funktionierende Synchrondetektor, der wählbare Seitenbänder inkl. Doppelseitenband bietet, ist eine Seltenheit bei einem portablen RX. Speichermöglichkeiten sind zuhauf vorhanden. 1700 Speicher, 500 davon sind alphanumerisch beschriftbar. Die übrigen sind einer speziellen "Länderdatenbank" zugeordnet. Man kann also den Ländern die Frequenzen zuweisen. Das macht Sinn und ist relativ einfach zu beherrschen Dank dem grossen Display. Als Vollausgestatteter Weltempfänger bietet er UKW, LW, MW und natürlich die ganze Kurzwelle in den üblichen Betriebsarten wie AM, AMS, LSB, USB. Interessanterweise hat der E1 keine Ferritantenne für LW & MW! Alle Frequenzbereiche werden ausschliesslich über die Teleskopantenne empfangen. Dafür hat der E1 einen zuschaltbaren Empfangsverstärker. Selbstverständlich hat der E1 einen externen Antennenanschluss, allerdings nicht Normgerecht!
Der Empfang!
....kann überzeugen! Auf der Kurzwelle waren mit der Teleskopantenne keine Grosssignaleffekte feststellbar. Ich habe den E1 mit dem Sony ICF-2001D verglichen. Die Audiovergleiche sind hier zu finden.
Die Empfindlichkeit ist sehr gut. Auch der Synchrondetektor überzeugt durch gutes einrasten auf das Signal, auch wenn es schwach ist. Der Empfang vom Amateurfunk und SSB Dienste klappt ausserordentlich gut, dank der sehr feinen Abstimmschritte von 10Hz! Das Abstimmen erzeugt überhaupt keine Geräusche, Super!! Dank der drei Filterbandbreiten von 2.3khz, 4.0khz und 7.0khz ist man für die allermeisten Empfangssituationen gerüstet. Hierbei handelt es sich um hochwertige, mit Blech gekapselten Keramikfiltern von Murata. Hier wurde also nicht gespart.
Der Klang des recht grossen Lautsprechers ist angenehm. Mit dem Bass und- Höhenregler kann der Klang der Situation angepasst werden. Der E1 macht richtig Freude. Ein portabler mit fast allen technischen Raffinessen. Über dem grossen, übersichtlichen und Hintergrundbeleuchteten Display macht die Bedienung Spass. Was fehlt, ist die RDS Funktion für UKW und die Möglichkeit die Speicher über PC zu programmieren. Negativ aufgefallen ist, dass der Batterieschacht schlecht oder gar nicht gepolstert ist. Wenn man das Gerät bewegt, klappern die Batterien. Das hört man sehr gut.
Dennoch ein toller Empfänger, das Lob verdient!!

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Eton E5

Seit einiger Zeit, sind im Internet des öfteren Berichte und Meinungen über die chinesische Empfängerschmiede „Degen“ zu lesen. Die Firma Degen entwirft und baut nicht nur für den eigenen Namen, sondern auch für andere Marken. Eine dieser Marken heisst Etón. Der Etón E5 sollte auch als Degen DE1106 auf dem Markt kommen, doch bis jetzt konnte ich keinen DE1106 im Internet finden. Nur „Lextronix“ und „Etón“ vertreiben den E5. Neugierig geworden, wegen der mehrheitlich positiven Eindrücke anderer E5 Besitzer orderte ich mir den Etón E5 bei Nevada Radio in England. Nach nur 4 Tagen war der Etón E5 angekommen. Im Lieferumfang sind nebst dem E5 eine mehrsprachige Anleitung (auch Deutsch), eine Schutztasche, ein Stereoohrhörer, eine Wurfantenne und ein Netz/Ladegerät, der leider nicht in Schweizer Steckdosen passt. Ein Adapter ist hier notwendig. Leider sind die Akkus nicht im Lieferumfang, obwohl das in der Anleitung steht. Nun halte ich den E5 endlich in den Händen. Erster Eindruck: sehr gute Verarbeitung, liegt gut in der Hand. Das Gehäuse hat eine Art gummierte Oberfläche. Diese vermittelt einen guten Griff. Wegen der Grösse des Gerätes war ich ein bisschen überrascht; „so klein“!! In der Werbung und auf Bildern im Internet kam er mir grösser vor, etwa so wie der Sony ICF-SW7600GR. Beim E5 lassen sich 2 Versionen schalten. Entweder von 76 – 108Mhz oder von 87,5 – 108Mhz( UKW). Der L, M, KW- Frequenzbereich geht von 150 – 30'000 Khz in AM und SSB. Ein Novum in dieser Preisklasse, sind die 2 schaltbaren KW- Bandbreiten. Was bei einem solchen Zwerg auch ungewöhnlich ist, sind die 700 Speicher, aufgeteilt auf 100 Seiten. Jede Seite lässt sich mit einem 4- stelligen Wort beschreiben. Dies ist mit der Speicherverwaltung des Sony ICF-SW55 zu vergleichen. Nur das der E5 über 5-mal mehr Speicher verfügt als der SW55. Der E5 hat 4 Timer. Jeder kann individuell programmiert werden. Auch sehr erfreulich ist, dass die Eingabetastatur Normgerecht ausgefallen ist. Die Tasten vermitteln einen sehr guten Druckpunkt, was eine sehr angenehme Bedienung zur Folge hat. Was ich besonders gut finde, ist die Abstimmung mit den VFO (Handrad) auf der rechten Seite des E5. Wenn man durch die Bänder kurbelt, so sind keinerlei Rauscheinbrüche oder ploppen zwischen den 1 Khz Schritten zu hören. Man hat ein nahezu analoges Abstimmgefühl. Nicht so wie bei diversen anderen Empfängern, wo die Abstimmung richtig nervtötend ist. Die VFO- Abstimmung scheint zudem eine Art Schwungradeffekt zu haben. Je schneller man dreht, desto mehr beschleunigt der Frequenzwechsel. Nun zum Interessanten, der Empfang. Da ich den E5 erst seit 3 Tagen habe, soll dies nur ein Kurzvergleich sein mit dem Panasonic RF-B65. Was bei diesem Zwerg sofort positiv auffällt, ist der sehr gute Klang. Stärkere Stationen, seih es auf KW oder UKW, klingen beinahe Raumfüllend. Das habe ich bei so einem kleinen Radio noch nie gehört. Wenn mal die gerade gehörte Station vom Nebenkanal beeinträchtigt wird, hat man die Möglichkeit der Bandbreitenumschaltung. Man muss sagen, diese ist sehr Wirkungsvoll. Was mich absolut ins Staunen versetzt hat, war der Empfang eines griechischen Piratensenders im X- Band, auf der Frequenz 1645 Khz. Und das ohne Hilfsmittel in recht guter Qualität. Da musste der Panasonic RF-B65 passen. Bei diesem war der Sender nur zu erahnen. Der SSB- Empfang ist mit dem des RF-B65 zu vergleichen. Auch schwache Signale waren recht gut mit dem BFO abzustimmen und auch zu verstehen. Doch wo die Sonne scheint ist auch Schatten vorhanden. Das mir sehr wichtige Grosssignalverhalten ist nicht das was ich mir erhofft hatte. Unterhalb des 49m Bandes waren deutlich Sender vom besagten Band zu hören. Der Panasonic RF-B65 gab sich diesbezüglich keine Blössen. Keine einzige Spiegelfrequenz. So wie ich den SW55 in guter Erinnerung habe, erzeugte dieser wesentlich stärkere Spiegelfrequenzen. Da muss ich sagen, der E5 ist in Sachen Spiegelfrequenzen besser als der SW55. Fazit: Ein sehr guter Begleiter auf KW & UKW zu einem derzeit konkurrenzlosen Preis. Ernsthafte Konkurrenz zum Sony ICF-SW7600GR !!

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Grundig G6 Aviator

Der Grundig G6 Aviator ist eigentlich kein echter Grundig. Die Innereien tragen das Label "Eton". Gebaut wird er wahrscheinlich bei Degen, wie viele andere China-Radios auch. So habe ich mir aus Neugier diesen kleinen Empfänger aus den USA schicken lassen. Denn, obwohl der G6 ein CE- Zeichen trägt, wird er nicht in Europa angeboten. So wird es wahrscheinlich auch bleiben. Das Interessante am G6, hier ist die "Buzz Aldrin Edition" zu sehen, ist die Tatsache, dass er der kleinste SSB- und Flugfunk taugliche Taschenradio ist. Er überstreicht den Frequenzbereich von 150Khz-30Mhz, das UKW Band in 2 Varianten, von 76- oder von 87,5Mhz bis 108Mhz, und das Flugfunkband von 117- 137Mhz. Er hat 700 alphanumerische Speicher, wie auch der Eton (Grundig) E5. Weitestgehend hat er die selben Funktionen wie der E5, ausser dass der E5 ein schaltbares Bandbreitenfilter hat. Der G6 ist der erste China- Empfänger dieser Grösse, der ohne Clarifier für den SSB Empfang auskommt. SSB wird mit dem Jog Dial (Hauptabstimmrad) abgestimmt. In der Stellung "Slow" hat er etwa eine Schrittweite von ca. 10Hz, also ein absolut analoges Abstimmgefühl ohne Abstimmgeräusche!
Wie ist der Empfang des G6?
Ich habe ihn mit dem Eton E5 verglichen. Über weite Strecken ist der Empfang etwa gleich. Erstaunlich für diesen Zwerg! Empfindlichkeit ist auf der Kurzwelle ziemlich gleich. Nur im Langwellen- und Mittelwellenbereich ist der G6 schlechter. Dort ist die Empfindlichkeit nicht besonders. Der G6 hat dafür eine extrem Richtungsempfindliche Ferritantenne. Mit der lassen sich Störer sehr effizient ausblenden! Der E5 ist da Breitbandiger. Der UKW- Empfang ist auch mit dem des E5 zu vergleichen. Stereo geht über Kopfhörer. Der Flugfunkempfang ist leider schlecht. Eher eine Zugabe zum spielen. Die Empfindlichkeit ist nicht sehr hoch. Auch funktioniert der Automatische Suchlauf auf diesem Bereich nicht, was wirklich schade ist.
Das Grosssignalverhalten ist wie bei den allermeisten Taschen- Weltempfängern nicht speziell gut. Der Anschluss einer externen Antenne ist somit nicht ratsam, da es sofort zu Übersteuerungen kommt. Zumindest in Mitteleuropa!
Was sehr Lobenswert ist, er hat praktisch keine Abstimmgeräusche und ein sehr leises Eigenrauschen. Toll!
Masse: LxBxT 124 x 75 x 28mm

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Grundig Yacht Boy 80

Diesen Yacht Boy 80 kaufte  ich mir bei Media Markt. Der Empfang auf den Europabändern klappt recht gut, allerdings nur in AM. Die Betriebsart SSB ist leider nicht vernünftig brauchbar. Die SSB Sender lassen sich schlecht abstimmen. Zudem klingen sie verzehrt. SSB kann der Sony ICF-SW7600GR eindeutig besser, er hat sogar einen vollwertigen Synchrondetektor eingebaut. Was beim YB80 sehr gut ist, ist die Abstimmung. Mit dem VFO- Rad lässt sich richtig über die Bänder kurbeln, ohne Rauscheinbrüche. Wenn man mehr Signalstärke will, steckt man einfach den mitgelieferten Draht mittels Klinkenstecker in die Antennenbuchse. Leider verträgt der YB80 das Drähtchen nicht und spuckt Gift und Galle.
Guter Klang, auch auf UKW. SSB nicht brauchbar.
Wer keine grosse Ansprüche hat, wird mit dem 169CHF teuren YB80 vielleicht zufrieden sein.

 

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Panasonic RF-B65

Der RF-R65 sollte jedem KW-Freak ein Begriff sein. Ist er doch gemäss alter Tests der beste kleinportable Weltempfänger. Ich habe ihn mit den Sony ICF-SW55 vergleichen können. Was er jedenfalls besser kann als der SW55, ist die Verträglichkeit gegenüber starker Signale! Beim SW55 war im Bereich zwischen 5000Khz bis ca. 5500Khz einige Spiegelfrequenzen aus dem 49m Band mit recht starken Signalen hörbar. Der B65 glänzt hier ganz einfach... nicht eine Spiegelfrequenz. Dies natürlich mit der eigenen Teleskopantenne. In der heutigen Zeit und in Ballungsgebieten mit sehr starken Signalen, sollte man einem portablen Empfänger keine Wunder abverlangen. Die meist bei solchen Geräten beiliegende aufgerollte Drahtantenne, sollte man lieber in der Schachtel lassen. Diese führen allermeist zur Übersteuerung des Empfängers. Meine Devise hier: "Weniger ist mehr". Der B65 glänzt nicht mit ein Haufen Speicher oder sonstigem Schnickschnack, er ist einfach sehr gut in dem was man von einem Radio erwartet: nämlich guter Empfang! Die RF-B65 kommen langsam in die Jahre. Vorsicht beim Kauf eines solchen

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Redsun RP300

Der RP300 kam etwa zur gleichen Zeit wie der Redsun RP2100 auf den chinesischen Markt. Was bietet der RP300? Als erstes fallen seine winzigen Abmessungen ins Auge. Mit den Massen BxHxT 120x75x25mm ist er wirklich klein. Die Antenne ist gerade mal 45cm lang! Dennoch bietet er die üblichen Spielereien die ein modernes chinesisches Gerät heute mit sich bringt. DSP hat er nicht! Er bietet 200 Speicher, einen automatischen Suchlauf ohne Stummschaltung des Empfangs(!), praktisch eine Geräuschlose Abstimmung, UKW von 70-108Mhz(in Stereo über Kopfhörer), Mittelwelle von 520-1710Khz, Kurzwelle in zwei Bändern, SW1> 2300-7500Khz, SW2> 9200-22000Khz, usw...
Der Empfang:
Bei einem Kaufpreis von ca. 33USD darf man keine Wunder erwarten von dem Winzling. Bei einigen Stationen im Kurzwellen- und Mittelwellenband macht sich eine nicht allzu gute Abschirmung der Elektronik bemerkbar. Es mischen sich Störgeräusche unter die Sender. Das hört man aber nur gut, wenn man einen Ohrhörer benutzt. Das Grosssignalverhalten ist schlecht, wie erwartet. Versuche, den Empfang durch verlängern der Antenne zu verbessern, schlagen fehl, weil der kleine dann übersteuert. Aber im direkten Vergleich mit dem Grundig G6 Aviator, der von der Grösse her etwa gleich ist, schlägt sich der Redsun RP300 nicht mal schlecht! In der Empfindlichkeit auf der Mittelwelle schlägt er den Grundig ganz klar. Sogar der Tecsun PL-600 der für einen Vergleich kurz herhalten musste, war nicht besser auf Mittelwelle. Der kleine ist also ganz gut in diesem Frequenzbereich. Die Kurzwelle war dann im grossen und ganzen etwa gleich gut wie der Grundig G6 Aviator. Trennschärfe ist auch etwa gleich wie beim G6.
Auf UKW kann der RP300 zufrieden stellen. Empfindlichkeit, Rauschen, Trennschärfe sind nicht schlechter als beim Vergleichsgerät.
Geht man vom Verkaufspreis von 33USD & 10 USD Versand aus, so ist der Redsun RP300 ein durchaus interessantes Gerät! Wer nicht allzu grosse Ansprüche hat, wird mit den RP300 zufrieden sein. Gutes Preis/Leistung Verhältnis.

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Redsun RP2100

Aus China, habe ich mir diesen Weltempfänger, den „Redsun RP2100“ schicken lassen. Eigentlich für den chinesischen Markt gebaut, wurde nun auch eine Version mit englischer Beschriftung, wenn auch nicht ganz Fehlerfrei für den übrigen Markt hergestellt. Er wird in Europa nun als "Elta 3569" angeboten. Der RP2100 ist ein Weltempfänger, hauptsächlich für den Rundfunkhörer. Er beherrscht UKW von 87 – 108Mhz, die Mittelwelle und die Kurzwelle, aufgeteilt in SW1, SW2 und SW3, von 1’711Khz – 30’000Khz. Für jeden Bandabschnitt stehen 10 Speicherplätze zur Verfügung. Im ganzen also 50 an der Zahl. Um es vorneweg zusagen, so eine eigenartige Speichereinteilung habe ich noch nie gesehen. Aber der RP2100 hat noch eine andere Sache, die für einen portablen, günstigen Weltempfänger zurzeit einzigartig ist. Und zwar hat er einen IF- Ausgang. An diesem IF- Ausgang kann man einen noch nicht lieferbaren DRM, SSB- Decoder anschliessen. Das gab es bis jetzt noch nie bei einen so günstigen Empfänger. Er kostet ganze 100$US mit Versand! Nebenbei erwähnt, hat er noch 2 Weckfunktionen, getrennte Höhen und Bass Einstellung, 2 schaltbare Bandbreiten für MW & KW und ein RF-Gain. Alles weitere sieht man auf dem schönen grossen Display. Er hat auch einen Anschluss für eine externe Antenne, allerdings muss man Fernsehstecker verwenden. Auch einzigartig: Der RP2100 kann wahlweise mit zwei Batterietypen betrieben werden. Per Schalter wählbar. Die Verarbeitung des Gerätes ist weitgehend gut und robust. Die Teleskopantenne ist auch von guter Qualität. So als Vergleich: Die Verarbeitung des RP2100 ist besser als die des Sony ICF-SW77. Bei diesem knarrt das Gehäuse ganz schön. Über die Antenne des SW77 will ich mich hier nicht äussern :-(
Wie ist den nun der Empfang: Gut bis sehr gut. In der Empfindlichkeit kommt er nicht ganz an den SW77 heran. Der RP2100 rauscht auch ein klein wenig mehr. Das Grosssignalverhalten ist auch nicht gerade das gelbe von Ei, also nicht besonders. Der obere Frequenzbereich wird irgendwie als Müllhalde benutzt, so kommt es mir vor. Ab ca.25Mhz sind ein Haufen Spiegelfrequenzen und Signalgemische zu hören, mit der Teleskopantenne natürlich. Interessanterweise ist zwischen dem 41m und dem 49m Band fast keine Effekte hörbar. Man beachte aber, die Grosssignalgeschichte ist sehr abhängig vom jeweiligen Standort. Nun aber zum positiven. Der RP2100 hat ganz einfach ein Superklang. Da klingt der SW77 im direkten Vergleich sehr dumpf. Der Klang erinnert mich an ganz frühe Zeiten, als man noch mit den grossen Röhrenradios die Mittelwelle hörte. So etwa klingt der RP2100.
Richtig satt und schön. Es macht richtig Spass durch die Mittelwelle zu kurbeln, weil auch die Abstimmung fast keine Geräusche erzeugt. Da ist der SW77 eine absolute Nervensäge, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Bandbreitenschaltung ist auch sehr gut gewählt. Wenn man auf die schmälere Bandbreite schaltet, so reduziert sich das Rauschen, aber der Klang wird kaum dumpf.
Auf UKW spielt er auch sehr gut, sogar in Stereo über Kopfhörer oder Line-out. Er ist etwas trennschärfer als der SW77 und klingt besser.
Wer einfach gut und gemütlich Radio hören will ohne dafür tief in die Tasche greifen zu müssen, dann ist der RP2100 eine gute Wahl.

 

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Sangean ATS-909X

Der Sangean ATS-909X ist der direkte Nachfolger des bekannten ATS-909W. Dieser neue ATS-909X wurde in ein paar Punkten geändert im Vergleich zum ATA909W. Insbesondere im UKW Empfang. Dieser wird beim 909X digital realisiert. Das macht sich durch die sehr gute Trennschärfe und dem ausgezeichneten Klang bemerkbar. Das RDS, diese Funktion beherrscht der alte 909W auch, scheint beim 909X etwas schneller zu reagieren und beherbergt alle RDS Funktionen, Ja, sogar die interne Uhr wird mittels RDS synchronisiert.
Auf der Kurzwelle scheint sich nicht viel gegenüber dem alten 909W geändert zu haben. Der Empfang ist recht gut, auch das Grosssignalverhalten an der Teleskopantenne ist ok. Übersteuerungen konnten keine festgestellt werden. Allerdings wird auch beim 909X die etwas schwache Empfindlichkeit bemängelt. Dem kann man abhelfen, wenn man von einem Fachmann wie Henry Mohr, Charly Hardt oder Jürgen Martens einen kleinen Antennenverstärker einbauen lässt. Allerdings geht das ein bisschen auf die kosten des Grosssignalverhaltens! Der Empfang auf Langwelle und Mittelwelle ist zufriedenstellend. Der Sony ICF-7600GR empfängt auf LW & MW deutlich besser. Der SSB Empfang von Amateurfunk usw. klappt recht gut. Die Schrittweite von 40Hz in SSB hat sich gegenüber dem alten auch nicht geändert.
Was sich sonst noch gegenüber dem alten 909W geändert hat; die Abstimmung auf LW, MW & KW hat keine Rauschunterbrüche mehr. Es ist jetzt wesentlich angenehmer, ohne diese Rauschunterbrüche durchs Band kurbeln zu können. Was sofort ins Auge sticht, ist das neue Design des 909X. Dieses finde ich sehr gelungen! Auch das schöne und auf Knopfdruck beleuchtbare Display ist erste Sahne! Der 909X besitzt 406 alphanumerische Speicher, der 909W hatte 306. Die Bandbreitenumschaltung für AM ist nicht besonders wirkungsvoll, wie beim alten 909W auch.
Ein kleines, aber doch wichtiges Detail ist beim 909X nicht gelungen! Sangean hat am Drehknopfencoder gespart!! Dieser ist wie beim alten 909W gerastert. Zum einen fällt auf, das dieses Abstimmrad etwas Spiel hat. Dieses Spiel kommt von der billigen Mechanik des Abstimmencoders. Wegen diesem Spiel, wird in gewissen Rasterpositionen die eingestellte Frequenz nicht sauber gehalten. Bewegt man das Abstimmrad innerhalb eines Rasters, verstellt sich die Frequenz um mehrere Schritte! Das darf nicht sein! Bei meinem Gerät waren drei Rastpositionen davon betroffen.
Wer den Kauf des 909X plant, in der Hoffnung auf besseren Empfang auf LW, MW und KW, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Er ist nicht besser und nicht schlechter als der alte 909W! Ausser im UKW Empfang. Hier kann der 909X trumpfen durch den digitalen Empfänger. Der Klang ist generell besser als beim 909W.
Der 909X ist ein sehr schönes Gerät das Spass macht und den gewohnten Empfang des Vorgängers bietet.

Verfasst am 09.03.2012

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Sony ICF-SW55

Der Sony ICF-SW55 ist ein sehr bekannter, wie auch guter Weltempfänger mit etlichen Sonderfunktionen wie 125 alphanumerische Speicher, Timer, Weltzeituhr, SSB, etc., etc. Der Empfang auf KW ist sehr gut zu gebrauchen. SSB Empfang funktioniert auch sehr gut. Doch all zu oft, leistet sich der SW55 grobe Ausrutscher in Sachen Spiegelfrequenzen. Das scheint irgendwie eine allgemeine Krankheit zumindest bei den kleinen Portables von Sony zu sein. Meist sind Stationen um 910Khz neben der eigentlichen Sendefrequenz zu hören, und das mit ziemlichen Signalstärken. Sieht man von dem ab, ist der SW55 ein Topgerät der viele Funktionen auf kleinstem Raum bietet wie kein anderer.
Kleiner Tipp: In Mitteleuropa wo sehr starke Sender einfallen, den SW55 nur mit der Teleskopantenne betreiben. So hat man einen saubereren Empfang (weniger ist mehr).

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Sony ICF-2001D

Eigentlich ohne in gesucht zu haben, bin ich trotzdem über in gestolpert; den Sony ICF-2001D. Nachdem ich rausgefunden hatte, wer der Verkäufer war, musste ich ihn einfach kaufen. Denn, der Eigentümer war mir bekannt und gilt als sehr pfleglich im Umgang mit seinen Geräten. Über den ICF-2001D muss ich an dieser Stelle nicht viel schreiben, gilt er doch als der beste portable Weltempfänger, der bis jetzt gebaut wurde! Da die ICF-2001D mittlerweile in die Jahre gekommen sind, sie wurden in den achtziger Jahren gebaut, ist beim kauf solcher Geräte unbedingt ein Test vor dem Kauf empfehlenswert. Im Laufe der Jahre verändern sich die elektrischen Werte der Bauteile und dies führt zu schlechten Empfangseigenschaften oder gar zu defekten. Zum Glück aber, ist mein ICF-2001D fit. Er war mal bei Jürgen Martens und wurde durchgecheckt. Im gleichen Zug wurde ihm ein hochwertiges Schmalbandfilter, der Murata CFJ455K5, 2.4Khz installiert.
Der ICF-2001D vermag zu begeistern. Sehr guter Empfang auf allen Bändern und das ohne Grosssignalprobleme. Der Synchrondetektor mit schaltbaren Seitenbändern ist sehr wirkungsvolles Werkzeug gegen schwankende Sender. Auch auf SSB spielt der ICF-2001D wunderbar. Seefunk ohne Flugfunk auf KW ist überhaupt kein Problem. Dann habe ich mal den ICF-2001D an die Wellbrook ALA1530S+ angeschlossen und mit meinen stationären Empfängern verglichen. Was mit den stationären gehört werden konnte, konnte auch der ICF-2001D hörbar machen. Zu meinem erstaunen, produzierte der ICF-2001D sehr wenige Übersteuerungseffekte!! Er kann also durchaus mit Leistungsfähigen Antennen betrieben werden. Allerdings sollte man es nicht übertreiben. Er ist ein portabler Empfänger und ist hauptsächlich auf seine Teleskopantenne und auf eher Leistungsschwache Aussenantennen ausgelegt. Der ICF-2001D ist absolut DX-tauglich, aber das wissen ja schon alle. Versuche mit externen Antennen lohnen sich bei diesem Gerät durchaus.
Unterm Strich lässt sich sagen, das der Sony ICF-2001D ein toller Empfänger ist, immer noch! Der Synchrondetektor geniesst nicht ohne Grund grosse beliebtheit. Der ICF-2001D ist einfach zu bedienen und ist robust gebaut. Wer so ein Gerät findet der noch in schönem, funktionsfähigen Zustand ist, der sollte zugreifen.

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Sony ICF-SW77

Der Sony ICF-SW77 war der letzte grosse Weltempfänger von Sony, was eigentlich schade ist. Als direkter Nachfolger vom Sony ICF-2001D musste sich der SW77 viele Vergleichtests über sich ergehen lassen. Mal war der eine, mal war der andere besser…Der SW77 geht von 150khz bis 30’000khz durchgehend in AM, AM Synchron und SSB. UKW beherrscht er selbstverständlich auch, von 87,5 bis 108Mhz, über Kopfhörer in Stereo. Er bietet in der manuellen Abstimmung auf KW Schrittweiten von 1khz und 50hz. Zudem besitzt er 162 Speicher die sich alphanumerisch bezeichnen lassen. Ein Anschluss für eine externe Antenne und ein Line out sind seitlich angebracht. Selbstverständlich sind Timer, Wecker und sonstige Spielereien mit eingebaut. Die Verarbeitung ist mässig. Da macht sein kleiner Bruder, der SW55 eine bessere Figur. Das Gehäuse ist nicht sonderlich stabil. Wenn man es in die Hand nimmt, knarrt es vernehmlich. Auch die Teleskopantenne ist alles andere als stabil. Beim einziehen muss man sehr behutsam vorgehen, sonst verbiegt man sie. Der SW77 hat so viele Knöpfe und Funktionen, dass eine Bedienung ohne Handbuch fast nicht möglich ist, also recht kompliziert. Wie steht es nun mit dem hauptsächlichen? Mit dem Empfang? Im Grossen und Ganzen sehr gut. Als Vergleichsgerät habe ich den Redsun RP2100, der etwa gleich gross ist, genommen. Preislich sind die beiden sehr weit voneinander entfernt. Der SW77 kostete ca. das 8- fache des RP2100. Der SW77 ist etwas empfindlicher als der RP2100. Er rauscht auch etwas weniger. Was sofort auffällt, ist der dünne Klang den der SW77 im Vergleich mit dem RP2100 bringt. Die Tonregler bringen nicht allzu viel. Da ist der RP2100 um Klassen besser, satter, toller Klang. Der SW77 hat zwei schaltbare Bandbreiten, wie der RP2100 auch. Leider sind die Filter des SW77 meiner Meinung nach nicht ideal ausgelegt. Zwar sind sie Trennscharf, klingen aber dumpf. Das kann der RP2100 wieder besser. Der breite Filter des RP2100 lässt in dicht belegten Bändern Interferenzpfeifen durch, der schmale Filter aber ist wirklich super. Wird dieser geschaltet, verschwinden die Interferenzen, aber das Klangbild ändert sich kaum. Beim SW77 klingt das schmale Filter sehr dumpf und ist für AM- Empfang fast nicht zu gebrauchen. Was beim SW77 hingegen sehr gut ist, ist das Grosssignalverhalten, an der Teleskopantenne, wohlverstanden. Übers ganze Kurzwellenband konnte ich praktisch keine Grosssignaleffekte finden. Beim RP2100 hingegen sind einige Störungen auszumachen, auch tagsüber. Für den manuellen Suchempfang eignet sich der SW77 nur schlecht. Warum?? Das Problem liegt bei dem wirklich nervtötenden Abstimmgeräuschen. Ein Audio/ Videobeispiel ist weiter unten. Der Empfänger ist wohl DX- fähig, doch die Rauschunterbrüche in der Abstimmung machen einen Suchempfang zur reinen Nervenprobe! Ich verstehe nicht, warum Sony diesen sehr störenden Effekt bei einem sonst so guten Empfänger belassen hat. Als der SW77 auf den Markt kam, war eine Abstimmung ohne Nebengeräusche schon realisierbar. Der „Billig- Empfänger“ Redsun RP2100 hat eine wesentlich angenehmere Abstimmung mit fast keinen Abstimmgeräuschen.
Aber unter dem Strich ist der SW77 ein sehr guter World Band Receiver mit sehr vielen Möglichkeiten, nicht zuletzt ist der Synchrondetektor eine Supersache.

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Sony CRF-1

Einer der besten Kurzwellenempfänger die Sony je gebaut hat, der keine grosse Verbreitung fand. Vermutlich auch wegen dem Preis. Er kostete bei seinem erscheinen um die CHF 3000.-. Dieser überaus aufwändig gebaute Empfänger wurde dazumal hauptsächlich in der Schweiz und den Niederlanden verkauft. In Deutschland wurde er aus behördlichen Gründen nicht zugelassen. Das Chassis ist komplett aus Alu- Druckguss hergestellt und garantiert sehr hohe Stabilität und Abschirmung. Lediglich der obere Deckel und die Frontplatte sind aus Plastik. Obwohl der CRF-1 als portabler Empfänger konzipiert wurde, haben ihn wohl die wenigsten Portabel eingesetzt. Er wiegt satte 6.5kg! Er empfängt durchgehend von 10khz - 30Mhz in AM, USB, LSB und CW. Die Bedienung ist leider aufwändig und mühsam. Der gesamte Frequenzbereich ist in 100khz Segmenten aufgeteilt. Hat man beim Feinabstimmen das Segmentende erreicht, muss man wieder zurückkurbeln, den Abstimmknopf herausziehen und den folgenden 100khz- Abschnitt anwählen. Dann kann es weitergehen mit der Feinabstimmung. Verglichen mit den Abstimmmöglichkeiten der heutigen Gerätegeneration ist das eine ermüdende Angelegenheit! Der Drake R7 hat eine ähnliche Abstimmmethode. Dessen nicht genug! Will man den Empfänger korrekt auf die Frequenz abstimmen, muss man noch den Preselektor abstimmen. Zum Glück liess sich dieser aber umgehen.

Ich habe den CRF-1 mehrere Tage mit meinem übrigen Gerätepark verglichen. Das sind natürlich modernere Geräte. Der CRF-1 konnte bei korrekter Abstimmung mit den anderen Geräten fast gleichziehen. Klar, man darf einen solchen Vergleich nicht "Schwarz/Weiss" sehen. Der CRF-1 hat sehr breite AM Filter und lieferte dementsprechend Interferenzpfeifen in dicht belegten Bändern. Auch das schmale 4.5khz AM- Filter konnte nicht immer sauber trennen. In SSB waren die Ergebnisse besser. Da passt die Bandbreite von 2.0khz. Die Empfindlichkeit ist gleich gut wie bei den Vergleichsgeräten. Trotz korrekter Einstellung des Preselektors übersteuerte der CRF-1 an der 35m langen Drahtantenne in den Abendstunden. Solche Ausrutscher in der Empfangsleistung darf man nicht zu eng sehen. Wenn man mit so einem Gerät auf Senderjagd gehen will, sollte man die nötige Zeit, Musse und etwas Nachsicht haben. Sonst wird man keine Freude am CRF-1 haben.

Ein wunderbares Stück Radio, kommt aber an die Leistung heutiger Geräte nicht mehr ganz heran. Vor allem beim DX'en sind dicke Abstriche zu machen.

Auch hier muss ich erwähnen; sollte mal jemand ein solches Gerät erwerben, sollte er sich vom Verkäufer die Garantie auf volle Funktionsfähigkeit geben lassen. Nicht selten haben solch alte Geräte defekte Elkos oder benötigen einen Abgleich. Das kann relativ teuer werden.

Besten Dank an Franz für die Ausleihe des CRF-1.

Verfasst am 02.12.2013

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Sony ICF-SW07

Der Sony ICF-SW07, einer kleiner Luxusweltempfänger der es in sich hat! Als Nachfolger des SW100E, hat auch er einen Synchrondetektor eingebaut. So klein und fein das Gerät ist, so gut ist er auch. Der Empfang ist super! Vor allem mit der dazugehörigen Loop- Aktivantenne. Sitzt man in den vier Wänden und der Empfang geht in die Knie, so holt man sich die Loop und höre da, der Empfang ist wieder da!! Der SW07 verfügt über jede Menge alphanumerischer Speicher, so das man übersicht über seine abgespeicherten Sender hat. Im Vergleich mit dem YB80, ist der SW07 mindestens 1 Klasse besser, ausser im Klang. Ach ja, er verfügt natürlich auch über SSB in 100Hz abstimmung.
Ein Portabler Luxus RX der sehr empfehlenswert ist aber auch seinen Preis hat.




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Sony ICF-SW7600GR

Über dieses Radio, das eigentlich jeder Kurzwellenfan kennt, kann man nur schreiben: Sehr guter portabler Empfänger der in etwa dem SW07 in Sachen Empfang gleicht. Die wesentlichen Unterschiede sind: SSB Abstimmung mit BFO (Clarifier) da nur 1khz Schritte verfügbar. Keine alphanumerischen Speicher. Abstimmung etwas träge, und der Klang ist wegen der Grösse besser als beim SW07. Nicht allzu Spiegelfrequenzfest!
Sehr gutes Preis/Leistungs- Verhältnis.

 

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Sony ICF-SW100S

Der Sony ICF-SW100 ist meines Wissens der kleinste Weltempfänger mit wirklich ernst zu nehmenden Empfangseigenschaften. Er überstreicht den Frequenzbereich von 150Khz – 30Mhz durchgehend in den Betriebsarten AM, AMS, USB und LSB. Zudem bietet er UKW Empfang von 76Mhz – 108Mhz. Der ICF-SW100 verfügt über 50 Speicher, die sich alle mit einem 6- stelligen Text beschriften lassen. Auch die üblichen Funktionen wie Wecker, Timer usw. sind eingebaut. Die Bedienung ist recht einfach, so dass man die Bedienungsanleitung nicht immer dabei haben muss. Es ist wirklich erstaunlich, was die Sony- Ingenieure in so ein kleines Gehäuse reingepackt haben! Eine Hand voll Weltempfänger, der sich in Sachen Empfangsleistung vor grösseren Geräten nicht zu verstecken braucht. Die Stärke des SW100 ist der Empfang von Kurzwellensendern, und zwar in der Betriebsart AM Synchron. Diese Funktion funktioniert wirklich super. Wer kennt das nicht: Der eingestellte Sender leidet unter Interferenzpfeifen weil der benachbarte Sender so stark ist, so dass er in die eingestellte Frequenz reindrückt. Man aktiviere den Synchrondetektor, suche sich das weniger gestörte Seitenband, und weg ist das störende Pfeifen. Da der SW100 auch über SBB verfügt, lässt sich auch Amateurfunk und sogar Kurzwellenflugfunk usw. behelfsmässig damit hören. Allerdings ist der SW100 mit der eingebauten Antenne recht taub. Aber das muss nicht unbedingt von Nachteil sein. So übersteuert der SW100 nicht so schnell, wie sonst andere Weltempfänger. Wenn man tiefer in die Kurzen Wellen reinhören möchte, so wird dem Kleinen entweder ein Drahtröllchen (SW100E), oder wie bei meinem, dem SW100S, die selektive Aktivantenne AN-100 angeschlossen. Mit dieser Antenne, die übrigens vom SW100 mit Spannung versorgt wird, bekommt der SW100 grosse Ohren. So lässt sich sogar Fernempfang (DX) betreiben. Durch die Vorwahl von drei Empfangsbereichen, ist eine Vorselektion des Frequenzbereiches gegeben. Das ist gut um Grosssignalstörungen, Spiegelfrequenzen usw. zu unterdrücken.
Im Grossen und Ganzen ein toller Empfänger für die Hosentasche, der Spass macht und verblüfft!

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Tecsun PL-350

Seit Anfang 2005 ist der PL-350 schon erhältlich. Allerdings kam der nicht nach Europa und wurde nur in China angeboten. Natürlich war er mit chinesischer Beschriftung. Doch seit einiger Zeit sind auch PL-350 mit englischer Beschriftung lieferbar. Ich habe den PL-350 aus Hongkong einfliegen lassen. Was ist der Tecsun PL-350 für ein Weltempfänger? Das Ding ist richtig klein: ca. 15x9x3cm (BxHxT). Er besitzt 550 nichtflüchtige Speicher, die in drei Varianten einteilbar sind. Frequenzbereiche: MW: 522 - 1620 oder 520 - 1710 kHz (9kHz oder 10 kHz oder 1kHz Schritte) und 1710Khz – 30Mhz (1khz oder 5khz Schritte), nur in AM. UKW von 76 – 108Mhz, über Ohrhörer in Stereo. Ein dreifach schaltbarer Antennenabschwächer, ein Tonhöhenschalter, Wecker, Timer usw. Ein paar Besonderheiten hat er aber noch: Ein Antennentrimmer ist auch eingebaut. So lässt sich die Antenne immer optimal auf die Frequenz abstimmen. Weil der PL-350 leider nur ein Einfachsuper ist, produziert er Naturgemäss mehr Spiegelfrequenzen als ein Doppelsuper. Doch für dieses Problem hat der PL-350 eine Besonderheit eingebaut: Er besitzt zwei schaltbare Zwischenfrequenzen. Diese sind 455khz und 450khz. Falls auf der Wunschfrequenz Interferenzen auftreten, drückt man einfach den IF- Knopf unten rechts. Und schon schiebt man die Störung um +/-10khz zur Seite und die Frequenz ist frei. Das ist wirklich eine tolle Funktion, die ich noch nie bei einem anderen Weltempfänger gesehen habe. Er hat auch einen so genannten Beleuchtungstimer eingebaut. Zwischen 19 Uhr Abends und 7 Uhr morgens schaltet sich die Beleuchtung bei jeder Tasten oder VFO- Bewegung ein. Natürlich kann man auch in der übrigen Zeit die Beleuchtung per Knopfdruck ein und ausschalten. Als Zugabe hat er noch einen Anschluss für eine externe Antenne und eine Ladeelektronik für NI-MH Akkus. Der Lieferumfang ist komplett: Akkus, Netzteil (Reiseadapter wird benötigt), Drahtantenne, Stereoohrhörer, Schutzbeutel. Die Verarbeitung des PL-350 kann als sehr gut bezeichnet werden. Wie ist der Empfang?? Ich habe ihn mit dem Eton E5 verglichen. Was mit dem E5 zu hören ist, hört man auch mit dem PL-350. Auf Mittelwelle ist der E5 eindeutig überlegen. Er bringt die Sender einfach besser und verständlicher. Auf Kurzwelle sind die Unterschiede nicht gross. Der PL-350 klingt etwas dünner, was natürlich auch mit der Grösse des Gerätes zu tun hat. Er rauscht auch ein bisschen mehr als der E5. Der PL-350 hat aber die IF- Shift Funktion, die der E5 nicht bietet. Und das ist ein Riesenvorteil. Wie wir ja wissen, sind zwischen 6200khz – 6700khz, Spiegelfrequenzen zu hören. Das sogar mit Stationsempfängern. Hört man z.b. Mystery Radio auf 6220khz, so kommt es vor, das vom 41m Band her, Sender zu hören sind auf 6220khz. Mit dem E5 hat man keine Chance diesen Interferenzen zu entgehen. Mit dem PL-350 schon! Man drücke die IF-Shift Taste, und schon schiebt man die Spiegelfrequenz um +/-10khz bei Seite und hat sauberen Empfang. Die Abstimmung des PL-350 ist so wie beim E5; ein quasi analoges Abstimmgefühl. Wer es aber mit Abstimmgeräuschen (kleine Rauschunterbrüche) mag, kann dies umprogrammieren. Da kann man nur sagen: Super!! Die Filterbandbreite ist meiner Meinung nach gut gewählt. Ab und zu treten Interferenzpfeifen auf den dicht belegten Bändern auf. Auf UKW kann der kleine auch überzeugen. Gute Trennschärfe, guter lauter Klang. Kommt aber nicht an den E5 heran. Im Grossen und Ganzen ein richtiger Spassmacher, vor allem bei dem Preis inkl. Versand: ca. 90CHF oder 60Euro.

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Tecsun PL-600

Der PL-600 ist im europäischen Ausland nur über wenige Funkfachhändler erhältlich, auch unter einer anderen Marke. Sonst ist er über Ebay bei chinesischen Händlern zu beziehen, wo ich ihn auch her habe. Für ca. 70 US Dollar inkl. Versand, bekommt man ein Gerät, das fast alle Wünsche eines Radiohörers erfüllt. Was ihm lediglich fehlt, ist der Synchrondetektor für den AM- Empfang. Alles andere kann sich sehen lassen.
Wichtigste Eigenschaften:
Frequenzbereich: 100Khz – 30Mhz , 76 – 108Mhz (Stereo über Kopfhörer)
Betriebsarten: AM, SSB über einen Clarifier (BFO) abstimmbar, WFM bei UKW
Doppelsuper
1Khz & 5Khz Abstimmschritte auf KW, 1Khz, 9 Khz & 10Khz auf MW
Dreistufiger Abschwächer
2 Schaltbare Bandbreiten: 6Khz & 3Khz
Anschluss für Aussenantenne
600 nichtflüchtige Speicher
Geräuschlose Abstimmung
Guter Klang
Robust gebaut
Kommt komplett mit Schutztasche, Akku’s, Ladegerät, Ohrhörer, Wurfantenne

Wie ist der Empfang mit dem Tecsun PL-600?
Wie praktisch alle portablen Radiogeräte leidet der PL-600 auch unter dem „Virus“ Grosssignalstörungen! Ober- und unterhalb vom 49m und dem 41m Band sind praktisch zu jeder Tageszeit diese lästigen Störungen zu hören. In Mitteleuropa ist der Betrieb mit einer externen Antenne also mit Vorsicht zu geniessen. Nicht jedes empfangene Signal ist ein „echtes“ Signal…
Aber der PL-600 hat zum Glück mehr positives als negatives an sich!
Ich habe ihn mit dem neueren Degen DE1106 verglichen. Beide Radios sind über weite Strecken gleich Empfindlich und in etwa gleich Trennscharf. Am frühen Morgen im 60m Band, war Radio Rebelde, der auf 5025Khz sendet, mit gleicher Signalstärke zu empfangen. Der Degen DE1106 war aber in der Signalbeeinflussung flexibler, und konnte mit seinem Synchrondetektor einen RTTY- Sender im unteren Seitenband sehr gut ausblenden. Auch die sehr helle Wiedergabe des Degen konnte das Signal verständlicher bringen. Mit dem PL-600 konnte der Sendeinhalt zwar verstanden werden, aber das RTTY Signal war auch gut zu hören und störte. Ein umschalten auf SSB um den Sender in „ECSS“ zu empfangen, brachte nichts, weil der PL-600 für diesen Empfangstrick nicht geeignet ist. Die Audio klingt nicht sauber. Was sehr gut gefällt ist die geräuschlose Abstimmung mit dem VFO- Knopf. Zudem läuft er seidenweich. DX- Empfang ist mit dem PL-600 ein Stück weit möglich, wenn in der Nachbarschaft des Signals keine Störer vorhanden sind. Gegen vier Uhr früh, war sogar Radio Clube do Para aus Brasilien zu empfangen. Und das mit der Teleskopantenne! Aber da stiess der PL-600 an seine Grenzen, weil er AM- Signale in SSB mehr schlecht als recht wiedergeben kann. Das funktioniert beim DE1106 sehr gut!
Im UKW- Band spielt er sehr gut. Trennscharf und sehr guter Klang, über Lautsprecher und erst recht über Kopfhörer. Für den Preis bekommt man wirklich einen sehr guten Weltempfänger der auch in Sachen Verarbeitungsqualität überzeugt.

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Tecsun PL-880

Der Tecsun PL-880 schlug hohe Wellen bei seinem erscheinen! Ein Taschenempfänger mit mehreren schaltbaren DSP- Bandbreiten, DSP- Demodulation, Synchrondetektor, und einige andere interessante, versteckte Funktionen. Das gab unheimlich viel Gesprächsstoff und Debatten in den Internetforen. Hauptsächlich wurde wegen der versteckten und nicht dokumentierten Funktionen gerätselt. Weil ich nicht jedes Gerät kaufen kann, war ich auf einen Spender angewiesen, der mir einen PL-880 zu Verfügung stellte. Nach einiger Zeit fand sich jemand! Harald Denzel stellte mir sein PL-880 zur Verfügung, wofür ich ihm herzlich Danke.

Der PL-880 hatte Vorgänger, die früher schon für Aufsehen sorgten. Das wäre der PL-600, PL-660 und jetzt aktuell der PL-880. Die Vorgänger waren allesamt Analog und eine echte Bereicherung im Taschenempfänger- Markt. Beim PL-880 kommt die digitale Signalverarbeitung (DSP) zum Einsatz. Mit der DSP wird die Demodulation und die Filterbandbreiten realisiert. Alles andere im Empfangsteil ist Analog.

Die wichtigsten Eckdaten:

-- Frequenzbereich: 100Khz - 30Mhz & 64Mhz - 108Mhz, konfigurierbar
-- Betriebsarten: AM, AM Synchron, LSB, USB & WFM für UKW
-- Bandbreiten für AM: 2.3Khz, 3.5Khz, 5.0Khz, 9.0Khz
-- Bandbreiten für SSB: 0.5Khz, 1.2Khz, 2.3Khz, 3.0Khz, 4.0Khz
-- Bandbreite für UKW: ca. 200Khz
-- Abstimmschritte LMK: 10Hz, 50Hz, 1Khz, 5Khz, 9Khz, 10Khz (Betriebsartenabhängig)
-- Abstimmschritte UKW: 10Khz, 100Khz
-- Synchrondetektor mit wählbaren Seitenbändern, aber kein DSB.
-- 3- facher Abschwächer (Local - Normal - DX)
-- Speicher: 3050 in 25 Speicherbänke aufgeteilt
-- 3.7V Li-ion Akku
-- USB Ladeanschluss
 
Lieferumfang
-- PL-880
-- Schutztasche aus braunem Kunstleder
-- 3.7V Li-ion Akku
-- USB Ladekabel

Beim PL-880 ist Tecsun einen unkonventionellen Weg bei der Stromversorgung gegangen. Das Gerät besitzt nur ein Mini- USB Anschluss für die Stromversorgung. Über diesen Anschluss wird auch der 3.7V Li-ion Akku geladen, der leider eine nicht gängige Grösse hat. Daher lassen sich keine normalen Batterien verwenden. Ein grosser Nachteil, wenn der Akku kein Saft mehr haben sollte und man ohne Lademöglichkeit unterwegs ist . Wenn man das Gerät mit externer Stromquelle betreiben möchte, steht man vor einem allenfalls ernsten Problem! Man kann das Gerät nur an einem PC oder an einen 5V- Schaltnetzteil anschliessen. Und was das bedeutet, können wir uns denken. LMK- Empfang verträgt sich nicht mit Schaltnetzteilen und Computern, weil beides den Empfang empfindlich stören können. Der PL-880 kann also nur im Akku- Betrieb für den ernsthaften LMK- Empfang eingesetzt werden.

Eine Signalstärkeanzeige in dBμ & dB ist sehr ungewöhnlich in dieser Geräteklasse! Eine für normale Radiohörer nichtssagende Anzeige. Erst mit Tabellen und etwas Fachkenntnis lassen sich diese ominösen Werte in die herkömmlichen S-Werte umrechnen. Solche Anzeigen kommen vornehmlich in der Profiwelt vor.

Hier eine kleine Hilfstabelle für die Umrechung von dBµ* auf S-Werte. (dBµ ist richtigerweise dBµV = Spannung)*

dBμ              >>

-14 -8 -2 4 10 16 22 28 34 44 54 64 74 84 94

S-Wert        >>

1 2 3 4 5 6 7 8 9 9+10dB 9+20dB 9+30dB 9+40dB 9+50dB 9+60dB

Der dB- Wert steht für das S/N. Entspricht dem SNR = Signal/Rauschabstand. Je grösser dieser Wert, umso besser die Verständlichkeit. Theoretisch jedenfalls.

Die Verarbeitung des PL-880 ist hochwertig. Die Bedienelemente sind gut platziert und gestatten somit eine leichte Bedienung des Gerätes. Eine Neuheit bei einem Taschenempfänger sind die zwei Abstimmdrehknöpfe. Eines ist für die grobe Abstimmung, das andere kleinere, für die Feinabstimmung bis min. 10Hz. Damit kann man leicht und ohne Umschalten der Abstimmschritte die Sender anfahren und fein abstimmen. Gute Lösung! Die Abstimmung auf LMK erfolgt ohne Rauscheinbrüche, also ein absolut analoges Abstimmgefühl. Der PL-880 besitzt einen externen Antennenanschluss für die Kurzwelle. Leider nicht für LW & MW. Einen Line-out und einen Stereo- Kopfhöreranschluss sind ebenfalls vorhanden. Als voll ausgestatteter Weltempfänger ist natürlich auch UKW empfangbar. In Stereo über den Kopfhöreranschluss. Die Abstimmung im UKW Band hat Rauscheinbrüche, die sich aber in Grenzen halten. Zudem sind all die üblichen Funktionen wie Wecker, automatische Speicherfunktionen usw. vorhanden. Darauf will ich aber nicht eingehen.

Wie hör sich der Tecsun PL-880 an?

Ich habe den PL-880 mehrere Wochen betrieben und habe ihm auf den Zahn gefühlt. Als Vergleichsgerät habe ich ein Sony ICF-SW7600GR hinzugezogen. Der PL-880 empfängt sehr Rauscharm und hat einen sehr guten, schon fast basslastigen Klang. Prasselstörungen und Rauschen waren weniger wahrnehmbar mit dem PL-880 als mit dem ICF-SW7600GR. Wo mich der PL-880 überraschte war auf LW & MW. Die meisten bisherigen Chinaradios waren in diesen Bereichen recht taub, was man vom PL-880 nicht behaupten konnte. In diesen Bereichen schlug der Tecsun den Sony ohne Probleme. Empfindlichkeit, Rauschverhalten und nicht zuletzt die gute DSP- Trennschärfe verhalfen dem PL-880 zu sehr gutem Empfang. Ein Wermutstropfen gibt es aber dennoch. Der Sagenumwobene Synchrondetektor des PL-880 konnte nicht überzeugen. Weder bei schwachen noch bei stark einfallenden Sendern vermochte der Synchchrondetektor den Empfang zu verbessern! Dieser "blubberte" oft vor sich hin und verlor sehr schnell die Synchronisation. Dieser war schlicht nicht brauchbar. Vielleicht wird dieses Manko bei späteren Modellen mittels Firmwarekorrektur ausgebügelt. Jedenfalls war der Synchrondetektor des Sony ungleich besser.

Die guten Empfangleistungen wurden auf Kurzwelle fortgesetzt. Der Rauscharme und angenehme Empfang konnte auch hier überzeugen. Der Empfang mit der eingebauten Teleskopantenne gab nie Anlass zur Kritik. Übersteuerungen habe ich keine feststellen können. Der Sony hingegen leistete sind Abends ein paar Ausrutscher. Gelegentlich waren Geisterstationen zu hören unterhalb stark belegter Rundfunkbänder.

Zum Testzeitpunkt hatte ich die Innenraumantennen Reuter RLA3A und die Grahn GS5-SE/ML3 im Vergleich und nutzte die Gelegenheit, den Tecsun mit diesen beiden Antennen zu versuchen. Mit der Grahn- Antenne kam der PL-880 sehr gut klar! Der Empfang wurde wesentlich verbessert. Übersteuerungen konnte ich keine feststellen. Mit der Reuter- Antenne klappte es nicht so gut. Der Empfangspegel wurde wohl erhöht, allerdings auf kosten des Signal/Rauschabstandes. Übersteuerungen machten sich zeitweise auch bemerkbar.

Der SSB Empfang funktionierte gut, wobei hier der Sony eindeutig besser klang. Die Audio des PL-880 hatte einen kratzigen Klang was auf eine nicht optimale Verstärkungsregelung (AGC) zurückzuführen ist. Zudem war die Audio recht dumpf. Dafür war die Abstimmung mit den zwei Drehknöpfen allererste Sahne. Bei langsamen drehen des kleinen Abstimmkopfes erfolgt die Abstimmung in 10Hz- Schritten. Dreht man schneller, aktiviert sich ein Schwungradeffekt und die Schritte werden auf 50Hz erhöht.

Auf UKW gab es nichts auszusetzen; schöner Klang, exzellente Trennschärfe und gutes Grosssignalverhalten überzeugten auf Anhieb. Schade hat man hier nur eine Bandbreite realisiert. Bei so einem technisch hochstehendem Gerät hätte ich mir noch RDS gewünscht. Der Sony ging in der Disziplin "UKW" abgeschlagen durchs Ziel. Bei diesem waren einige Übersteuerungseffekte festzustellen und er kam nicht an das Klangniveau des Tecsun heran.

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Versteckte Funktionen

Leider konnte ich nicht herausfinden, wieso Tecsun die folgenden Funktionen versteckt hat, oder nicht deaktiviert hat. Ein paar Funktionen davon sind sicher brauchbar, andere hingegen scheinen nicht ausgereift zu sein. Diese Funktionen lassen sich durch einen langen Druck auf diverse Tasten aufrufen. Diese Funktionen sind mir zur Zeit bekannt:

Bei eingeschaltetem Gerät
 
Die hier aufgeführten Vorgehensweisen wurden im Internet recherchiert.
Achtung! Anwenden der untenstehenden Anleitung erfolgt auf eigene Gefahr! Schäden am Gerät können nicht ausgeschlossen werden.
 
Synchrondetektor
Taste USB oder LSB 3 Sekunden drücken.
 
Rauschunterdrückung beim Abstimmen
Taste "9" 3 Sekunden drücken und mit Drehknopf den Wert einstellen. Noch mal die Taste 9 drücken um den Wert zu speichern.
 
Rauschunterdrückung beim Empfang
Taste "6" 3 Sekunden drücken zum ein/ausschalten.
 
De-Emphasis für UKW umschalten
Taste "5" 3 Sekunden drücken dann kann man zwischen 50 oder 75 auswählen. 50μS ist für Europa, 75μS ist für die USA. Funktioniert nur im UKW Betrieb.
 
Frequenzkalibration für LW & MW
Auf Mittelwelle einen starken Sender einstellen und auf USB oder LSB schalten. Sender mit dem kleinen Abstimmknopf fein einstellen bis Zero Beat erreicht ist. Snooze oben auf dem Gerät 3 Sekunden drücken und warten bis die Korrektur im Display angezeigt wird. Snooze noch mal drücken zum speichern.
 
Bei ausgeschaltetem Gerät
 
Displaykontrolle, Firmware Nummer und Herstellungsdatum
Taste AM BW gedrückt halten für Displaykontrolle. Loslassen und nochmals drücken für Firmware Nummer. Noch mal drücken für das Herstellungsdatum.
 
Line-out Level
Taste "7" 3 Sekunden drücken und dann mit dem Drehknopf Wert einstellen. Noch mal Taste "7" drücken zum speichern.
 
Sekundenanzeige aktivieren
Taste "8" 3 Sekunden drücken bis die Sekundenanzeige aufleuchtet.
 
Abschaltschwelle bei schwacher Batterie
Taste "4" 3 Sekunden drücken, Wert mit Drehrad einstellen. Empfehle 3.5V
 
Betriebszeit seit letzter Akku- Aufladung
Taste "VF/VM" 3 Sekunden drücken.
 
Speicher sortieren
Taste "M" 3 Sekunden drücken.
 
 

Fazit:

Der Tecsun PL-880 ist für den günstigen Preis ein hervorragender Taschenweltempfänger mit DSP- Technik. Er stellt sein Konkurrent in fast allen Belangen in den Schatten. Enttäuscht hat der SSB Empfang und der Synchrondetektor. Der Synch. vermochte den Empfang in keiner Situation zu verbessern. Der Empfang wurde durch diesen sogar verschlechtert. In AM klingt der PL-880 hervorragend und macht den Synch. überflüssig. Auf UKW macht der PL-880 einen ausgereiften Eindruck.

Der PL-880 hat noch ein paar Kinderkrankheiten, die vielleicht mit Firmwareupdates geheilt werden können. Ob sich Firmwareupdates über die USB- Buchse einspielen lassen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Einen zwiespältigen Eindruck hinterliessen die versteckten Funktionen. Entweder man macht das vorhandene ohne grosse Sucherei verwendbar oder deaktiviert diese Funktionen....

Empfehlenswertes Gerät!

Verfasst am 18.10.2014

 

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Erfahrungsbericht Tecsun S-8800e

von Georg Morawski aus Hiddenhausen-Eilshausen, Deutschland

Vor ein paar Wochen wurde ich vom Hobbykollegen (Fernando „Fenu“ und Henry Mohr) angesprochen, ob ich den Tecsun S8800e ausführlich testen und mit vorhandenen tragbaren Radios vergleichen könnte. Diese Aufgabe habe ich sehr gerne übernommen und hier mein Erfahrungsbericht.

Das DSP-Radio habe ich in meinem Shack verglichen mit meinen analogen  tragbaren Radios: Tecsun PL-660 Siebel-Version und S-2000 (von Henry Mohr modifiziert: AM und FM-Filter sowie bessere Anpassung der Teleskopantenne), Grundig Satellit 700 (110 kHz FM-Filter von Jürgen Martens eingebaut) und Sangean ATX-909X (von Henry Mohr modifiziert: UKW-Bereich erweitert und eingebauter Teleskopantennenverstärker). Alle Radios wurden mit neuen Batterien und eingebauter Antennen betrieben.

Das Radio hat in etwa die Größe des Grundig Satellit 700. Zum Lieferumfang gehören eine deutschsprachige BDA, Fernbedienung (inkl. Batterien) und ein USB-Verbindungskabel. Das Gerät steht solide auf dem Tisch. Das Gewicht erlaubt es, dass man  das Radio problemlos in der Hand halten und bedienen kann.

Als das Radio ankam, habe ich es gleich ausgepackt und eingeschaltet. Die Bedienung erklärt sich von selbst (sehr gut!), so dass ich den Empfang  kurz testen konnte. Vom Empfang wurde ich sehr positiv überrascht. Allerdings gab es auch eine kleine Ernüchterung. Die Bediendrehregler und die Abstimmräder haben ein sehr großes Spiel und „eiern“ teilweise. Das ist sehr schade. Beim Tecsun S-2000 sitzen die Bediendrehregler und Abstimmrad fest, sind massiver und arbeiten sehr präzise.

Nach dem ersten „Aha“ habe ich die Fernbedienung ausgepackt. Diese ist sehr gut verarbeitet, übersichtlich, hat große und sehr gut markierte Tasten.

Die Funktionen sind selbsterklärend und man kann das Radio problemlos auch aus größerer Entfernung bedienen.

Der Filterwechsel erfolgt durch einen Drehregler (auch Abstimmräder) und man muss paar Sekunden warten bis das gewünschte Filter eingestellt ist. Die DSP-Filter sind sehr gut gewählt und erlauben die optimale Zuordnung der Empfangssituation. Der Klang ist sehr beeindruckend, egal ob Lautsprecher oder Kopfhörer. Man kann stundenlang stressfrei zuhören! Auch bei diesem Tecsun ist der Frequenzwechsel nur innerhalb der eingestellten Empfangsbereiche möglich (LW, MW, KW UKW), ein Wechsel wie beim Satellit oder Sangean funktioniert nicht. Das ist kein Manko, denn jeder Hersteller verfolgt seine eigene Philosophie.

Nun zum Empfangstest:

Ich habe das Radio an einigen Wochen zu unterschiedlichen Tageszeiten, an Werktagen und Wochenenden getestet. Der Empfangsbereich beginnt bei 20 kHz, aber erst ab 60 kHz hört man die erste Station Zeitzeichen aus England (leise aber eindeutig), gefolgt lautstark vom Zeitzeichen DCF77 auf 77,5 kHz. Beide Stationen mit eingebauter Ferritantenne! Auf LW war der Empfang mit allen Radios in etwa gleich, Rundfunk wie auch NDB. Auf MW änderte sich das Ganze. Der S8800e war eindeutig der Sieger! Er empfängt selbst am Tag mehr Sender klarer als die anderen Radios. Ab der frühsten Dämmerung gibt er dann richtig Gas. Durch drehen des Radios kann man die Sender sehr gut trennen. Ich konnte eindeutig mehr  Sender empfangen als mit den anderen Radios! Der Satellit 700 folgte auf Platz 2.  Der Empfang auf KW sowohl in AM wie auch SSB entschied der S8800e für sich. Beim SSB springt das Radio nicht zurück wie beim Satellit in AM. Man kann die Frequenz auf 10 Hz einstellen. Die eingebaute Teleskopantenne ist stabil und sehr gut angepasst. Amateurfunk aber auch UTILITY sind kein Problem. Auch das 48m Band brachte sehr viele Piraten sauber und klar rein. Ich konnte keine Spiegelfrequenzen feststellen. Sehr beeindruckend für ein tragbares Radio!

 

Das Radio bietet von LW bis KW einen guten bis sehr guten Empfang. Leider wird dieses positive Bild von extrem vielen Eigenstörungen getrübt. Dieses Thema hat der Hersteller inzwischen aufgenommen und überarbeitet es. Die besten Ergebnisse habe ich mit den eingebauten Antennen erzielt. Mein Testgerät vertrug keine externen Antennen und brachte keine Empfangsverbesserung. Noch ein Blick auf UKW. Hier ist auf allen Testgeräten der kleinste Abstimmschritt 10 kHz (außer Satellit 25 kHz). Der S8800e bringt hier eher durchschnittlichen Empfang. Der modifizierte S-2000 geht als Sieger hervor, gefolgt sehr dicht von S-700 und ATS909X. Den letzten Platz teilen sich der PL-660 und S8800e.

Noch ein Wort zum S-Meter des Radios:

Es gleicht dem S-Meter des PL-660 und S-700 und arbeitet ähnlich. Das S-Meter des S-2000 ist übersichtlicher (größer, mit Zeiger und S-Meter-Skalierung).

Der Akku:

Das Radio habe ich mit voll geladenen Akkus erhalten und musste diese während des gesamten Testes nicht aufladen! Des weiteren kann man das Radio über den USB-Anschluss mit einem PC verbinden. Dies habe ich nicht getestet, da ich keine passende Software habe.

Fazit:

Ein tragbares Radio mit guter bis sehr guter Empfangsleistung von LW bis KW in AM und SSB. Die Verarbeitung des Drehregler/Schalter sowie Abstimmräder sollte verbessert werden.

Persönlicher Wunsch:

Das Empfangskonzept würde im anderen Gehäuse z.B., des Tecsun S-2000 ein qualitativ besseres Bild abgeben. Eine DSP-Filterauswahl sowie RDS für UKW, Synch. für AM und getrennte Antenneneingänge für UKW sowie Bereich (20 kHz bis 30 MHz). Aber auch der Empfang vom Flugfunk (mit dem S-2000 klappt es sehr gut) und DAB+...

gepostet: 09.04.2017

 

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Empfänger Bausätze

Junior 1 von Stampfl

Heinz Stampfl (HB9KOC), bekannt durch seine Handgefertigten Präzisions- Morsetasten, hat auch ein Herz für Empfänger. Seit geraumer Zeit werkelt Heinz an diversen Empfängerkonzepten die er auch auf seiner Webseite unter Projekte vorstellt. Ziel ist es, diese Projekte einmal als Bausätze anbieten zu können. Leider erweist sich das konkrete Umsetzen als keine einfache Angelegenheit. Zum einen müssen genügend Bausätze produziert werden, damit es sich lohnt so ein Projekt auf die Beine zu stellen. Zum anderen muss man genügend Abnehmer finden. In der heutigen Zeit, wo alles fixfertig gekauft kann, ist ein solches Unterfangen mit grossem finanziellen Risiko verbunden.

Trotz dieser Risiken möchte Heinz Stampfl nun, einen kleinen Bausatz anbieten. Den Junior 1.

Beschreibung des Bausatzes Junior 1 (Zitat aus der Beschreibung von Heinz Stampfl)

Junior 1 ist ein schnell und einfach aufzubauender Kurzwellen-Empfänger in Doppelsuper-Technik. Es sind weder Abgleicharbeiten notwendig noch sind spezielle Messmittel oder Kenntnisse der Hochfrequenz erforderlich. Junior 1 ist gedacht als ein kleines Projekt für Jugendliche und Junggebliebene die sich für Radiotechnik interessieren.
Als Herz dient ein AM/FM-IC aus der ehemaligen DDR (A4100D) das speziell für batteriebetriebene Geräte entwickelt wurde. Laut Datenblatt zeichnet sich der A4100D durch ein besonders günstiges Signal/Rauschverhältnis des AM- und FM- Teils aus und benötigt nur eine geringe Aussenbeschaltung.
Als Frontendmischer und Oszillator kommt der bewährte NE612 zum Einsatz. Es besteht die Möglichkeit, z.B. einen Dipol niederohmig über eine Koppelwindung einzuspeisen. Tests bei Dämmerung an einer G5RV zeigten zur Überraschung kaum Übersteuerung. Soll der Junior 1 portabel genutzt werden, so genügt ca.1,5m Litze am hochohmigen Antenneneingang.
Das 1. ZF-Filter (10,7 MHz) wurde aus Kostengründen mittels Keramikresonator realisiert. Da dieser wegen der hohen Bandbreite nichts zur Nahselektion beiträgt, wurde in der 2. ZF nicht gespart. Der Umsetzoszillator (10,245 MHz) ist als monolithischer und abgleichfreier Baustein ausgeführt.
Wer experimentierfreudig ist, kann seinen bevorzugten Empfangsbereich durch Ändern des Eingangs- und des Oszillatorkreises selbst realisieren. Als Feldstärke-Indikator ist eine LED vorgesehen. Über einen entsprechenden Vorwiderstand lässt sich auch ein µA-Meter anschließen.
Eingangs- und Oszillatorkreis sind im Originalzustand mit Schwerpunkt auf das 49m/41m Rundfunkband dimensioniert. Für das 40m-Amateurfunkband erlaubt ein Überlagerungsoszillator (BFO) den SSB-Empfang. Ich weise aber ausdrücklich darauf hin, dass bedingt durch die hohe 1. ZF und die Kapazitätsdioden-Abstimmung des LO der SSB-Empfang etwas abenteuerlich ist, sicher nichts für routinierte DX’er. Aber spannend für den, der noch nie Amateurfunk mitlauschen durfte.
Der Stromverbrauch liegt im Versorgungsspannungsbereich von 7.5 bis 16 Volt bei ca. 70 mA. Ein LM380 in Verbindung eines 4 Ohm Lautsprechers, sorgt für kräftigen Empfang.
Zusammenfassend ist der Junior 1 für das sehr einfach gehaltene Konzept ein leistungsfähiger Empfänger, der sich durch gute Audioqualität, hohe Selektivität, hohe Empfindlichkeit und gleichzeitig gute Signalverträglichkeit auszeichnet.
Die Gehäuseschale ist aus Blau- eloxiertes Aluminium. Die Beschriftungen sind mit Laser graviert.
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Heinz Stampfl war so freundlich und stellte mir den Junior 1 für Versuche zur Verfügung. Allerdings wollte ich ein Fertiggerät, weil mir einfach die Zeit fehlte, um es selbst zusammenzubauen.

Wie auf dem Bild unten ersichtlich, trägt das Gerät die Seriennummer 001. Es ist das erste Gerät das den Weg in die Öffentlichkeit findet.

Den Junior 1 hatte ich über einen Monat lang auf dem Tisch und hörte bei jeder Gelegenheit in den Äther mit ihm. Betrieben habe ich den Junior 1 hauptsächlich über meine Aussenantennen. Um dies zu ermöglichen, habe ich dem Bausatz eine BNC- Buchse hinzugefügt. Der Grund dafür war, den Störungen im Haus zu entgehen und um das effektive Potenzial des Bausatzes zu testen. An der Front des Bausatzes kann man ein Stück Draht mittels Bananenstecker als Antenne anschliessen. Auch ein Erdungsanschluss ist vorhanden. Um allfälligen Übersteuerungen entgegenzuwirken, habe ich einen schaltbaren Abschwächer benutzt. Weil der Junior 1 nicht für Hochleistungsantennen gebaut ist, habe ich etwa mit 10-20dB Signaldämpfung gearbeitet. Interessanterweise übersteuerte er nicht sonderlich. Geisterstationen waren kaum zu hören. Wenn, dann nur  sehr schwach in den Abendstunden. Da es sich um ein einfaches Selbstbauprojekt handelt, braucht der Junior 1 nach dem Einschalten etwas "Anwärmzeit", weil der Oszillator in der Zeit etwas driftet. Er lässt sich entweder mit einer 9V Batterie oder mit einem externen Netzgerät mit 7.5V bis 16V betreiben.

Wegen fehlender Frequenzanzeige, war die Frequenzabstimmung etwas Abenteuerlich. Ausgehend vom Linksanschlag des Drehreglers muss dieser 5x gedreht werden um ans 40m Amateurfunkband zu gelangen. Ist dieser erreicht schaltet man auf SSB und dreht mit dem grossen Abstimmknopf behutsam durchs Band bis eine Station zu hören ist. Anschliessend wird die Feinabstimmung mit dem linken Knopf -0+ vorgenommen, bis die Station klar zu hören ist. Mit etwas Übung und Geduld, klappt es letztendlich recht gut. Erstaunlich ist das geringe Rauschen und die helle, verständliche Audio. Die Trennschärfe reicht aus, um SSB Signale im 40m Band gut empfangen zu können. Dreht man den grossen Knopf weiter, erreicht man das 41m Rundfunkband. Dann schaltet man zurück auf AM und kann dem Rundfunk lauschen. Vergleiche mit den vorhandenen Geräten zeigten eine recht hohe Empfindlichkeit. Sehr schwache Stationen auf freier Frequenz kamen erstaunlich gut und verständlich. Klar, der Junior 1 ist keine DX Maschine, aber für das bisschen Radio empfängt er recht ordentlich.

Fazit:

Heinz Stampfl hat den Schritt gewagt, ein interessantes Selbstbauprojekt auf die Beine zu stellen. Für Jugendliche Neueinsteiger mit Interesse am Selbstbau eines Radios, ist der Junior 1 der ideale Bausatz. Aber auch für die alten Füchse, die seit Jahren Radio hören, wäre so ein Bausatz sicher etwas Interessantes. Voraussetzung für den Zusammenbau ist vor allem Interesse und etwas Löt- Erfahrung. Bleibt zu hoffen das der Junior 1 Erfolg hat. So wird vielleicht mal ein Bausatz erscheinen, den Heinz auf seiner Webseite eindrucksvoll präsentiert...

Der Bausatz Junior 1 ist ab sofort bei Stampfl Morsetasten für den Preis von CHF 72.- erhältlich.

Im Shop der Zeitschrift Funkamateur wird der Junior 1 Anfangs 2015  für 62€ erhältlich sein.

Hier kann die Bauanleitung runtergeladen werden.

Verfasst am 22.11.2014

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